Montag, 22. Januar 2024

Männerleid

 Auf unserer Hochzeitsreise hatte sich F den Fuß gebrochen und nach den mehr als abenteuerlichen Erlebnissen im tunesischen Krankenhaus hatten wir es vorgezogen, nur eingipsen und sonst nichts machen zu lassen.

Der Rückflug ging spätabends und so war es bereits mitten in der Nacht, als wir mit dem Taxi an der Notaufnahme des Stuttgarter Marienhospitals vorfuhren, wo die Ärzte sich kringelig lachten über den schiefen Gips und die Krücken, die uns Hassan am Strand zurechtgezimmert hatte aus einem Surfmast und zwei Paddeln. 

Schon war mein F. verschwunden und ich saß allein im großen Wartebereich, der um diese Uhrzeit natürlich ausnahmsweise leer war.

Obwohl die Tür zum Gang verschlossen war, hörte ich meinen armen Mann auf einmal gequält schreien: "Ohhhh, auuuaaa, ohhhhh ....!" 

So jämmerlich klang das, dass ich überlegte, aufzuspringen und hineinzustürmen, so wie ich es auch in Hammamet schon getan hatte 😁, doch dann wurden seine Schreie leiser und ich verließ mich darauf, dass er hier doch in guten Händen sein müsste.

Als ich ihn dann wiedersah, erkundigte ich mich sogleich, womit man ihm denn solche Schmerzen bereitet habe?

Na jaaa, den Gips hatten sie aufgeschnitten, das tat kein bisschen weh, aber er begann rein prophylaktisch halt doch mal zu brüllen ... 😂🤣😂

Daran musste ich gestern beim Haareschneiden denken, als er auch dabei auf einmal loslegte: "Auuuuu...!!!" 😲 😰😨

Was war geschehen?

Ich hatte mit der Schere leicht sein Ohr berührt, nicht mal mit der Spitze, aber allein das ließ ihn schon in Wehgeschrei ausbrechen. 😁

"I seh scho, i werd hier nachher blutig rausgehe", meinte er und ich bestätigte, "klar, Kopfhaut komplett blutig, Ohr in Fetzen und in die Nase werd ich dir auch noch ein Loch machen ...", woraufhin wir beide so anfingen zu lachen, dass ich aufpassen musste, ihn vor lauter Rumgewackele nicht doch noch tatsächlich zu verletzen. 🤣

Er überlebte ohne jede Blessur und am Ende war ich selbst begeistert, wie gut mir der Schnitt gelungen war.

Echt schade, dass ich mir nicht auch selber die Haare schneiden kann, würde einen Haufen Geld sparen und vermutlich wäre ich zufriedener als nach Friseurbesuchen, weil man ja selber am besten weiß, wie man es haben möchte.

Nach getaner Arbeit brachte ich die aufgekehrten Haare zur Mülltonne und merkte dabei, dass die Weihnachtsdecken, die ich zuvor per Hand gewaschen hatte, inzwischen auf der Leine zu steifen Brettern gefroren waren.

Gar nicht schlecht, denn ich nahm sie ab, faltete sie mit etwas Mühe in der Mitte und packte sie dann auf die Heizung, mit dem Effekt, dass ich sie nicht einmal bügeln musste, denn das Frieren hatte jeden Knitter beseitigt.

Später erfuhr ich dann noch etwas, das mich mehr als erstaunte.

Die Tage war mir eine uralte und seit vielen Jahren abgelaufene Medikamentenpackung im Arzneischrank aufgefallen, die ich dann auf den Küchentisch legte, um sie beim nächsten Apothekenbesuch mitzunehmen.

Soll man das überhaupt so machen? *grübel*

Nun fiel mir nämlich ein, wie ich das in Stuttgart mal tat und mir die Apothekerin sagte, sie würden sie auch nur wegwerfen, das könne ich genauso gut auch selber machen.

Hm ...

Tatsächlich, die Webseite unseres Umweltministeriums teilte mir das Gleiche mit: Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente gehören in den Hausmüll.

Verblüffend, oder?

Für jeden Scheiß gibt es Sondermüllregelungen, dafür aber nicht.


So, unnu werde ich mir den Staubsauger schnappen, auch wenn es ein ziemlicher Blindflug werden wird, denn wir haben das altvertraute Wetter zurück - es regnet und wird gar nicht richtig hell.


Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉

4 Kommentare:

  1. Dein Erlebnis weckt in mir Erinnerungen an einen ähnlich Vorfall in meinem Leben. Ich war ein Dreikäsehoch und wollte auf einer Leiter hochklettern. Oben stand schon mein Cousin steckte seinen Hintern raus, ich verlor das Gleichgewicht und fiel heftig auf einen Gepflügten Acker. Ich schrie heftig auch die ganze Zeit als mein Onkel mich in seinem Käfer ins Krankenhaus fuhr. Als ich später aus der Narkose erwachte fand ich mich in einem Bettchen wieder. Mein Arm war mit Gewichten belastet. Seit der Zeit ist mein rechter Arm etwas länger als der Linke. UIII, Fuß gebrochen bei so einem Anlass. Das ist sehr bedauerlich. Die Tour zurück und ins Marienhospital spricht Bände.
    Fazit: Wir haben beide Schlimmes überlebt. Getreu dem Motto Hart wie KruppStahl und zäh wie Leder.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lach, lieber Helmut, auch bei Krupp soll es ja schon kleine Fehlproduktionen gegeben haben, die dann nicht ganz so hart sind. 🤣
      Aber für dich als kleiner Bub war es sicher ein arg unschönes Erlebnis, das kann ich mir gut vorstellen.

      Löschen
  2. Hallo, Liebe "Rex-Mama!"

    Das mit dem Fußbruch und den aus Paddeln hergestellten Krücken klingt sehr abenteuerlich.

    Das mit der Klinge am Ohr kenne ich auch.
    Die Haarspezialistin meines Vertrauens ist über 80 Jahre alt. Ab und an merke ich auch einmal die Scheren klinge am Ohr und möchte aufheulen, obwohl gar nichts ist, bisher konnte ich das immer den "Schrei" noch unterdrücken. Vielleicht ist das so ein Männerding?

    "F" sieht sicher nun wieder flott aus.

    Du hast recht, darüber habe ich noch nie nachgedacht, warum ist das so, dass ausgerechnet abgelaufene Medikamente in den Hausmüll gehören? - Darüber gilt es zu grübeln.



    Liebe - geordnete - Grüße
    Vom lifeminder

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jep, lieber lifeminder, solche Heldenhaftigkeit scheint mir in de Tat ein Männerding zu sein, vermutlich noch ein Überbleibsel aus der Steinzeit, wo ja jeden Moment ein Höhlenbär ums Eck kommen konnte. 😊

      Liebe Ordnungsgrüße zurück! :-))

      Löschen