Mittwoch, 11. Februar 2026

Mann, Mann, Mannose ... 🙄

 So fluchte ich vor mich hin, als mir bewusst wurde, dass das mit meiner Lieferung in die  Hose gehen könnte.

Bei Bestellung hatte es geheißen, die Mannose käme ab Mittwoch, das hätte perfekt gepasst, weil ich ja gestern mit A. verabredet war, doch nun ging die Sendungsnachverfolgung immer ins Leere, die Links funktionierten nicht. Ein kleiner Plausch mit dem Chatbot von DocMorris brachte mich weiter, zumindest bestätigte mir dieser den  Mittwoch und gab mir auch einen neuen Link.

Doch ... bei DHL sah ich dann, dass das Päckchen bereits im Wagen war und gestern kommen sollte, ausgerechnet ab halb zwei, während ich ja um viertel nach eins losmusste zu A.

Auf dem Rückweg wollte ich kurz noch bei Aldi vorbei und hatte wenig Lust, den gleichen Weg abends noch mal zu machen, weil sich dort nämlich die Packstation von DHL befindet, also teilte  ich denen mit, sie sollten es im Falle meiner Abwesenheit bei den Nachbarn abgeben und machte mich dann mit einem einigermaßen guten Gefühl auf die Socken zu A.

Ein bissl früh war ich dran, genau richtig, um noch kurz bei Netto zu schauen, was sie an Schnittblumen hatten, denn ich weiß, dass A. sie sehr liebt.

Ein kleines Sträußchen weiße  (ihre Lieblings-"Farbe") Tulpen fand ich mit einem zarten Hauch von Rosa und  wie erhofft freute sie sich sehr, vor allem aber auch darüber, dass wir uns endlich einmal wieder sahen - ich habe ihr sehr gefehlt, meinte sie, als sie mich herzlich umarmte, und auch die kleine Tochter B. stand schon zur Begrüßung bereit.

Früher war sie sehr zurückhaltend mir gegenüber, aber das gemeinsame  Schwimmen und Springen hat offenbar ihre innere Sperre hinweggefegt, nun ist sie ganz locker und erzählte auch sofort vom Zeugnis, mit dem sie dank zwei Vieren absolut nicht zufrieden war.

Mathe 1, Deutsch und Englisch 2, alles andere auch gut, nur in Politik/Sozialkunde und Erdkunde gab's eine 4, ohne dass sie dafür einen Grund nennen könnte.

Wir übten uns kurz in einigen Zahlen, dass z.B. eine Stadt ab 100.000 Einwohnern eine Großstadt ist, dann kam A. mit meinem Kaffee aus der Küche und schon ging eine mehr als muntere Quasselei los, z.B. darüber, dass ihr weit über 90-jähriger Opa  vom Vater gepflegt wird, werden muss, denn in der Türkei lässt sich zumindest in Dörfern niemand finden, der einem dabei helfen würde. 

"Mein Papa ist reich, richtig reich", erzählte sie, "aber trotzdem muss er alles selber machen, obwohl er ja auch schon über 70 ist."

Und dann kamen wir auf ihre so intensiv gelebte Religion zu sprechen - der Koran liegt immer griffbereit, jeden Tag liest sie darin, wenn sie ihre fünf Gebete auf ihrem Gebetsteppich absolviert hat. Sie holte ihn herbei und berichtete, dass sie ihn als Kinder zunächst nur auf Arabisch lasen, d.h. sie können jedes Wort lesen, verstehen aber überhaupt nicht, was sie da lesen, weshalb sie nun immer in einer türkischen Ausgabe studiert, was wörtlich zu nehmen ist, denn als sie das dicke Buch öffnete, sah ich überall ihre handschriftlichen Notizen.

Wobei es sich aber nicht etwa um kritisches Hinterfragen handelt, sondern nur um Anmerkungen bezüglich der Übersetzung, für mich ganz schwer hinzunehmen, denn ich selber ticke da ja ganz anders, habe schon als Kind vieles skeptisch gesehen und ständig hinterfragt.

So landeten wir dann beim Kopftuch, von dem ihr bewusst ist, dass es wohl verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gibt von dem, was laut heiligem Buch ihr Gott von ihr erwartet, aber ... und hier unterbrach ich sie dann und wies auf die Sozialisierung hin, was sie sofort nickend bestätigte.

Oma  hat Kopftuch getragen, die Tanten, überhaupt alle Frauen im Dorf, die Mutter auch und ganz selbstverständlich übernahmen ihre 5 Schwestern und sie dies.

Wie es denn eigentlich mit B. aussähe, wollte ich nun (endlich traute ich mich) wissen und sie verblüffte mich, meinte, B. habe  gesagt, sie würde es nicht tragen wollen und sie und M. würden ... dies akzepzieren.

Klasse! Ich brachte meine Begeisterung darüber unverhohlen zum Ausdruck und erkundigte mich dann auch gleich noch, was geschähe, wenn sie B. eines Tages in einen Nicht-Muslim verlieben würde.

Natürlich hätten sie es lieber, wenn sie innerhalb ihrer Religion heiratet, aber ... sie seien notfalls bereit, auch dies hinzunehmen, was mich wirklich erfreute.

Und so verlief unser ganzes Beisammensein wieder sehr harmonisch, wir lachten, redeten über ernsthafte  Themen, unter anderem über Epstein, von dem sie aber nicht mehr mitbekommen hatte, als dass da junge Frauen schlecht behandelt wurden, und wieder einmal staunte ich, wie wenig Wissen sie über das hat, was in der so genannten westlichen Welt vor sich geht.

Zum Arbeiten kamen wir dann auch noch, überzogen unsere sonst üblichen zwei Stunden ganz ordentlich, aber sie hatte so viele Fragen und nachdem ich mich per WhatsApp bei F. erkundigt  hatte, ob alles in Ordnung sei, beantwortete ich sie ihr alle mehr als gern.

Sooo schön war es und ich würde lügen, wenn ich nicht behaupten würde, dass es mir richtig gut tat, mal für kurze Zeit nicht an Kackstuhl und Pinkelflasche denken zu müssen. 😀

Doch spätenstens vor dem Schlafengehen wurde ich dann wieder sehr damit konfrontiert, denn gerade hatte ich die Flasche ausgeleert, als F. feststellte, dass er sie nun doch noch einmal benutzen wolle, also das ganze Spiel von vorn und kaum dachte ich, nun langsam zur Ruhe kommen zu können, meckerte mich Rex massiv an. 

Ich gehe dann mit ihm in den Flur und sehe dort, was er will - macht er zwei weitere Schritte in Richtung Hintertür, weiß ich, dass er noch mal in den Garten muss, doch bleibt er stehen und schaut nur in die Küche, ist mir klar, dass er mich verarscht hat, denn dann will er nichts anderes als ein Leckerli. 🙄

Eigentlich sollte man dann nicht nachgeben, aber ich tat es, weil ich einfach k.o. war, anschließend ging ich zurück ins Zimmer, wunderte mich, dass er mir nicht folgte, und als ich nachschauen ging, erwischte  ich ihn gerade noch, wie er am Vorhang des Schuhschrankes sein Bein hob. 😮😡😮😡😮

Da konnte ich aber schnell werden, schubste ihn leicht zur Seite, so wie es eine unwillige Hundemutter auch machen würde, öffnete die Tür und scheuchte ihn erst mal ins Freie, damit ich in Ruhe saubermachen konnte.

Mann, Mann, Männer ... oder wie war das? 🙄😅

 Und nun merke ich gerade, dass  ich F. in der Früh auf den Geschmack brachte. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie es geschah, aber auf einmal hatte ich ein Stück Text der EAV auf den Lippen, er stutzte und nun musste ich ihn erst mal daran erinnern, dass wir die noch in Stuttgart eine Zeitlang wirklich gern hörten, weil die Lieder Schwung hatten, vor allem aber echt witzig waren.

Eben ließ er sich von mir an den großen PC fahren und nun ratet mal, was er dort laufen hat?

Genau, er arbeitet sich gerade bei YouTube durch die "Erste allgemeine Verunsicherung" hindurch. 😁

 

Der Spaß daran wird ihm vermutlich gleich vergehen, wenn ich mit Herrn  Hoover hinter ihm herumtobe, aber ... da muss er nun durch. 

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉