Samstag, 15. August 2026

"Hm, da kokelt wer", ...

 ... sagte ich irgendwann im Laufe des Abends die Nase rümpfend zu F. und fragte mich noch, ob denn bei dieser Hitze tatsächlich jemand in der Nachbarschaft seinen Ofen anwirft?

Der Gestank ließ nach, doch später ging es wieder los und erst jetzt wurde mir die Ursache dafür klar, als ich noch einmal bei FB hineinschaute, denn in den örtlichen Gruppen wurden emsig Fotos von der brennenden Schrottinsel im Hafen geteilt und nun verstand ich auch, warum ich noch mehr Tatütata hörte als sonst. 😅

Das aber nur am Rande, denn was mich seit gestern wirklich beschäftigt, ist, dass ich den Fehler beging, mal auf die Homepage des örtlichen Tierheimes zu schauen.

Am 17.8.1996 landeten wir dort ja fast zufällig, eigentlich nur, weil ich F. mit einer Besichtigung dazu verlocken wollte, mit mir eine Fahrradtour zu unternehmen.

Wir konnten einfach so eintreten und als wir sagten, wir wollten uns nur mal umschauen, erklärte uns der Leiter den Weg zu den Hundezwingern und wandte sich dann wieder seinem Bürkokram zu.  

Ganz allein und völlig ungestört durften wir uns umsehen - was dabei herauskam, ist ja bekannt, zwei Stunden später standen wir mit der knapp dreijährigen Schäfermixhündin Sissi (Püppi) an der Leine auf der Straße.

Im Traum hatte ich nicht daran gedacht, mir einen Hund zuzulegen, aber ein Blick in ihre Augen hatte genügt, es war buchstäblich die Liebe auf den ersten Blick und es folgten fast 15 wunderschöne gemeinsame Jahre, in denen wir immer enger aneinanderwuchsen, bis sie dann mit fast 18 in meinen Armen die wunderschönen Augen für immer schloss.

So etwas ist heute nicht mehr möglich, was mir im Prinzip schon bekannt war, aber das ganze Ausmaß wurde mir erst jetzt bewusst, als ich schauen wollte, ob es nicht vielleicht sogar ein Minihündchen für C. gäbe.

Besuche sind nur noch nach Terminabsprache erlaubt, aber das genügt noch nicht, nein, zuvor muss man erst mal einen Fragebogen ausfüllen, in dem man genau angeben muss, wie groß der künftige Hund sein soll, ob er Erkrankungen oder Auffälligkeiten haben darf, ob man bereits Hunde hatte oder hat, wie man wohnt, wie groß, ob zur Miete oder Eigentum, ob und wie viele Stunden man in welchem Beruf arbeitet usw. und  die gleichen Angaben werden vom Lebenspartner erwartet. Außerdem muss man angeben, wer sich im Urlaubs- oder Krankheitsfalle kümmert, wie bzw. wovon man eventuell hohe Tierarztkosten zu decken gedenkt und man muss auch noch ankreuzen, ob man bereit ist, das Tier in Überlegungen bezüglich Job- oder Wohnungswechsel mit einzubeziehen.

Sollten die dann der Meinung sein, etwas "Passendes" zu haben, wird man angerufen, weiter befragt und erst dann mit viel Glück eingeladen, muss aber auch vorher noch eintragen, zu wie vielen Folgebesuchen man bereit ist, und dann bekommt man einen oder vielleicht sogar mehrere Hunde vorgestellt und die "Fachleute" schauen sich peinlichst genau an, ob es zu einem Match kommen könnte.

Ja, gehts denn noch????? 😡

Wäre das damals schon so gewesen, ich hätte bis heute keinen Hund, ich schwöre es, denn Hundehaltung hat mit ganz viel Liebe zu tun und man sollte sie nicht mit einem Autokauf gleichsetzen, bei dem man ja wirklich Punkt für Punkt abarbeiten kann, was passt und was nicht.

Was da abläuft, klingt für mich kalt und durch und durch überbürokratisiert. Auch bei Püppi waren Tierheimmitarbeiter übrigens einige Wochen später unangemeldet vor der Tür gestanden, um sich ihre neue Umgebung anzuschauen. Sie sahen, dass es ihr gutging und dass sie sich prächtig bei uns eingelebt hatte, das genügte vollkommen und es ist mir ein Rätsel, warum man sich nun so dämlich verhält.

Jedenfalls braucht mir keiner mehr einen vorzujammern, wie überfüllt die Tierheime seien, denn ganz offensichtlich wollen die ihre Tiere ja gar nicht abgeben, weil kaum einer ihren hohen Ansprüchen genügen kann.

(Am besten soll man nämlich jung sein und gut verdienen, allerdings parallel dazu auch möglichst viel Freizeit haben - Rentner sind zu alt, oft auch zu arm, da lassen sie die armen Hunde lieber den Rest ihres Lebens im Zwinger sitzen. 😡😡😡)

Sie zwingen die Leute ja geradezu entweder zu den Züchtern oder aber zu Auslandshunden, womit man sich aber die  Katze im Sack kommen lässt, denn diese Tiere hat man vorher ja höchstens auf Fotos gesehen und keine Ahnung, ob da ein Funke überspringen könnte.

Mit der Folge, dass sie dann - wenn es nicht passt - im Tierheim landen. 🙄

Rex ist ja das beste Beispiel dafür, ich hatte es auf Bildern und vor allem auch den Videos durchaus in seinen Augen gesehen, dass es nicht einfach werden würde mit ihm. Wie schlimm es tatsächlich wurde, konnte ich zum Glück nicht ahnen und ich bin mir ziemlich sicher, 95% aller möglichen Halter hätten irgendwann aufgegeben und ihn einem Tierheim aufs Auge gedrückt.

Will man das wirklich?

Es scheint so, Hauptsache, das Procedere, mit dem man Interessenten abschreckt, klingt so richtig  schön nach political  correctness - wen juckt  es da schon, dass es letztlich um Gefühle geht?

Es ist doch keine Frage, dass ich als Tierheim natürlich genauer hinschaue und nicht einer klapprigen Omi einen verhaltensauffälligen Rottweiler gebe oder einem jungen Mann, der mit dem Hund joggen möchte, ein altes Tier mit kaputten Hüften, aber so übertreiben muss man es echt nicht und das traurige Fazit für mich lautet, dass ich meine Empfehlung C. gegenüber, im Tierheim zu schauen, wieder zurücknehmen muss.

Unfassbar, aber wahr und nun warte ich darauf, wann wir aufhören, junge Leute ihre Partner selbst auswählen zu lassen. Arrangierte und fein durchgeplante Ehen sind doch sicher viel besser, am besten noch mit vorherigen Gentests, damit man beim künftigen Nachwuchs kein Risiko eingeht ... 🫩

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉