Erst nachdem ich mir den Trolley schon voller Leergut gepackt hatte, fiel mir auf, dass ich das beim Hausarzt gar nicht gebrauchen kann, denn dort herrscht ja schon im Treppenhaus immer arges Gedränge und ich muss das Kütschlein ständig hin und her schieben.
Okay, dann würde ich halt anrufen, nach langer Warterei bekam ich jemanden an die Strippe, jawoll, für den 17.11. hat man einen Impftermin für uns, aber als es dann ums COPD-Programm ging, wurde es schwierig.
"Sie würden das engmaschig überwachen, sagte mir der Lungenfacharzt, nachdem Sie das ja einfach zu sich gezogen haben."
Nein, das seien nicht sie, sondern die Krankenkasse gewesen, die aber ja wiederum das Gegenteil behauptet hatte, denn sie hätten damit gar nichts zu tun.
Und das "engmaschige Überwachen" bestehe darin, dass sie ein Mal im Jahr einen Lungenfunktionstest bei F. durchführen würden. (Beim Lungendoc geschah es jedes Quartal.)
Als ich dann nach dem CO2-Test fragte, wurde die junge Dame ganz konfus. Was das denn sei? Wenn ich Sauerstoff im Blut meinte, ja, den könnten sie messen.
"Na, das können wir selber zu Hause auch und tun es jeden Tag, es geht ums CO2, mit dessen Abatmung mein Mann große Schwierigkeiten hat ..."
Wie das denn vor sich ginge ...?
"Ein kleiner Piekser am Ohrläppchen, dann wird gemessen."
Neiiiiin, so ein Gerät hätten sie nicht!!! 😮😮😮
Wirklich beeindruckend, was man sich unter "engmaschiger Überwachung" so vorstellt ... 😡
Und ja, die Medikamente würden sie alle verschreiben, nicht aber das Rezept für das einmal im Jahr auszutauschende Schlauchgedöns des Beatmungsgerätes, dafür wäre dann der Lungenarzt zuständig.
Und der wird es wohl nur tun, wenn F. zuvor im Krankenhaus war, also rief ich auch dort noch an wegen eines Termines, doch ... oh Wunder, obwohl der Lungendoc uns gezielt an das KH verwies, auf dessen Intensivstation man F. das Beatmungsgerät verpasste, wusste dort das Sekretariat der Inneren nicht einmal, was eine NIV-Kontrolle ist. Rücksprache mit dem Oberarzt, neiiiin, so etwas würde bei ihnen im Hause nicht durchgeführt. 😠
Und nun? Jetzt bin ich völlig durcheinander und extrem verunsichert, weil sie einem alle ein paar Bröckchen vor die Nase knallen, mit denen man dann sehen soll, wie man klarkommt und wie man sie überhaupt koordinieren könnte. 😡😡😡
Weiter zur Apotheke, denn immerhin Salbutamol hatte der Lungendoc ja gestern noch verschrieben, F.s Notspray. Die Apothekerin wunderte sich, warum nur ein einziges auf dem Rezept stehe, wo es das doch auch im Dreierpack gibt, was offenbar die meisten Patienten so bekommen, weil es eben viel benötigt wird.
Wovon ich bisher nichts wusste, die lassen mich lieber für alles einzeln antanzen. 🙄
Wieder ein Beweis, wie sehr die sich wegen ihrer Budgets heutzutage alle in die Büx scheißen und die Patienten von einem zum anderen geschoben werden, damit man nur nicht zu viel abbekommt. Am besten wäre es vermutlich, wenn nur noch Gesunde zum Arzt gingen ... 😡
Aber immerhin etwas Erfreuliches gab es auch, auch wenn es mich im Grunde eher melancholisch stimmt, denn mein Bruder hatte auf einer beruflichen Reise einen kurzen Abstecher von der Autobahn gemacht, um mal in meinem Dörfli vorbeizuschauen und in dem, das sich 4 km entfernt davon befindet und in dem unsere Oma einige Jahre lang wohnte.
Natürlich schickte er mir Fotos, hier die Ansicht, wenn man den steilen Berg hinaufgeht:
Der Hof ganz rechts gehörte einem Großbauern, mit dessen Sohn ich heute noch in losem Kontakt bin und der sich auch das Häuschen links mit dem weißen Zaun schnappte, das einst dem Bruder meines Großonkels gehörte, von allen nur Häsi genannt und so gesehen natürlich ebenfalls mein Großonkel. 😁
In dem Haus direkt oberhalb von Häsi lebte Ulli, die kürzlich ja verstarb und oberhalb des Großbauern ging es nach rechts in die Hofeinfahrt des alten Hofes, auf dem wir lebten:
Sogar reinmarschiert ist mein Bruder und knipste mein altes Zuhause komplett:
Die kleine Tür ganz am rechten Bildrand neben den Mülltonnen führte in unseren Keller, wo Kohlen und Briketts gelagert wurde und ich auch mein Klapprad immer unterstellte. Und zwischen Baum und Scheunentor stand immer der VW-Bus des Onkels, wobei der Hof damals noch nicht gepflastert war.
Bei diesem Anblick überkommt mich eine unbändige Sehnsucht nach diesem so schönen Teil meiner Kindheit und was mich betrübt, ist, dass das alles heute in seinem Einheitsweiß aussieht wie ein geschlecktes Dort aus dem Ikea-Katalog.
Einst waren die Häuser in ganz unterschiedlichen Farben gestrichen, alles war in Betrieb und voller bäuerlichem Leben, schon von daher konnte da nichts so piccobello aussehen ... und ganz ehrlich, mir gefiel es damals vieeeel besser!
Unnu muss ich hurtig etwas zu hier - habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉


