... wenn ich gestern schrieb, dass so gar kein Bürokratiekram mehr zu erledigen war, denn prompt lagen die nächsten beiden Briefe im Kasten, die meine Aufmerksamkeit forderten.
Zum einen die AOK, die F. anbot, gegen Überweisung eines gewissen Betrages könne man uns für den Rest des Jahres von den Zuzahlungen befreien, doch ist es ja so, dass wir diesen Eigenanteil bereits jetzt um eine Mehrfaches überschritten haben.
Sollte man also trotzdem überweisen, dann die Belege einreichen und die überweisen das zu viel Gezahlte zurück oder wäre es nicht bedeutend einfacher, wenn die erst die Nachweise bearbeiten und direkt überweisen statt dieses Hin und Hers?
Telefonische Nachfrage könnte sicher sofort helfen, doch ... wie immer bekam ich nur die Ansage vom Band, diese Nummer sei nicht erreichbar, ich solle doch im Internet nach der richtigen Nummer schauen. Dabei hatte ich ja die auf dem Brief angegebene gewählt, wieder genau die, an der ich mir nun schon seit Wochen die Zähne ausbeiße. 🙄
Das Einfachste wäre gewesen, wieder per Internet um einen Rückruf zu bitten, aber dem stand im Wege, dass ich kurz zuvor angefangen hatte, das Bad gründlich zu putzen, doch bei der Wanne wurde es echt schwierig. Seit der Lifter in ihr steht, habe ich sie nur noch ausgespritzt, aber nicht mehr richtig geputzt, weil ich nirgendwo rankomme:
Das Ding musste raus, bloß ... wie???
Die Lehne lässt sich per Hand gar nicht bewegen, fahre ich den Sitz ganz nach unten, geht sie automatisch nach hinten, doch sie einfach nach vorn umlegen zu können, das ist offenbar nicht möglich und da sich neben dem Kopfende der Wanne das Waschbecken anschließt, hatte ich auch keine Chance, hinten wirklich schauen oder fummeln zu können.
Also blieb mir nur, das ganze Ding in all seiner Sperrigkeit komplett herauszuheben, doch dem standen nun die bockigen Saugnäpfe im Wege. Hatte ich die vorderen gelockert, tat das Gleiche mit den Hinteren, um den Lifter leicht zu kippen, saugten sich die vorn wieder fest wie Beton und umgekehrt.
Grrrr, war das ein Kampf und als ich sie dann endlich alle vier gelöst hatte, merkte ich, dass das Ding richtig schwer ist.
Blöderweise stand auch noch der Wäscheständer im Bad, das an sich ja wirklich groß ist, aber mit dem Lifter auf dem Boden wurde es dann doch ein wenig voll, also sollte ich ihn nach dem Putzen am besten gleich wieder zurücksetzen, doch ... hallo? Was war denn mit mir selbst und meiner schon Wochen andauernden Sehnsucht nach einem Bad statt immer nur duschen?
Tja, da musste ich wohl meinen ganzen geplanten Tagesablauf umkrempeln, also eilte ich erst mal in die Küche, um den Fleischkäs für F. zu braten, versorgte ihn mit Mittagessen und dann gönnte ich mir ein Bad, kümmerte mich in aller Ruhe um Fußpflege und Haarpackung, Dinge, die unter der Dusche halt kaum zu erledigen sind.
Schee war's, aber sicher auch das letzte Mal für längere Zeit, denn diese Mischung aus Schlangentänzerin und Muskelmann will und kann ich nicht ständig aufführen.
Worüber ich mich dann auch noch mit Aionos austauschte, denn meiner Meinung nach sind diese Lifter zwar eine wirklich tolle Erfindung, aber man hat dabei nicht ans alltägliche Leben gedacht, denn wer hat schon wie wir beides, also Wanne und separate Dusche in seiner Wohnung? Sollen dann all die, die mit einem Pflegebedürftigen leben, auf die eigene Körperreinigung verzichten, wenn die Wanne dauerhaft belgt ist???
Er antwortete, dass die meisten ihren Lifter tatsächlich nie mehr rausheben aus der Wanne, eben weil es so schwierig ist, sah aber auch die von mir erwähnten Probleme und meinte, diese Lifter seien wohl zunächst mal für Pflegeeinrichtungen konzipiert worden, wo sie in dieser Form ja auch ihren Sinn absolut erfüllen, nur eben in Privatwohnungen nicht.
Tja, ich werde wohl damit leben müssen und sollte vermutlich einfach dankbar sein, dass ich immerhin die separate Dusche habe.
Gerade habe ich zwischendurch noch einen Text für A. korrigiert und nun muss ich hurtig los zum Einkaufen.
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉

