Dienstag, 14. Juli 2026

So schade ...

 Ein Sträßlein mit hübschen Gründerzeithäusern, gerade so groß, dass man unten seinen Laden betreiben und oben drüber auf zwei weiteren Etagen bequem wohnen konnte. Zunächst Pferdekutschen, später Autos und in der Mitte fuhr sogar die Straßenbahn, bis man dann irgendwann beschloss, das Ganze in eine Fußgängerzone umzuwandeln.

Die Fachgeschäfte stehen inzwischen zum guten Teil leer bzw. sind Dönerläden, Kiosken und Barbershops gewichen und im letzten Jahr war ich ja noch bei einer Bürgerversammlung mit gemeinsamer Begehung dabei, auf der uns erklärt wurde, wie viel hübscher alles noch umgestaltet werden sollte mit Pflanzen und vielen einladenden Bänken.

Klang alles nicht schlecht und besonders das neue serbisch-kroatische  Lokal ließ sich ja richtig gut an, für das ich noch die Speisekarte durchkorrigiert hatte und bei dem ich mit R. einen wunderbaren Nachmittag und Abend verbrachte.

Wir saßen bei bestem Wetter im recht kleinen, aber hübsch gestalteten Außenbereich und R. geht extra oft dort essen, möchte das unheimlich nette Inhabergespann unterstützen.

Schon damals bekam ich mit, wovon ich bis dahin nur  gehört hatte, dass nämlich in den Abendstunden diese Fußgängerzone als Rennpiste missbraucht wird. (Die Stadtoberen hatten sich so viel von den neuen Schildern versprochen, aber die interessieren offenbar keinen.)

Und nun sehe ich grad in den sozialen Netzwerken, dass sich die Berichte überschlagen, weil anscheinend schon seit Monaten Terror dort herrscht.

Genau gegenüber von dem Lokal ist eine Großfamilie eingezogen mit einer Vielzahl von Kindern und nun hat man, wie ich lese, einen guten Teil des Familienlebens inkl. dazukommender Freunde auf die Straße verlagert. Klar, die schönen Sitzecken laden ja auch förmlich dazu ein. Sehr laut muss es zugehen mit Musikbeschallung, die Kinder toben und schreien wohl ständig überall herum und lieben es, die Gäste, die gemütlich sitzen und essen möchten, anzurempeln und mit Wasserpistolen zu bespritzen. 

Als eine Kellnerin die Erwachsenen darauf ansprach, wurden diese aggressiv, bedrohten und bespuckten sie und die Gäste - offenbar kein Einzelfall, wenn das schon seit Monaten so geht und auch die Polizei kann nicht viel machen.

"Wenn das so weitergeht, müssen wir schließen."

So wird die Wirtin in mehreren Zeitungsartikeln zitiert und es tut mir entsetzlich leid, weiß ich doch, wie viel Geld und vor allem Herzblut sie, ihr Mann und ihre Schwester in dieses Lokal investiert haben.

Schätze, sie hatten sich Deutschland in Punkto Ordnung und Sicherheit irgendwie anders vorgestellt.

Von einem SPD-Mann lese ich, er "sei dran an der Sache", deshalb werde ich nun mal R. schreiben, hören, ob sie vielleicht Näheres dazu weiß, ob irgendeine Lösung in Sicht ist.

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉