Samstag, 25. April 2026

Heut in der Früh ...

 ... erst mal wie jeden Tag meine Männer rundumversorgt, dann Nudeln gekocht und anschließend  standen Rossmann und Aldi auf meinem Programm, wo mir am Ende eindeutig eine Hand fehlte.

Eine brauche ich für den Trolley, in der anderen ein 16er-Pack Klopapier, doch womit sollte ich nun noch die beiden Pflanzen-Sixpacks tragen? 😮

Irgendwie bekam ich es hin, musste das Klopapier oben auf dem Trolley balancieren, gar nicht so einfach bei den vielen Bordsteinkanten, die ich überqueren muss, und nun geht's auf ins Bad, wo ich F. erst den Bart stutzen werde, bevor er in die Wanne getunkt wird.

Und bei allem denke ich nebenher noch über gestern nach.

Bei A. war es wieder wunderschön, diesmal hatte sie in der Küche wieder sehr liebevoll für uns gedeckt, weil auf dem Wohnzimmertisch ein angefangenes  Puzzle liegt, das Vater und Sohn gerade bearbeiten.


 Ich mochte das sehr, finde ich ihre Küche doch sehr viel gemütlicher als das Wohnzimmer mit den strahlend weißen, kahlen Wänden und beide erfreuten wir uns an dem Rosen im Hintergrund, die ihr letzte Woche mitbrachte und die immer noch herrlich blühen.

Viel zu quatschen gab es wieder, unter anderem wollte sie wissen, wie ich seinerzeit überhaupt in Stuttgart landete und wie F. und ich uns kennenlernten. 

Ersteres hatte ich ihr schon einmal erzählt, aber da hatte sie wohl aufgrund der fehlenden Sprache kaum etwas verstanden, im Gegensatz zu jetzt und prompt bekam sie ganz große runde Augen, als ich erwähnte, dass ich F. zwar in Stuttgart ziemlich gleich kennen lernte, aber zunächst ja mal noch drei Jahre lang  mit 'nem anderen zusammen war. 

Ohoh, in ihrer Kultur, zumindest so, wie sie sie erlebte, natürlich völlig undenkbar und ich glaube, sie bekommt erst ganz allmählich eine Ahnung davon, was Freiheit bedeuten kann. 

Ihre ukrainische Schulkollegin hatte auch diesmal keine Zeit gehabt, eigentlich sogar gut so, denn nur zu zweit können wir natürlich am intensivsten reden, was wir dann am Montag auf etwas andere Art fortsetzen werden, wenn wir gemeinsam Fa. besuchen.

Ich hatte richtig vermutet, A. wird dann kein Auto zur Verfügung haben, weil M. damit im Ausbildungsbetrieb seiner Umschulung ist, also werden wir uns hier vor dem Haus treffen und den Bus nehmen. 

Tja, und später wurde es dann noch, hm, irgendwie interessant und zwar in Bezug auf die Würste von Nachbars Bäumen.

Unsere Mülltonne ist inzwischen so voll damit, dass ich nichts mehr hineinbekam, aber es half alles nix, auch wenn der Boden und vor allem meine Blumenkübel und Gießkannen noch komplett verwurstet sind, musste ich zumindest an das Dach der Pergola ran, über dem sich die beiden Weiden ja so breit machen.

Dort liegt ein dicker Wurst- und Ästeteppich und das Problem ist, dass am Dach entlang ja die von mir nach dem Hagelsturm so mühsam wieder montierte Regenrinne führt, aus der das Wasser in meine Regentonne läuft.

Soll es eigentlich, aber hauptsächlich landen dort nun ja Würste ... 😡

Also holte ich mir die große Klappleiter hervor, kletterte hoch und räumte ab, so weit ich mit der Hand drankam. Mit dem Besen kann ich's vergessen, denn die Würste fressen sich regelrecht in ihn hinein, zumal da oben ja auch überall die schweren Äste hängen, da ist gar kein Platz für den Besen. 🙄

Hm, und wohin nun mit dem Mist?

Vielleicht sollte ich mal bei Nachbars anfragen, ob sie noch Platz in ihrer Tonne hätten? Schließlich sind es ja ihre Bäume ... 

Okay, einen dicken runden Müllbeutel hatte ich schon wieder voll und ging mit ihm in der Hand einfach mal nebenan klingeln.

Erst öffnete nur er, dann kam auch sie noch dazu, er dürfte etwa 80 sein inzwischen und hat ebenfalls die Brust voller Stents, sie ist genauso alt wie F. und obendrüber wohnt der Sohn mit seiner Lebensgefährtin.

Ohhhh, sie taten ganz überrascht, so als wolle ich meinen Müll bei ihnen abladen, und selbst als ich noch mal etwas deutlicher darauf hinwies, dass es ja ihre Bäume seinen, schien der Groschen nicht so wirklich zu fallen.

Sie seien ja zu viert, seufzten sie, aber ... ich könne es ja einfach mal hineinwerfen 🙄... und als ich dann fragte, wer denn damals eigentlich auf die Idee gekommen sei, ausgerechnet Weiden zu pflanzen, schaute sie mich ganz ratlos an, ja, das wisse sie auch nicht, die seien auf einmal da gewesen. 😮

Haha, das kann so niemals stimmen, denn ich entsinne mich genau, wie das Heim gebaut wurde und sie ja wie wir auch ein Stück Garten dazubekamen und dann herumwurschtelten, um die neue Ecke zuzupflanzen, alles andere haben sie eh dichtgepflastert.

Und nun grüble ich über die beiden nach, frage mich, wie fit sie vor allem auch geistig noch sein mögen?

Seit 32 Jahren leben wir nebeneinander, sind - im Gegensatz zu allen anderen Nachbarn - immer noch per Sie, F. traf ihn früher öfter vor der Garage, wenn sie beide gleichzeitig von der Arbeit kamen, dann plauschten sie auch, genau wie ich mit ihr, wenn ich sie mal traf, was aber höchst selten der Fall war, da diese Frau das zu haben scheint, was man heutzutage eine Sozialphobie nennt.

Sie kommt einfach nicht raus aus ihrer Hütte, selbst die Einkäufe sah ich immer nur ihn erledigen, schon seltsam und ich würde sicher komplett verrückt werden, wenn ich so lebte ... 

Am Abend bekam ich ziemlichen Ausschlag an dem Unterarm, der bei der Dacharbeit involviert war, keine Ahnung, ob das Samenzeugs an den Würsten so etwas wie kleine Widerhaken hat, so fühlte es sich jedenfalls an, wie lauter Minisplitter - man gönnt sich ja sonst nix. 🙄

Und tatsächlich bekam ich dann auch noch fast ein schlechtes Gewissen, dass ich die beiden überhaupt auf ihre Bäume angesprochen hatte.

Dass sie mir damit sehr viel Arbeit bescheren, haben sie gar nicht geblickt, denke ich, denn als ich erwähnte, dass es ja auch im Haus sehr spaßig ist, wenn überall diese "Schneewolken" herumfliegen, sagte sie nur: "Ja, ist das nicht nervig? Das ist bei mir auch so." 

Irgendwie scheinen sie zu denken, dass diese Bäume sie gar nix angehen ... 🙄

Was will man da noch machen?

Gar nix, hinnehmen und damit leben, irgendwie.

 

So, unnu ist F.s Bart an der Reihe.

 

Habt einen schönen Tag und  ... bleibt bitte gesund! 😉