... gemessen habe, so brauche ich nicht erst zu überlegen, ob ich denn wohl groß genug bin, wenn beim Einkaufen wieder mal eine Omi nicht an die oberen Regalfächer heranreicht.
Gestern ging es um die letzte Packung Eis, die sich natürlich ganz oben im Hänge-Gefrierschrank befand und auch für mich nur mit viel Strecken erreichbar war.
"Jetzt gucken Sie sich das an", sagte sie dann zu mir, "dieses Wetter war doch lange angekündigt, warum bestellen die dann nicht mehr Eis?"
"Gute Frage", antwortete ich, "aber das läuft ja hier eigentlich mit allem so. Es ist doch jede Woche das Gleiche und das einzig Spannende ist immer, was denn nun wieder fehlt. Sprudel, Mehl, Milch, Eier, Brot, Salz, Nudeln, Essig, Eis, Suppengemüse ...? Selbst bei den grundlegendsten Dingen schaffen die es nicht, sie zuverlässig vorrätig zu haben."
"Ja", meinte sie, "und wenn man dann mal nachfragt, hört man jedes Mal, das sei bei der Lieferung nicht mitgekommen." 🙄
Tatsächlich Dauerzustand hier, nur weiß ich nicht, ob das bei Netto grundsätzlich so läuft oder vielleicht nur unsere Filiale betrifft?
Mit Lieferschwierigkeiten brauchen sie das jedenfalls nicht zu begründen, denn sonst müssten andere Discouter ja die gleichen Probleme haben ...
Auf dem Rückweg kam ich wie immer am Haupteingang des Pflegeheimes vorbei, und diesmal wirklich genau zur rechten Zeit.
Für Raucher hat man inzwischen ja nirgendwo mehr ein Herz und so müssen die armen, alten Menschen bei Wind und Wetter mit ihren Rollatoren oder Rollstühlen vors Haus, wenn sie mal eine qualmen wollen, dementsprechend eng ist es da oft und nun saß dort bereits ein Mann in seinem Rolli und eine sehr schwach wirkende alte Dame wollte sich zu ihm gesellen, doch ... der Bürgersteig ist zur Straße hin abgesenkt, fällt über die ganze Fläche schräg ab und nun war sie, ohne es zu wollen, rückwärts dort hinuntergerollt, mühte sich verzweifelt, schaffte es aber mit ihren mageren Ärmchen nicht, den Rollstuhl auch nur einen Zentimeter weit nach oben zu bekommen.
Ich glaube, sie war sehr froh, dass ich zufällig des Weges kam und sie wieder nach oben schob, denn der alte Herr hätte ihr nicht helfen können und sonst war weit und breit keiner ...
Anschließend war dann das Warten aufs Unwetter losgegangen, das aber überhaupt nicht bei uns eintraf.
Ich hatte das Wolkenradar die ganze Zeit im Blick und ein bissl erinnerte es mich an Moses und das geteilte Meer, wie die Unwetter sich genau vor unserer Stadt teilten, nördlich und südlich an uns vorbeizogen.
Wobei das aber wohl hauptsächlich speziell für unseren Stadteil galt, denn einmal befand sich genau über uns die Wolkengrenze - auf der einen Seite rabenschwarz, auf der anderen Sonnenschein. Wohl eine Stunde lang hörten wir es kräftig rumpeln, sahen aber keinen einzigen Blitz und bis jetzt kam auch kein Tropfen Regen an.
Was ich dann in der Früh nutzte, um die Hecke auch von außen fertigzubekommen.
Erneut nahm ich die sauschwere Teleskopschere und plagte mich heftig damit ab, aber nun ist es wenigstens erledigt und alles gefegt habe ich auch längst.
Eigentlich hätte ich dann noch eine Verabredung mit Herrn Hoover gehabt, aber der muss bis morgen warten, in der Hoffnung, dass sich Kreuz und Arme von der heutigen Plackerei dann so weit erholt haben, dass ich mich ihm wieder gewachsen fühle. 😀
Habt einen schönen Samstag und ... bleibt bitte gesund! 😉