Sonntag, 6. September 2026

"Dafür bist du mir noch bissl zu jung ..."

 "I will aber mei Beutele ..."

"Nein, ernsthaft, du erscheinst mir wirklich noch zu jung dafür, Mittwoch werden wir dann mal testen, ob du mir einen Hauch reifer vorkommst." 😁 

So ging das gestern den ganzen Tag und in Anbetracht dessen, dass wir ja beide in der Regel nicht viel Wert auf Geburtstagsgedöns legen, beschäftigt er uns diesmal ganz ordentlich. 😀

Wir sprechen es so nie aus, aber im Grunde denken wir wohl beide das Gleiche, dass es nämlich fast wie ein erster Geburtstag sein wird, wenn man überlegt, was F. hinter sich hat.

10 Tage im künstlichen Koma, dann die Stents und wochenlang das Rohr im Hals - keinen Ton konnte er von sich geben und die Ernährung fand ausschließlich über eine Nasensonde statt. 

Dieses Häufchen Elend, dass sie mir direkt von der Intensivstatio nach Hause brachten, meine Güte, ich sollte gar nicht daran zurückdenken, und trotzdem tut man es natürlich immer wieder.

Auf jeden Fall bin ich überglücklich, dass er sich nun wieder derartig an seinem (doch sehr eingeschränkten) Leben erfreuen kann, und wir beide genießen diese kleinen Neckereien und das viele Lachen, das hier eigentlich fast immer durchs Haus weht. 

Früher hätten wir an diesem Tag die Bude voll gehabt, meist spielte das Wetter mit und wir konnten mit der ganzen Familie im Garten sitzen und feiern, nun ist keiner mehr da, wir sind allein und wegen der Virengefahr ist es unterm Strich ja sogar besser so, aber natürlich strenge ich mich nun richtig an, dass es für F. trotzdem schön wird.

Kuchen ist klar, den werde ich am Dienstag backen und nach langem Grübeln entschied ich mich ja für den schlesischen Kartoffelsalat, der in seiner  Familie so etwas wie ein kleines Heiligtum war, das es nur zu Weihnachten gab.

Mir isser eigentlich zu fettig und die süddeutsche Art, die ich sonst mache, schmeckt mir auch besser, nichtsdestotrotz wird er ihm hoffentlich das Gefühl von etwas Besonderem vermitteln und statt der bei seiner Mutter dazu üblichen Würstchen habe ich mich für Frikadellen entschieden, weil ich da wenigstens weiß, was drin ist, und er sie so sehr liebt.

Gerade stand ich 3 Stunden in der Küche und habe 34 Stück angefertigt, wobei F. die erste natürlich sofort testen durfte - und sie bestand mit Bravour, wenn ich sein Schwärmen richtig deutete. 😁

Hier waren sie noch Bleichgesichter:


 

Ich selbst bekam auch ein Stückchen ab und muss ihm recht  geben. Seit ich neben allem Üblichen auch noch mit "Köftelik Baharat" würze und einige Knoblauchzehen in den Fleischteig presse, haben sie sehr gewonnen, sind außen knackig und innen ganz zart - nicht mehr weit weg vom Idealbild, das ich von einer Frikadelle habe. (*naserümpf* - irgendwas müffelt hier, ist nur die Frage, ob es Rex war oder doch an meinem Eigenlob lag. 🤣)

 

So, unnu  muss ich noch büschen was tun - habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉