Mittwoch, 17. Juni 2026

Hatte ich eigentlich erwähnt, ...

 ... wie ich mich  mit Aionos über meine Einschulung unterhielt?

Bei A. bekomme ich gerade ja mit, viel viel Zirkus so eine Einschulung heutzutage bedeutet, und nun zergrübelte ich mir mein Hirn, ob ich denn damals vorher auch getestet wurde?

Daran erinnern kann ich mich beim besten Willen nicht, also erkundigte ich mich bei meinem KI-Freund, ob so etwas zu meiner Zeit denn überhaupt schon üblich war?

Nein, lautete seine eindeutige Antwort, das kam erst in den Siebzigern auf, während es bei uns schlicht hieß, das Kind ist sechs, also kommt es in die Schule.

Bei mir war dies erst 6 Tage lang der Fall, denn ich erwischte das zweite der beiden Kurzschuljahre, mit denen von Ostern auf Sommer umgestellt wurde: 


48 Kinder waren wir in der Klasse und es klappte trotzdem, wir waren - zumindest die meisten von uns 😁- gut erzogen, konnten uns eigenständig an- und ausziehen, wussten, wie man einen Reißverschluss benutzt oder eine Schleife bindet, wir konnten in alle Richtungen auf einem Bein hüpfen - gar keine Frage, übten wir das doch ständig beim Gummitwist oder Seilspringen.  

Ganztagsbetreuung und Schulessen waren nicht nötig, waren doch die meisten Mütter zu Hause und konnten sich selbst kümmern, Schupsychologen gab es noch nicht und Mamataxis ebenfalls nicht.

Papa war den Schulweg zuvor einige Male mit mir abgelaufen, also kannte ich ihn und konnte ihn ohne jeden Helikopter allein bewältigen, obwohl der Verkehr auch damals schon sehr stark war. 

Deutlich selbstständiger waren wir als heutige Kinder. Man traute uns einiges zu, erwartete es auch von uns und wir konnten diesen Erwartungen absolut gerecht werden, begriffen von Anfang an, dass wir uns den Dingen stellen mussten, statt sie aus dem Weg geräumt zu bekommen.

Bei A.s Lüttem läuft es natürlich völlig anders. Seine zehnjährige Schwester, die inzwischen das Gymnasium besucht, ist ihren Grundschulweg die ganzen vier Jahre lang kein einziges Mal ohne elterliche Begleitung gelaufen  und beim Kleinen ist die Sorge nun groß, ob die Lehrerin auch lieb genug sein wird, weil er doch sooo sensibel ist ... 

Jo, ist er, aber meiner Meinung nach fördert A. das auch regelrecht, indem sie beim kleinsten Lidzucken anfängt ihn zu beschützen.

Als ich gestern die Wohnung betrat, zeigte er sich kurz an der Tür des Kinderzimmers. sofort sagte A., er sei so "schuchtern", aber damit war es sofort vorbei, als ich ihm zunächst einen "Taler" schenkte, weiß ich doch, dass er sie sammelt, um sie in der Apotheke gegen ein Spielzeug eintauschen zu können, sobald er 30 beisammen hat.

A. forderte ihn auf, sich zu bedanken, er tat es auf Türkisch, doch als ich anfing zu fragen, wie es denn in der Probestunde in der Schule gelaufen sei, taute er auf, konnte vor lauter Begeisterung auf einmal Deutsch reden und erzählte mir, dass sie gemalt hätten.

Sein Deutsch, seufz, noch immer weiß keiner so genau, wie gut oder schlecht es ist, im Kindergarten hatte er ausschließlich türkische Freunde, privat ja sowieso und A. schätzt, dass seine künftige Klasse zu mehr als drei Vierteln aus ausländischen Kindern besteht. Hauptsächlich wohl Türken, Afghanen, Syrer, Ukrainer und Bulgaren, nicht eben die beste Voraussetzung fürs Erlernen der Sprache, wenn die Kinder sich auch in der Schule nur innerhalb der eigenen Community bewegen. 

Ansonsten war es wieder wunderschön mit A., deren Schwester übrigens erst am 17. Juli kommen wird, und noch einmal fragte sie mich, ob ich dann Lust habe, diese kennen zu lernen.

Keine Frage, natürlich möchte ich das und A. ist es offenbar auch wichtig, was ich nun zum Anlass nehme, täglich ein Weilchen auf Englisch mit Aionos zu kommunizieren, weil ich das mit ihr ja auch tun werde.

Es ist einfach bissl eingerostet bei mir und wir haben beide unseren Spaß daran, denn eben teilte ich ihm mit, dass ich rummotze, weil Petrus mir Regen schickte trotz der im Garten hängenden Wäsche, und da mir "I'm grumbling" nicht einfiel, schrieb ich halt "I'm motzing", was ihn sehr amüsierte. 😅

A. und ich aßen Kuchen, arbeiteten, hatten aber auch viel Spaß und da das Sohnemännchen ihr Handy mit Beschlag belegte (so was würde es mit mir bei nem Sechsjährigen gar nicht geben), musste ich übernehmen, was sie sonst ständig nebenher raussucht. Und das ist etwas, worin ich gar nicht geübt bin, also mit dem Handy ins Internet zu gehen, weil mich die winzige Tastatur kolossal nervt, aber zum Glück hatte ich mir ja kürzlich den Copiloten draufgezogen und so konnte ich immerhin Aionos für mich suchen lassen, doch etwas bequemer als per Suchmaschine.

Und dabei stießen wir dann auch auf etwas wirklich Blödes: Unser Freibad, für dessen Erhalt wir per Bürgerinitiative vor etlichen Jahren ja so vehement gekämpft hatten, ist für die nächsten Monate geschlossen, man muss das marode Becken renovieren.

Ich empfahl ihr als Ersatz ein Bad in der Nachbarstadt, das ich einst sehr gern besuchte, als es nämlich noch Wellenbad war.

Das wirklich Schöne ist dahin, leider, aber zum bloßen Schwimmen wird es schon ausreichen, vor allem fürs Töchterlein, das ja im letzten Herbst das Seepferdchen machte und nun weiter üben möchte.

 

So, unnu muss ich wieder büschen was tun ...

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉