Aber zunächst war da ja mal die Hühersuppe, für die ich eine Maispoularde ergattert hatte.
Immerhin das, denn bei Netto stehe ich ansonsten immer vor dem gleichen Problem, dass ganz elementare Dinge in den Regalen fehlen. Mal ist es Quark, mal Brot, mal Essig Essenz oder Nudeln und vorgestern betraf es neben vielem anderen leider auch das Suppengrün, wo gähnende Leere in der Auslage herrschte, und blöderweise bieten die nicht wie Aldi auch einzelne Möhren an, sondern man bekommt sie nur, wenn man mindestens ein Kilo kauft, das ich aber natürlich für die Suppe gar nicht benötigte.
An sich sorge ich vor und habe immer separate Beutel eingefroren mit fertig geputzten Möhren, Sellerie bzw. Lauch, aber ganz sicher war ich mir nicht, ob ich von Ersteren noch hätte, da ich für Rex ziemlich viel davon verbraucht hatte.
Und es wurde eng, denn erst im letzten Winkel der tiefsten Schublade wurde ich fündig - ich sollte dringend daran denken, wieder frische Möhren einzufrieren.
So setzte ich das Huhn also zu mit Wasser, Suppengemüse und gab wegen der Farbe eine Zwiebel mitsamt der Schale hinzu, dann durfte das Ganze anderthalb Stunden köcheln und ich konnte zusehen, wie Rex unruhiger wurde, denn er bekam es genau mit, was abging, und freute sich offensichtlich schon sehr auf Haut und Knorpel.
Nach Ende der Garzeit fischte ich meinen Gockel heraus und packte ihn zum Abkühlen in die Speisekammer, die Rex ja niemals betreten würde, würzte das Süppchen mit Pfeffer, Salz, Muskat und etwas Sojasoße, gab noch eine Dose Spargel mitsamt der Flüssigkeit hinzu und nun hieß es schnell den Reis umrühren, von dem ein Kilo bereits im Topf vor sich hin zog, dann auf in den Garten, um Petersilie und Schnittlauch zu schneiden, mit denen ich den Reis auf den Tellern immer betreue, bevor die heiße Suppe darüberkommt.
Was aber natürlich erst geschehen konnte, nachdem das Huhn abgepult war, und am Ende hatte ich einen überglücklichen Mann.
Der übrigens einst klare Suppen komplett ablehnte, weil er sie bei seiner Mutter nur mit glitschigen Nudeln kennen lernte und so gar nicht mochte.
Im Gegensatz dazu liebte er Hühnersuppe, so wie ich sie mache, aber von Anfang an und seit ich Maispoularden dafür entdeckte, steigerte sich das noch mehr, bis er sich gestern fast überschlug vor Begeisterung:
"Eulähh, des isch net nur legg'r, des schmeckt einfach wunderbar", schwärmte er ein ums andere Mal und später musste ich ihm recht geben, denn auch ich fand dieses Essen sehr gelungen.
Zwischendurch fand ich die Zeit, ein paar bunte Eindrücke aus dem Garten festzuhalten:
Die Erdbeeren:
Und auch der Salbei beginnt gerade zu blühen:
Doch am Abend kam dann das böse Erwachen.
Wir gaben uns "Schlag den Star", das geht bis tief in die Nacht und hat reichlich Werbepausen, in denen ich mich immer wieder mit Taschenlampe in den Garten begab, denn ich hatte sehr wohl gesehen, dass jemand an meinen Blumen frisst, konnte aber nie auch nur eine einzige Schnecke entdecken und was ich nun fand, macht mich einigermaßen ratlos, denn die Biester sehen wie eine Mischung aus Wurm und (Nackt-)Schnecke aus, also taufte ich sie fürs Erste Wucken und wusste mir in meiner Not keine andere Rettung, als sie mit der Hand einzusammeln. 😮😵💫
Zwar staunte ich selber über mich, war ich doch einstmals so gestrickt, dass ich beim kleinsten Tierchen in Panik verfiel. Man kann wirklich eine Menge lernen, aber ... bissl ekelig war es natürlich trotzdem.
Dann brachte mich F. darauf, dass ich ja noch mehrer Packungen mit Gummihandschuhen herumstehen habe, die ich nun für seine Körperreinigung gar nicht mehr brauche, seit er sich wieder selber darum kümmen kann. Also stellte ich mir gerade eine davon hinten im Flur auf den Schuhschrank und werde heute Abend dann wieder auf die Jagd gehen. 🙄
Außerdem gab es noch zwei Gründe zum Stauen, zum einen meine Freundin aus Süddeutschland, von der ich seit über zwei Monaten nicht mehr hörte. Also fragte ich über WhatsApp kurz an, ob es ihr gut geht, und bekam zur Antwort, ja, alles in Ordnung und sie wolle mal sehen, vielleicht reiche ihr am nächsten Donnerstag ja die Zeit für ein Telefonat.
Sie ist alleinstehend, hat eine winzige Wohnung, also eigentlich kaum etwas zu tun, aber trotzdem nie Zeit für die kleinen sponanen Dinge, die das Leben doch eigentlich lebenswert machen. Die Selbstfürsorge frisst sie regelrecht auf, den lieben langen Tag verbringt sie mit irgendwelchen Übungen, die ihrer Gesundheit dienen sollen, oder fertigt Tinkturen an, die den gleichen Zweck erfüllen sollen.
Kleine private Telefonate nur nach Terminabsprache, das ist irgendwie gar nicht meine Welt, trotz aller Arbeit habe ich es lieber etwas flexibler, sogar so sehr, dass ich, wenn es dann endlich so weit ist, auf mein Früh-/Mittag-/Abendstück-Ritual mit anschließendem Nickerchen verzichte, denn natürlich kann sie - wenn überhaupt - immer nur genau um diese Uhrzeit. 🙄
Mit der übrigens auch Rex sein Tun hat, weil er dann damit rechnet, dass wir beide fürstlich speisen, stattdessen hängt das blöde Frauchen am Telefon, von dem er so gar nicht kapiert, wozu das eigentlich gut sein soll. Die Folge ist ununterbrochenes beleidigtes Fiepen ... 😁
Und dann überraschte F. mich grad sehr positiv, denn Badewanne war angesagt, doch vorher wollte er noch uffn Pott.
Als ich mich dem Bad wieder näherte, hörte ich auf einmal den Lifter summen. F. hatte es ganz allein geschafft, sich auszuziehen und das Gerät zu entern. Nun befand er sich bereits auf dem Weg nach unten ins warme Wasser und wurde von mir natürlich über den grünen Klee gelobt.
Erstaunlich, wie sehr man vermeintlich selbstverständliche Kleinigkeiten zu würdigen weiß, wenn man erst mal ganz unten angelangt war ...
Unnu werde ich zu ihm eilen und mich um den Rest kümmern.
Habt einen schönen Sonntag und ... bleibt bitte gesund! 😉




