Montag, 16. Februar 2026

Heute früh ...

... hatte F.  mit Übelkeit zu kämpfen, was in mir natürlich sofort die Alarmglocken schellen ließ, denn in Zusammenhang mit dem Herzen kann das auf Schlimmes hindeuten, aber der Blutdruck war in Ordnung und nach und nach besserte sich sein Zustand, so dass ich ihm eben endlich sein Mittagessen servieren konnte, Spaghetti nach Art des Hauses mit leicht veränderter Rezeptur, wie ich sie ja kürzlich mit Aionos besprach.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, F. war richtig begeistert und während er aß, bedauerten wir die Menschen, die sich so viel Mühe mit dem hiesigen Rosenmontagszug gemacht haben und sich nun durch Hagel und Wassermassen kämpfen müssen. 

Von früher erzählte ich und wie schön dieser Tag hier einst war, besonders im Stadtteil meiner Kindheit und Jugend, wo er traditionell hindurchführte.

Wir wohnten an einer Geschäftsstraße, auf beiden Seiten gab es unzählige gute Fachgeschäfte, die die Menschen auch von weiter her zum Einkaufen anlockten, zumal gegenüber eine ganz lange Arkadenzeile war zum Flanieren bei jedem Wetter und Parkplätze gab es dank der Parktaschen auch in Hülle und Fülle.

Am Rosenmontag war die Straße schon ab dem Vormittag für den Autoverkehr gesperrt, einige Straßenbahnen durften noch fahren, aber dann hatten auch die wegzubleiben, denn nun bereitete sich alles auf den Umzug vor.

Der Radio- und TV-Laden stellte riesige Boxen vor  die Tür, beschallte die ganze Straße mit Karnevalsmusik, es herrschte gespannte Erwartung, die Menschen waren gut gelaunt und fröhlich, die Erwachsenen tummelten sich an den Bierständen, schräg gegenüber lagen meine Großtanten bereits im Fenster, die Arme gemütlich  auf Kissen gestützt und auch andere Fenster waren schon geöffnet, hinter vielen sah man geschmückte Räume und verkleidete Menschen, die gemeinsam Party feierten.

Und irgendwann ging es dann los, die Vorhut kündigte den Zug an, es folgte Wagen auf Wagen, dazwischen immer wieder Kapellen und Funkenmariechen, die tanzten, was das Zeug hielt.

Doch, es gab auch einzelne Polizisten, teilweise hoch zu Ross, aber viel Arbeit hatten sie nicht, vergnügten sich genauso fröhlich wie das restliche Volk und und uns Kinder ließ man unbesorgt nach unten flitzen, wollten wir doch unsere Beutel vollbekommen mit Kamelle.  

Später, als wir schon 16, 17 oder noch älter waren, zog ich dann mit A. los, eine Kneipenrunde durch die Stadt, überall herrschte gute Laune und oft feierten wir bis in den frühen Morgen hinein.

Heute dagegen macht der Zug sicher aus gutem Grund einen riesigen Bogen um diesen Stadtteil, dessen jetzige Bewohner mit deutschem Brauchtum eher nichts mehr anzufangen wissen und den die andere A. immer als "Klein-Ankara" bezeichnet, weil sie sich dort - im Gegensatz zu mir - wie zu Hause fühlt.

So ändert sich alles und gerade stelle ich fest, dass sich zu meinem Mitleid auch ein wenig Erleichterung gesellt, denn bei diesem Mistwetter wird nicht so viel los sein auf den Straßen, vielleicht gibt es dadurch weniger Aggressionen und  gezückte Messer ... 

 

Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

PS: Und hier noch ein Bild von einer frühen Karnevalsparty, ich bin die zweite von links und sollte ein Veilchen darstellen. 🎉