Freitag, 3. Mai 2024

Eine ordentliche Plackerei ...

 ... war es gestern Morgen mit der Hecke.

Früher hätte ich darüber gelacht, aber auch ich selbst bekomme dank des hartnäckigen Hustens nicht gut Luft und dank meiner Wackelbeine (im Sommer muss ich mal sehen, ob man dagegen nichts tun kann) traute ich mich eh nicht auf die Leiter, sondern schnitt nur, so weit ich mit der Heckenschere hochreichen konnte, und das eh nur von außen, denn von innen ist es mir im Moment piepegal, wie das aussieht.

Erschwerend kommt hinzu, dass das neue Gartentor ja immer noch nicht installiert ist und ich Arbeitswerkzeuge sowie die gefüllten Abfallsäcke mühsam über die Notverrammelung wuchten muss.

Sonst konnte mir F. dabei zumindest insofern helfen, alsdass er von innen etwas annahm oder herüberreichte, nun musste ich auch das allein machen, also quälte ich mich ziemlich durch, schnitt überkopf und gebückt, kehrte, sammelte auf, packte in Säcke, rupfte Unkraut aus den Bürgersteigritzen usw. ...

Dann tauchte M. auf, der Nachbar von schräg gegenüber, frischer Frührentner und seinen Yorkie an der Leine führend.

Der Buschfunk funktioniert hier reibungslos, also wusste auch er Bescheid und war nun dementsprechend schnell heran - auf Neuigkeiten sind se ja alle immer scharf. 😁

Etwas ächzend erhob ich mich, brachte meinen Rücken in eine gerade Postition, stand Rede und Antwort, hörte mir vor allem auch an, wie es seiner Lebensgefährtin gesundheitlich geht, dann merkte ich aber, dass meine Beine zunehmend zu wackeln begannen, denn Stehen mögen sie gar nicht, also sagte ich ihm, dass ich nun weiternachen müsse und, hihi so ganz tief in mir drin schlummerte ein winziges Fünkchen Hoffnung, dass er vielleicht sagen würde, boah, du hast da noch derartige Berge liegen, weißte was, ich bringe schnell den Hund nach Hause und komme dir eben helfen.

Was natürlich nicht geschah, aber noch vor wenigen Jahren vermutlich ganz anders ausgesehen hätte.

So lange die Partyhütte in Betrieb war, trafen wir uns alle dort regelmäßig und man half sich gegenseitig. Sah F. z.B. vom Küchenfenster aus, dass gegenüber jemand viel von seinem Hänger lud, sprang er hinaus, packte eben mit an und andersherum lief es genauso.

Dann trennte sich U. von ihrem Mann, alles begann zu zerbrechen und schon ist sie dahin, diese einst so tolle Nachbarschaft mit all der gegenseitigen Hilfsbereitschaft.

Natürlich bekam ich meinen Mist auch alleine fertig, war gottfroh, als ich den letzten der schweren Säcke übers nicht vorhandene Tor gewuchtet hatte, und dann ging es drin im Haus weiter, wo ich wieder bis zum Abend ununterbrochen beschäftigt war, ohne dass wirklich große Dinge dabei gewesen wären. Lauter Kleinkram, aber eben zeitraubend ...

Unter anderem hatte ich einen vergnüglichen Mailwechsel mit der Sauerstofffrau, die bereits dafür sorgte, dass nun ein 15 Meter langer Schlauch unterwegs zu uns sein dürfte - ein weiteres Stück Freiheit für F., und auch für mich, wie ich hoffe.

Später wurde das noch ausstehende Medikament geliefert und unter reichlich Kopfzerbrechen stellte ich F. dann seine Pillenbox für die nächste Woche zusammen.

An sich kein Hexenwerk, aber etwas kompliziert wurde es durch das Kortison, mit dem man im KH anfing und das nun langsam verringert werden soll.

Vom KH hatte man ihm Pillen bis einschließlich heute mitgegeben, was für den Hausarzt aber offenbar aus den Unterlagen nicht ersichtlich war und so schrieb er mir den Medikationsplan ab Mittwoch, was ich nun um drei Tage verschob, weil ich denke, erst sollten die Tabletten vom KH weitergenommen werden.

Natürlich habe ich sämtliche Beipackzettel studiert und merkte dann auch noch, dass ich in der Hektik vom Dienstag vergessen hatte, die normalen Medis nachzuordern, also erledigte ich das über den AB und hoffe, dass ich sie gleich auf dem Weg zum Einkaufen in der Apotheke abholen kann.

(Schon eine tolle Sache, diese E-Rezepte ...)

Dann machte ich mich daran, sämtliche Unterlangen abzuscannen - einen Ordner rund ums Krankenhaus hatte ich eh von Anfang an angelegt, darin nicht nur Unterlagen, sondern auch alle Fotos und die Videos, die ich jeden Tag für F.s Schwester drehte, so dass nun alles wohlsortiert und beisammen ist.

Und so geht es gerade immer weiter, an dies muss ich denken, an das und ständig erweitere ich den Zettel auf dem Küchentisch, auf dem ich mir notiere, was ich am Dienstag mit dem Lungen-Doc alles besprechen will. 

Immerhin klappt es nun aber mit dem Schlafen auf dem Sofa ganz gut.

Schwierig macht es der Umstand, dass das Wohnzimmer recht klein ist, denn wenn ich TV-Sessel und Tisch weggeschoben habe, bleibt nicht mehr wirklich viel Platz, noch laufen zu können, und dann muss ich erst F. auf seinen Teil der Liegefläche verfrachten, bevor ich mich ans Ausziehen machen kann, denn er soll sich ja nicht anstrengen und krabbeln müssen ... 🙄

Hihi, und dann wurde es gestern noch einmal enger, denn die Gewitter zogen sich ja über Stunden hin, was unser Bübchen gar nicht erfreute.

So dicht wie möglich wollte er bei uns sein, und das hieß dann, hatte ich den Tisch ein Stück verschoben, lag er sofort mit mindestens einem Körperteil darunter, so dass ich ihn ständig hoch und zur Seite scheuchen musste und immer Gefahr lief, nun wirklich überhaupt kein Fleckchen mehr zu finden, wo ich selber noch sicher hintreten könnte, ohne mir bei den Umbaumaßnahmen die Haxn zu brechen ... 

Na ja, die Nacht ist vorbei, die Gewitter fürs Erste auch, aber es regnet weiter, also werde ich gleich wohl wieder auf die Mütze kriegen.

Man gönnt sich ja sonst nix und wer weiß, vielleicht ist so ein Regen ja auch gut für den Haarwuchs? 😁


Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉

7 Kommentare:

  1. Liebe, ich bin so frei und sag meinen Nachbarn frei raus, ob sie mir da nicht helfen könnten. Noch nie bekam ich einen Korb, im Gegenteil, es beglückte sie regelrecht. Allerdings springe auch ich jedem bei, sobald ich eine Notwendigkeit erkenne, selbst wenn es nicht nötig wäre. Schade, dass wir nicht Nachbarn sind.

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    1. Hihi, ich glaube, dass es Wege gibt, mit denen ich meine wirkungsvoller beglücken könnte. ;-))
      Ich ticke da ganz genauso wie du, wenn ich sehe, dass jemand Hilfe benötigt, bin ich da, und hier mit den Nachbarn lief das einst vor allem unter den Männern Hand in Hand. Da wurde ständig gemeinschaftlich herumgewerkelt, und ich glaube, irgendwie passte ich noch nie in diese Vorstellungswelt, als ich an fing, hier das Haussanieren und auch Dinge wie Heckeschneiden zu übernehmen.
      Tatsächlich sehe ich so etwas ansonsten nur Männer machen, vermutlich kommt daher gar keiner auf die Idee, dass man sich gegenseitig helfen könnte.
      Übrigens nehme ich da auch eh einen deutlichen Unterschied zwischen Stadt und Land wahr.

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  2. Früher hätte ich ganz einfach angemerkt: Neugier, dein Name sei Weib. Aber so einfach kann man das nicht mehr sagen. Ja, du hattest Recht meinem Bekannten steht eine MPU ins Haus und dafür kann er sich nicht begeistern. Er erzählte mir heute, dass es bei dem Führerscheinverlust noch weitere Kreise zieht: LKW und Segelschein weg. das kotzt ihn an. Das mit dem E-Rezept habe ich heute erstmals miterlebt Gewitter gab es hier nicht. Es hatte ziemlich abgekühlt heute. Von 23 Grad zu Beginn des Monats auf 12 Grad heuer. Am kommenden Sonntag gibts ein Sommertagszug. Ich bin dankbar für alles was ich erlben und erfahren darf. Also für F. weiterhin gute Besserung. Ich denke an euch.

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    1. Grins, in Zusammenhang mit einem von Einsteins Zitaten könnte man natürlich auch formulieren, Neugier, dein Name sei Intelligenz. 😂
      Logo, dass dein Bekannter an der MPU keine Freude hat, und das mit den anderen Führerscheinen ist wirklich ärgerlich, wobei ich übrigens ganz klar für 0,0 wäre, denn viele unterschätzen es einfach, wie viel sie noch im Blut haben und wie sehr das die Reaktionsfähigkeit verändert.
      Gell, das mit den E-Rezepten ist der Hammer?
      Ich hatte vorgestern Abend beim Arzt auf den Rezept-AB gesprochen und da unsere Karten in diesem Quartal bereits eingelesen wurden, brauchte ich gestern früh nur in die Apotheke zu gehen und die Mitarbeiterin fand die Bestellung bereits im PC vor, ohne dass ich noch mal zur Praxis hätte latschen müssen.

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  3. Hallo, Liebe "Rex-Mama!"

    Deine Arbeitswut is ungebremst.
    Ich staune, wie du das alles unter eine Hut bekommst? - Du nicht manchmal auch?

    Gut, dass die das Aussehen der Hecke derzeit egal ist. Hauptsache gemacht und niemand meckert.
    Beim Nachbarn finde ich darf man fragen, ob er mit anpacken würde? ... und doch gehts mir wie dir, zu 99,9 % hätte ich es nicht getan. Entweder man hilft freiwillig, oder lässt es eben bleiben.

    So eine Pillenbox zu bestückeln ist nicht immer leicht, das verlangt Routine, ich weiß noch, wie unsere Familie oder Vaters Schwesterfamilie diese bestückten. Da gibts auch eine Menge zu beachten.

    Bleibt zu hoffen, dass "F" bald die zusätzlichen Schlauchmeter bekommt.
    Dass ihr noch immer im Wohnzimmer nächtigt, ist wohl "F's" Zustand noch sehr viel ernster als ich dachte?
    Ich glaube, wenn einer das genießt, dann "Rex".

    Bleibt zu hoffen, dass ihr etwas Ruhe übers Wochenende findet.




    Liebe - hoffentlich wird die Plackerei weniger - Grüße
    Vom lifeminder

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    1. Doch, lieber lifeminder, ich staune mitunter auch über das Megapensum der letzten Wochen und dass ich am Ende doch alles irgendwie bewältigt bekomme.
      Und ja, Optik geht mir im Moment sonstwo vorbei, ich streiche grad auch rigoros zusammen, was nicht unbedingt sein muss, z.B. wird es weder bunte Blumen noch Gemüse geben dieses Jahr, weil mich die Pflege zu viel Kraft und Zeit kosten würde.
      Dieses Sich-helfen-Lassen, hm, ich fand es bei meiner Mutter immer schrecklich, dass sie so gut wie alles delegierte, angeblich wegen ihrer angeschlagenen Gesundheit, in Wirklichkeit wohl eher, weil sie selber keinen Bock hatte, und so wollte ich nie werden, also habe ich noch nie einen auf hilfloses Weibchen gemacht, sondern meine Dinge selber durchgezogen.
      Wenn jemand die Augen aufmacht und von sich aus Hilfe anbietet, ist das etwas Wunderbares, ansonsten würde ich wirklich nur im äußersten Notfall fragen, wenn überhaupt. ;-)
      F.s Zustand ist ernst, sehr ernst sogar und man kann es jetzt nur abwarten, ob er sich zumindest so weit bekrabbelt, dass er die Treppe zum Schlafzimmer bewältigen kann, wozu der längere Schlauch hoffentlich beitragen wird.
      Und immerhin ist es ja gut, dass wir uns mit dem Ausziehsofa behelfen können. ;-)

      Liebe Noch-türmt-sich-ziemlich-viel-Arbeit-vor-mir-auf-Grüße zurück! :-)

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    2. PS: Das mit der Pillenbox war etwas schwierig, weil der Hausarzt mit seinem Medikamentenplan mit Datum ab sofort einsetzte, während das KH ja noch zusammengestellte Tagesgaben für vier Tage mitgegeben hatte (wobei die Tabletten aber nicht mehr namentlich erkennbar waren).
      Nun musste ich entscheiden, ob ich erst mal wie vom KH geplant weitermache und dann mit dem Plan vom Hausarzt einsetze oder ob ich Erstere wegwerfe und sofort auf Doc umstelle.
      Etwas tricky, weil dabei das Kortison eine Rolle spielte, das er zunächst noch bekommt, das aber nun Stück für Stück reduziert wird, so dass er morgen in einer Woche komplett weg davon ist.
      Der Rest wird dann hoffentlich wieder so einfach, dass er das auch alleine hinbekommt. ;-))

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