Bereits um sechs Uhr schellte der Wecker, arg früh, nachdem die Heimfahrt gestern so stressig wurde, dafür stehen mir dann dank derer, die sich nicht zu benehmen wissen, später ein sehr langer Nachmittag und eine noch längere einsame, dafür aber laute Silvesternacht bevor.
Bin froh, wenn dieser nicht enden wollende Wust an Feiertags- und Wochenendfahrplänen endlich vorbei ist ...
Auf weitere Diskussionen mit meiner Schwägerin habe ich mich gestern nicht eingelassen, obwohl sie es versuchte.
Vom KH aus hatte ich ihr ein aktuelles Foto von F. geschickt, aber nicht wie üblich abends weitere Infos geliefert, sie bat von sich aus darum, ich brachte sie mit knappen Worten auf den neuesten Stand, zeigte ihr auch diese Atemgraphik und nun ging es erneut los, sie wollte darauf hinaus, dass ich mich jetzt ganz schnell um eine Atemschulung für F. kümmern müsse, stellte sich vor, das sei etwas, das man ungeachtet jeden unbeeinflussbaren natürlichen Impulses erlernen kann wie Fahrradfahren, F. müsse nur anders atmen, dann sei doch mehr oder weniger wieder alles gut.
Nein, darauf, mich wieder so weit runterziehen zu lassen, indem ich ihr nun erklärt hätte, wie es aussieht, wenn man eh nur noch eine Lungenfunktion von unter einem Viertel hat, hatte ich absolut keine Lust, also ließ ich ihr Geschreibsel irgendwann einfach so im Raume stehen, reagierte gar nicht mehr, denn ich benötige meine Nerven weiß Gott grad für anderes ... 🙄
Heute glitzert die noch dunkle Welt, bitterkalt ist es und nun muss ich auch schon anfangen mich fertigzumachen.
13:22 Wieder zurück, gezwungenermaßen, da sie es mit dem Ende der morgendlichen Besuchszeit ziemlich eng sehen und mich dann rausschmissen. Was vorher geschehen war, fasste ich für meine Schwägerin kurz so zusammen:
Ansonsten war alles in Ordnung und als die Schwester merkte, wie seine Atmung sich durch meine Anwesenheit zusehends beruhigte, schlug sie vor, dass wir es nun, während ich da bin, ja mal mit der "feuchten Nase" versuchen könnten, bei der er bisher immer Panik bekam, denn dann wird die Beatmung ganz ausgestellt, er erledigt alles selbst, bekommt nur etwas Sauerstoff zusätzlich, ähnlich wie mit der Nasenbrille.
Und dann war die Schwester sehr verblüfft, denn es funktionierte einwandfrei, keine Angst, keine Panik, nur ganz in Ruhe atmen. Dann musste ich wie gesagt leider gehen, hoffe aber, dass er nun verstanden hat, dass er es KANN. Abwarten, ob ich nachher noch erfahre, ob sie es dabei belassen konnten."
So ist es halt einfach, die Psyche spielt eine enorme Rolle und wenn man anderen Lebewesen etwas Geborgenheit, Wärme, Sicherheit vermitteln kann, dann kann das ungeheuer wichtig sein. War schon so, als ich meine kleine Schwester als Kind und Teenie ständig an der Backe hatte, es war und ist bei Püppi und Rex nicht anders und erst recht gilt das für F. in seiner absolut hilflosen Lage.
Im Gegensatz zu gestern verlief der Heimweg reibungslos, nur etwas erschüttert starrte ich von der Bahn aus auf das Haus, das gestern noch abbrannte. Wäre ich noch eine Stunde später dran gewesen, hätte ich nicht nur wegen des feigen Mordanschlages (offenbar Drogenmafia) in Düsseldorf festgehangen, sondern an dieser Stelle vermutlich auch noch einmal, denn wie ich in den sozialen Medien las, war die Straße während der Löscharbeiten komplett gesperrt.
Als ich zur Tür hereinkam, sah ich mit gewissem Erschrecken, dass eine unbekannte Handynummer versucht hatte anzurufen, noch in Jacke und Schuhen rief ich zurück, aber es war nur meine Tante gewesen, die aus mir unerfindlichen Gründen immer wieder zum Handy greift, statt das Festnetz zu benutzen.
So, nun gibts erst mal einen Schoko-Cappuccino und dann werde ich mich ans Abbauen des Tannenbaumes machen.
F. weiß Bescheid und ist zwar betrübt deswegen, aber im Moment gibt es Wichtigeres und ich werde den Platz auf jeden Fall für meinen Liegestuhl benötigen, wann auch immer er nach Hause kommen darf.
Spannend wird es noch mit der Sauerstofffirma. Der Tank hat sich allen durchs Herumstehen innerhalb von drei Wochen auf die Hälfte geleert, sicherheitshalber sollte er gefüllt werden und meine nette Ansprechpartnerin in der Firma hat mir versprochen, sich darum zu kümmern, dass ich morgen auf jeden Fall vormittags beliefert werde.
Besser wäre es, denn spätestens ab viertel vor zwei bin ich nicht mehr zu Hause, hoffen wir also, dass die sich wirklich dran halten.
Ich wünsche euch einen guten Rutsch in ein Jahr, das euch nur Positives bringen möge ...

Bei der Reha erlernte ich auch eine andere Atemtechnik, warum ich das NICHT geändert habe kann ich nicht sagen. Heute Morgen auf dem Weg zum Einkaufen wurde ich Zeuge bei der Anlieferung von einem großen Gasbehälter. Ein junger Mann zog den Behälter zu einer Haustüre. Die Bäckereifiliale hatte viel mehr Personal als sonst.
AntwortenLöschenBei uns hier im Ländle gibt es noch einen Feiertag: der 6. Januar. Ich wünsche dir und F von ganzem Herzen einen guten Rutsch und vollem Gesundheit.
Ich weiß, erinnere mich gut an den 6.1. als Feiertag, im Moment bin ich aber sehr froh, dass er hier keiner ist, denn an normalen Wochentagen sind die Nahverkehrs-Verbindungen sehr viel besser.
LöschenDanke und auch dir einen guten Rutsch in ein gesundes und friedliches Neues Jahr!
Hallo, Liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenZuerst einmal liebe ich es zu Lesen, dass "F" schon wieder Fortschritte macht. - Die selbsständige Atmung wird ihm das Selbstvertrauen geben . um bald weitere Genesungsfortschritte zu tun .und um schnellstens zu dir und dem Rex-Bubi zurückzukehren.
Das du heute gut hin- und zurückgekommen bist beruhig mich doch sehr. Gerade an solchen Tage fällt nämlich auch gerne mal Bus oder Zug aus.
Deine Schwägerin ist schwer für mich zu Verstehen.
Was gibt sie denn Gesundheittipps und Co - wenn da Fachpersonal sagt, was zu tun ist, außerdem du jeden Schritt mit ihm gegangen bist - und mit Sicherheit besser weißt, was "F" braucht.
Deine Tante scheint wirklich sehr munter zu sein, dass sie sich so regelmäßig erkundet ist einfach schön zu Lesen.
Ich bin wirklich froh, dass Rex an deiner Seit ist und somit zumindest etwas Gesellschaft um dich herum ist - wollen wir mal hoffen, dass wir - wenn die Uhr von 26 auf 27 springt, nicht mehr auf 25 blicken müssen, sondern frohen Mutes nach vorne schauen können.
Liebe - Auf ein Jahr voller Lachen, Gesundheit, Einträgen, auf unsere Familien und unsere Blognachbarbarschaft - und Freundschaft im Jahr 2026 - Grüße
lifeminder
Wäre ich auch heute nachmittags zu ihm gegangen, lieber lifeminder, dann hätte es wirklich eng werden können, denn nach allem, was ich lese, erwartet man auch in diesem Jahr heftige Randale, da kann esnicht nur gefährlich werden, sondern natürlich auch Bahnen und Busse ausfallen.
LöschenAlso sitze ich nun daheim und freue mich auf einen gähnend langweiligen Abend.
Liebe Mich-deinen-Wünschen-für-uns-alle-anschließe-Grüße zurück! :-)