Mittwoch, 26. November 2025

Ziemlich froh war ich gestern, ...

 ... dass ich vorgestern bereits den Aldi-Einkauf erledigt und auch die Betten noch frisch bezogen und gewaschen hatte, denn nach der Tortur beim Zahnarzt hätte ich nicht wirklich Bock auf so etwas gehabt.

Es wurde ein wenig ungemütlich und noch immer fühlt sich meine rechte Kopfhälfte an, als sei ein LKW darübergefahren, zumal ich mich zurzeit auch wieder an diesen seltsamen Stichen erfreuen darf.

Vor einigen Jahren ging das los, heftige Stiche im Kopf - beim MRT kam absolut nichts heraus - und nun treten sie alle paar Wochen unvermittelt wieder auf, immer an wechselnden Stellen. Mal ist es oben, mal seitlich, mal hinten ganz weit unten, mal rechts oder links, alle paar Minuten kommt dieses heftige Stechen, nur den Bruchteil einer Sekunde lang und das geht dann einige Tage lang so, bis es auf einmal wieder verschwindet.

Doof, dass es sich nun zeitgleich mit dem LKW meldet, aber da muss ich halt durch und überlege, ob ich mich nachher mit dem Backen der ersten Weihnachtsplätzchen ablenken sollte?

Einige Tausend, wo wie früher, werden es sicher nicht mehr, es ist ja keiner mehr da, den ich damit beglücken könnte, und F. sollte mit dem Zucker aufpassen, also werde ich mich auf wenige Bleche beschränken, mal sehen, ob ich mich gleich dazu noch durchringen kann, obwohl ich am Freitag eh auch schon wieder Kuchen backen werde, denn irgendwer sollte mir ja einen machen. 😅

Ansonsten nix Neues hier, bis auf dass mich Rexibubi gestern wieder sehr erfreute. Mangels brauchbarem Gartentor muss ich die Mülltonnen ja immer durchs Haus rollen, um sie rauszustellen, nun war es wieder so weit und immer habe ich die Schwierigkeit, dass mir Rex nicht durch die dann offenstehende Haustür ins Freie rennt.

Wenn der Gasmann kommt, hat er das inzwischen gut verinnerlicht: Das Telefon schellt und schon macht er sich freiwillig auf in Richtung Gartentür, weiß genau, dass er dort dann solange in Sicherheit warten muss, und nun scheint er es auf die Mülltonne auch übertragen zu haben, denn er schaute mich an, so als würde er überlegen, dann marschierte er schnurstracks raus, ich konnte die Hintertür schließen und vorne in aller Ruhe alles aufreißen.

Gutes Hündchen ... 🥰

Ach ja, und gestern Abend schauten wir uns noch die Dokumentation über Leni Riefenstahl an, die wir vorgestern aufgenommen hatten, und wieder wurden wir beide sehr zum Nachdenken angeregt. 

Eine junge Schauspielerin und Tänzerin kann ihren Weg aufgrund einer Knieverletzung nicht wie geplant fortsetzen und verlegt sich aufs Fotografieren und Filmemachen, mit für die damalige Zeit höchst innovativen Methoden.

Für dieses Schaffen muss sie regelrecht gebrannt haben, selbst in hohem Alter begannen ihre Augen noch zu blitzen, sobald es darum ging, sie feierte grandiose Erfolge, wodurch dann das Nazi-Regime auf sie aufmerksam wurde und ihr Großaufträge erteilte. 

Ich versuche mir oft vorzustellen, wie es sich vor langer Zeit angehört haben muss, wenn sich eine römische Legion näherte, der Gleichklang vieler Tausend genagelter Stiefel, dazu Musik, Fanfaren - das muss höchst beeindruckend, für die Feinde natürlich beängstigend gewesen sein und wie erst hat es sich mitten in einem der monumentalen Reichsparteitage angefühlt, zumal wenn man mit der Kamera mittendrin steckte?

Schon beim bloßen Anschauen der Filmaufnahmen riss uns die gewaltige Atmosphäre mit, obwohl wir im Gegensatz zu den damals Anwesenden ja genau wissen, welches Grauen dabei herauskam, und wie leicht ist es doch für die Spätgeborenen, die Älteren mit Vorwürfen zu überziehen.

Ihr hättet doch wissen müssen, hm, selbst wenn sie gewusst oder zumindest geahnt hätten, was hätten sie denn tun sollen? Den Mund aufreißen, auch auf die Gefahr hin, das mit dem Leben zu bezahlen? 

So viele Gedanken hätte ich dazu und zu Frau Riefenstahl gerade noch, aber F. kennt heute kein Erbarmen mit mir, schaut sich drüben an seinem PC Soul-Videos an und die immense Lautstärke erstickt jede Konzentration bei mir im Keime, also gehe ich nun lieber in der kalten Küche Rosinenhöckerlis backen.

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 

6 Kommentare:

  1. F. könnte auch Rücksichti auf dich nehmen, zumal da du ja Schmerzen hast und lädiert bist. Schließlich gibt es Kopfhörer.

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    1. Klar gibts die, aber sie bringen nur was, wenn man sie auch benutzt.
      Gestern fragte ich ihn dann ganz freundlich, ob ihm schon mal jemand angeboten hat, ihn ungespitzt in den Boden zu rammen? 😁

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  2. Hallo, Liebe Rex-Mama!

    Kann es sein, dass du gestresst bist, solche Stiche wie du sie beschreibst könnten eine Art Stresssymtome sein?

    Deine Backe - das hört sich nicht wirklich gut an.
    Wenn es dich ablenkt - und du lust hast, solltest möglicherweise wirklich Weihnachtsplätzchen backen.
    Hast du denn dann dabei TV oder Radio oder sogar vielleicht Weihnachtsmusik laufen.

    "F" schaut Musikvideos - dann noch gleich mehrere am Stück.
    Der Kerle ist - sieht man von seiner Krankheit ab, ein Jungbrunnen. Und "F" ist wohl einer der wenigen Menschen - alleine durch deine Umschreibungen, an den ich sogar öfters auch einen Gedanken verschwende, obwohl ich noch nie auch nur eine Silbe mit ihm gewechselt hab.

    Ist das bei Rex-Bubi die Altersmilde?
    So ein cleverer Bursche. Wenn Rex ausgesperrt ist, bei Gasmann und Co - bellt er dann denn, wenn er denjenigen erspäht?

    Die Dokumentation hatte Papa auch gesehen - er war eben so beeindruckt wie ihr.

    Ich kann zwar über Stunden zuhören - aber es ist noch immer so, dass ich mir so schwer tue derzeit Filme zu schauen oder Dokumentationen.

    Rosinenhöckerlis und Soul - klingt nach einem abgefahrenen Mix!

    Ich wünsche dir beste Genesung, liebe Rex-Mama!



    Liebe - soulige - Grüße
    lifeminder

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    1. Gut möglich, dass du damit richtig liegst, lieber lifeminder, heute früh war ein gutes Beispiel. Während der Nacht blieb alles ruhig in meinem Kopf, doch als ich wach wurde und mir noch vor dem Aufstehen überlegte, was es heute abzuarbeiten gilt, kam der erste Stich.
      Und lach, Lust zum Arbeiten habe ich eigentlich nie, erst recht nicht auf den langweiligen Küchenkram, aber genau wie du vermutest, mache ich mir dabei dann drüben den kleinen Fernseher an und wenn ich Glück habe, läuft auf Phoenix oder ZDFInfo irgendwas Interessantes.
      F. verbrachte in jungen Jahren viel Zeit mit amerikanischen GIs, zu denen auch sein bester Freund gehörte, der dann leider in Vietnam fiel. Daher stammt seine Vorliebe für "Black Music", was ja an sich okay ist. Nervig wird es nur, wenn er ein Lied nach dem anderen anklickt, ohne sie durchlaufen zu lassen. Er bastelt dann meist herum, schaut, was davon er sich auf Handy oder Tablet schicken und speichern will, und das es sich für mich wie auf einer Kirmes anfühlt, das kriegt er kaum mit, ist dann völlig gefangen in seiner Sache.
      Im Grunde ist es mir ja sogar recht so, denn ich entsinne mich mit Grauen daran zurück, wie er nach den Krankenhausaufenthalten nur noch teilnahmslos im Sessel hing, an gar nichts mehr Interesse hatte.
      Da lieber so, nur warum er keine Kopfhörer benutzt, das verstehe ich einfach nicht. 🙄
      Rex sieht den Gasmann nie, die Hintertür vom Flur zum Garten ist nicht etwa aus Glas, sondern ganz massiv, und nein, er bellt dann nicht. Meist geht er ja nun von sich aus freiwillig ins Freie, hat wohl resigniert, weil er weiß, dass er eh nicht drumherumkommt. Manchmal kratzt er dann an der Tür und jault ganz bitterlich - armer, armer Hund 🤣-, aber in der Regel weiß er sich draußen zu beschäftigen auf einem seiner Schleichwege.
      Bei mir ist es übrigens auch so, dass ich Dokus oft mehr höre als sehe, denn egal, ob ich in der Küche mit dem Rücken zum TV arbeite oder im Bett noch etwas laufen habe, die Augen haben meist anderes zu tun, aber allein das Hören genügt mir dann schon. ;-)

      Liebe-vielen-Dank-für-deine-Wünsche-Grüße zurück! :-))

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  3. Ich kann nachvollziehen wie es dir nach dem Zahnarztbesuch ergangen ist. Ich denke an frühere Zeiten als meine Mutter Plätzchen gebacken hat. Heute habe ich die Chance selbst gebackene Plätzchen zu bekommen. Und ich gönne mir Lebkuchen - Elisenlebkuchen - selbst gemacht. Ich freue mich am 1. Dezember einen Adventskalender zu beginnen, den ich geschenkt bekommen habe. Früher hatte ich einen Kalender ohne Schokolade. Von meiner Patentante bekam ich dann einen mit Schokolade. Darüber habe ich mich immer sehr gefreut.

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    1. Wie, du backst dir tatsächlich selber Lebkuchen? 😮
      Da wäre ich ja glatt am Rezept interessiert und wünsche dir schon mal guten Appetit.
      Adventskalender bastelten wir einst manchmal gemeinsam mit unserer Mutter.
      Es gab aus Pappe Knusperhäuschen zu kaufen, die man zusammenbaute und dann mit Leckereien beklebte. Drumherum bauten wir einen Zaun aus 24 bunt beklebten und mit Bonbons gefüllten Streichholzschachteln, von denen wir dann jeden Tag eine öffnen durften.
      F. hat übrigens auch einen Adventskalender mit Schoki. 😁

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