Montag, 19. Januar 2026

Sie kriegen mich ans Rennen

 Heute früh sollte ich zwischen acht und neun Uhr beim Hausarzt sein, also blieb mir nichts anderes übrig, als F. auf seinem Kackstuhl sitzen und ihn kurz allein zu lassen.

In der Praxis war der Deibel los, ich lieferte einen Ausdruck des endgültigen Arztbriefes ab, musste dann noch auf die Überweisung zum Lugenfacharzt warten, die wir eigentlich noch nie benötigten.

Ja, das sei, damit sie über alles informiert würden, erklärte man mir und ich verkniff mir zu fragen, was denn  nun eigentlich mit der neuen Patientenakte ist, die das alles doch angeblich überflüssig machen soll?

Bei den Medikamenten wird genau unterschieden, welche der Haus- und welche der Facharzt aufschreibt - was für ein Theater, das ist alles verdammt bürokratisch und zu Lasten der Patienten geregelt, die die Rennerei deswegen haben. 

Und wieder staunte ich, denn ein Mittel, dass F. bisher immer vom Hausarzt bekam, wurde nun zum Facharzt verschoben - die scheinen um jedes Rezept zu kämpfen, das sie nicht ausstellen müssen.

Das Gleiche beim zweiten Sauerstofftank - die Firma hatte mir geschrieben, das Rezept dafür könne der Hausarzt ausstellen, doch Pustekuchen, dieser behauptet, das nicht zu dürfen, also war klar, dass der Besuch beim Lungendoc sehr dringend ist.

Zunächst eilte ich aber mal nach Hause, um zu sehen, ob mit F. alles in Ordnung war, der ja völlig hilflos auf seinem Pott auf mich wartete, nichtsdestotrotz aber sehr guter Dinge war.

Rossmann und Aldi standen eh noch auf meinem Programm, Letzteres vor allem, weil es dort heute Nackenstützkissen gibt, von F.  sehr herbeigesehnt, weil er ja nun die ganze Nacht eine Maske tragen muss und sich auf seinen bisherigen Kissen damit nicht wohl genug fühlte.

Erst mal rief ich aber jetzt in der Lungenpraxis an, dachte mir eigentlich, ich könnte denen den Arztbrief vorab per Mail schicken, damit er ihn in Ruhe studieren und ich dann morgen vor allem das Rezept für den Sauerstoff abholen könnte, das ich ja in Papierform benötige, um es dem Faher mitzugeben, nachdem ich es meiner Verbindungsfrau zunächst per Mail zuschicken wollte.

Tja, nun verkündete mir die Mitarbeiterin der Praxis, nein, per Mail seien sie nicht erreichbar, wenn, dann nur per Fax.

"Oh", sagte ich, "über so etwas Altmodisches verfüge ich leider gar nicht mehr."

"Sagen Sie das mal meinem Chef", meinte sie und ich antwortete, "worauf sie sich verlassen können, das werde ich mit Sicherheit tun." 😁

Lange Rede, kurzer Sinn, nun musste ich auch dort heute noch hin, denn der zweite Tank ist nun einmal überlebenswichtig für F.

Vor Ort erklärte sie mir dann erneut, dass der Doc den Brief nicht mal eben zwischendurch lesen könne, sondern Zeit dafür bräuchte, was ich mit "Ja, das verstehe ich, wo doch auch ich selbst schon etwas länger brauchte, bis ich alles verstanden hatte" lachend quittierte. 🙃

Nicht mal das Papierrepezt für den Tank war ihnen gleich möglich, also habe ich mich nun erneut mit meiner Kontaktfrau bei der Sauerstofffirma kurzgeschlossen - per Mail natürlich, denn wir sind ja beide modern 😁- und das geht so klar.

Übermorgen werde ich es abholen und ihr sogleich als Kopie zumailen, das Original bekommt der Fahrer am Donnerstag und zusätzlich kommt morgen jemand, um den bereits vorhandenen Tank noch einmal aufzufüllen, denn F. hat schon reichlich davon verbraucht.

Passt prima so, denn nun rief eben auch noch die Firma ResMed an, also die, von der das Maskengerät stammt.

"Toll, dass Sie sich schon melden", sagte ich, "hätte ich mich auf Sie verlassen, wäre mir mein Mann am Freitag womöglich erstickt, aber zum Glück gibts ja KI", dann wurde ich aber freundlicher und war sehr angetan davon, dass man mir anbot, morgen jemanden zu uns ins  Haus zu schicken, der uns, vor allem auch mich, dann noch einmal gründlich in die Handhabung dieses Gerätes einweist.

Heißt also, für morgen habe ich gleich zwei Zeitfenster, die sich über viele Stunden hinzuiehen und in denen ich bereitstehen muss, abgesehen von all dem anderen, um das ich mich gerade kümmern muss.

Eben habe ich den Beleg für die Tagegeldversicherung eingereicht, hoffe, dass der so ausreicht, nun muss ich noch den neuen Medikationsplan einscannen, den mir die Lungenpraxis am liebsten schon gemopst hätte, aber ich bestand darauf, dass sie ihn sich kopieren, in der Hoffnung, dass zumindest diese Technik bei ihnen schon Einzug gehalten hat, denn den benötige ich selbst ganz dringend.

Ganz schön viel, was F. nun einnehmen muss, die neue Ladung aus der Apotheke, die schon wieder mit über 30 Euro zu Buche schlug, habe ich bereits sortiert und beschriftet, mir also auf jeder Packung notiert, wofür das Zeugs ist und wie viel davon F. zu welcher Tageszeit einnehmen muss. 

Inzwischen fühle ich mich wie eine Mischung aus Pflegerin und Sekretärin ... hm, vielleicht könnte man mich Pflekretärin nennen? 😅

Ach ja, wo ich schon beim Lungen-Doc war, bin ich natürlich auch noch hoch zur Frauenärztin, um endlich das Rezept zu holen, das ich im letzten Quartal verpasste, und wieder wurde ich unsicher, ob ich mich dort dauerhaft wohlfühlen werde, denn es war erneut wie ein Sprung in den Orient.

Mitarbeiterinnen und Patientinnen alle streng verschleiert, ein, der Art des Kopftuches nach zu schließen, arabisches Paar hatte ein kleines Kind dabei, das ungeheueren Lärm machte und ungehindert überall herumrennen durfte, selbst in offenstehenden Laborräumen tobte sich die Kleine aus, gefährlich für Kind wie auch alles dort Herumstehende, aber weder Eltern noch Mitarbeiterinnen schritten ein. 🙄 

Und nun muss ich hier hurtig weitermachen, die Rennerei hat mich verdammt viel  Zeit gekostet.

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 

 

PS: Nun rief die Lungenpraxis gerade an, der Doktor bezweifele, dass die Krankenkasse einen zweiten Sauerstofftank bezahle.
Okay, sagte ich, dann muss er zurück ins Krankenhaus, denn diese Verantwortung kann ich nicht übernehmen, dass wir am Ende womöglich ohne Sauerstoff hier sitzen und er mir erstickt.

Dann wird's allerdings richtig teuer für die Krankenkasse!

 

Ja, manchmal seien deren Entscheidungen tatsächlich so wenig nachvollziehbar, meinte die Dame und ich solle morgen früh noch einmal anrufen wegen des Rezeptes.

 

Unfassbar, wirklich unfassbar ...  

4 Kommentare:

  1. Bei mir ist das so, daß eine Mitarbeiterin aus der Apotheke einen Bepper drauf macht auf dem zu finden ist wie ich Tabletten einnehmen darf. Am Morgen und am Abend. Mittags ist nix vorgesehen. ehrlich gesagt überrascht mich das, daß die Praxis mit Fax arbeitet. Bei meiner Hausarztpraxis kann ich meine Sprechstundentermine online wählen. Auch wenn ich Tabletten verschrieben haben möchte geht das online. Alles findet sich dann auf meiner Krankenkassenkarte. Meine bisherige Krankenkasse teilte mir mit , daß der Wechsel zu meiner neuen Krankenkasse vereinfacht wurde. Meine neue Krankenkasse teilt dann digital mit, zu welchem Zeitpunkt der Wechsel möglich ist. Ich wußte davon nichts und habe bei meiner aktuellen Krankenkasse gekündigt. Bei einer Betragserhöhung gibt es ein Sonderkündigungsrecht. Nun ja, das ist eben deutsche Bürokratie.

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    1. Na, hoffentlich stehst du dann nicht zwischendrin auf einmal ohne Krankenkasse da?

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  2. Hallo, Liebe Rex-Mama!

    Das kann doch nicht sein, dass die sich querstellen so einen 2ten-Sauerstofftank zu bezahlen. Sollten die nicht alles tun um ihre Leute (Beitragszahler) auf die Füße zu stellen, damit sie weniger blechen müssen - da zahlt man Jahrelang ein. Jahrelang. und dann wollen sie nichts zurückgeben ... unfassbar, was ich da Lese mit dem Sauertofftank.

    Was mir auch nicht gefällt, die Warterei und telefoniererei die man von dir aberlangt. Übers Fax habe ich sehr gelacht - wobei das wohl eher Galgenhumor war.

    Das mit den vielen ÜBerweisungen - die du so plötzlich nicht mehr oder nur durch den Facharzt bekommst, ist auch nicht nachzuvollziehen. Machen, die denn nicht auch Kohle damit, mit jedem Rezept das sie ausstellen.

    Ich warte immer noch auf ein update deiner Hand?



    Was mich in diesem Blog über all euer leid hinwegtröstet - das "F" guter Stimmung ist. Das klingt wirklich danach als gehe es aufwärts.

    Toll wie du um die Gesundheit deines Mannes kämpfst! - Weniger schön, das du überhautp darum kämpfen musst :(


    Liebe - aufgeben ist auch weiterhin keine Option - Grüße
    lifeminder

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    1. So weit ich weiß, lieber lifeminder, unterlagen Ärzte doch bisher einer Budgetierung, d.h. überschritten sie mit ihren Verschreibungen ein bestimmtes Budget, hatten sie dadurch selbst finanzielle Nachteile.
      Inwieweit das inzwischen aufgehoben ist, weiß ich nicht, aber ich bekam es ja mit, wie streng die gebunden sind, was sie überhaupt aufschreiben dürfen oder nicht.

      Liebe Aufgeben-ist-absolut-keine-Option-Grüße zurück! :-)

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