... sowohl heute wie auch in den nächsten Wochen kaum mit unserem vertrauten ZDF-Programm zu rechnen ist, weil ein Sport-"Event" das nächste jagt und natürlich unbedingt dort übertragen werden muss.
Vielleicht sollten wir uns allmählich umstellen und ganz von den öffentlich-rechtlichen Sendern Abstand nehmen, denn das macht echt keinen Spaß mehr.
Dafür lief es mit dem neuen Badewannenlifter sogar besser als erwartet.
Der Gasmann war schon um 10 Uhr aufgetaucht, also blieb genügend Zeit bis zum Mittagessen und so rollte ich F. mit seinem Kackstuhl bis vor die Wanne, zog ihn aus - nur ganz kurz musste er die Nasenbrille dafür einmal abnehmen, ansonsten blieb sie ihm weitgehend, so dass er keine Sekunde Angst haben musste zu ersticken.
Als ich ihn dann ins bereits vorbereitete warme Wasser runtergefahren hatte, genoss er das sehr lange vermisste Gefühl über die Maßen, ich wusch ihn, bearbeitete seine malträtierte Haut noch kräftig mit dem Massageschwamm, dann ging die Fahrt wieder nach oben, ich trocknete ihn ab, hob ihm die Beine über den Wannenrand und konnte ihn dann wieder anziehen.
Wie neu geboren fühlte er sich und da es natürlich trotz meiner Hilfe für ihn ziemlich anstrengend gewesen war, gab es dann Essen und anschließend erst mal ein Stündchen unter der Atemmaske.
Dann schaute ich in den Briefkasten und fand dort ein Schreiben der AOK vor, das mich angenehm überraschte.
Ich sei als ehrenamtliche Pflegeperson tätig, teilte man mir mit und dafür wolle man gern für mich Beiträge in die Rentenkasse einzahlen.
Aber hallo, Ehrenamtlerin bin ich also nun? Und das mit der Rente gefällt mir natürlich mehr als gut.
Nur ein Formular im Internet muss ich dafür noch ausfüllen und dann schaun mer mal, was geschieht.
Über dieses Ehrenamtliche muss ich noch in Ruhe nachdenken, einerseits fühlt man sich natürlich anerkannt, andererseits stößt es mir aber irgendwie auf, wenn etwas so bezeichnet wird, das doch eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Später rief dann meine Dörflifreundin noch an und auch wenn wir uns schon ewig nicht mehr sahen und nur recht selten telefonieren, war da sofort wieder das Vertraute, das Wissen, dass ich dort im Dörfli in Nordhessen einfach zu Hause bin, seit jeher dorthin und dazugehörte.
So verging der Tag wieder wie im Nu und abends war ich so geschafft, dass ich schon um halb zehn unsere Notbetten herrichtete, wohl wissend, dass ich nicht lange würde liegen können, weil F. ja zurzeit auch nachts immer wieder nach seinem Stuhl verlangt.
Heute um halb eins werden endlich meine Haare geschnitten, deren im Moment so schwierige Länge mir ja während F. KH-Aufenthaltes genügend Probleme machte, und hinterher muss ich noch weiter für einige kurze Besorgungen, wobei ich mich aber sehr beeilen muss, denn F. sitzt ja während meiner Abwesenheit völlig hilflos hier.
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉
Hallo, Liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenWie dicht und fordernd euer Alltag weiterhin ist und wie viele kleine und große Dinge gleichzeitig getragen werden müssen. Da sind Sachen dabei, daran würde ich nicht im Traum denken.
Besonders fand ich die Schilderung des Badens – wie viel Vorbereitung, Aufmerksamkeit und Feingefühl darin steckt, dass wird mir hier erst klar und wie gut es dann doch wohlgetan hat. Ob ich das so hinbekommen würde?
Auch das Schreiben der „AOK“ wirkt wie eine besondere Form der Anerkennung, selbst wenn der Begriff ‚ehrenamtlich‘ zurecht zwiespältige Gedanken auslöst, denn vieles davon fühlt sich eher nach Selbstverständlichkeit als nach Ehrenamt an.
Schön war über das Telefonat mit deiner Freundin zu lesen, dieses Gefühl von Vertrautheit und Zugehörigkeit trägt einen ja oft durch die dunkelsten Zeiten.
Den Unmut über das viele Sportprogramm im Fernsehen kann ich bei dir gut nachvollziehen, auch wenn ich persönlich mit Blick auf die Olympischen Spiele Vorfreude verspüre und auch der Meinung bin, das gehört auch dorthin. – Aber das hast dir sicher schon gedacht.
Liebe – auch die Olympischen Winterspiele gehen vorbei – Grüße
Vom lifeminder
Doch, lieber lifeminder, wenn man muss dann kann man auch, das würdest du dann auch schnell merken, denke ich. ;-)
LöschenIch glaube, meinen Eintrag vom 23.1. hattest du nicht gelesen, darin ging ich auf ein anderes Thema ein, von dem ich einst auch gedacht hätte, soo was kann ich nie und nimmer und dann geht es am Ende doch. ;-)
Natürlich war mir klar, dass du dich auf die ständigen Sportübertragungen freust, aber ich muss auch sagen, dass ich in meinem realen Umfeld tatsächlich niemanden kenne, der sich das anschauen würde, und von den virtuellen Bekanntschaften, die auch nicht gerade wenige sind, höre ich es eigentlich nur von dir und Hermine, dass Freude daran empfunden wird.
Es gibt öffentlich-rechtliche Sender wie Tagesschau24, ZDFInfo, Phoenix, 3Sat usw., warum sollte es also nicht möglich sein, einen gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Sender zu etablieren, auf dem es rund um die Uhr um Sport gehen kann?
Ich würde das als zielgenauen Service betrachten, die, die es interessiert, können schauen ohne Ende und alle anderen ebenfalls das von ihnen Präferierte.
Ich will es mal so sagen, mich befallen inzwischen ähnlich mulmige Gefühle, ob ich mich nun abends auf meine Pritsche lege oder ob ich täglich in die TV-Zeitung schaue.
Bei beidem muss ich immer damit rechnen, dass mir wieder kräftig in die Suppe gespuckt und die Laune verdorben wird. ;-)
Liebe "Jo, das tun sie, aber dann kommt sicher schon das Nächste"-Grüße zurück! :-)