Bisher kam noch keine Nachricht von F., also rief ich gerade auf der Station an und erfuhr, dass er zwar im Stuhl sitzt - geht natürlich nur mit Hilfe -, und leider hat er die Sauerstoffmaske auf.
Das heißt, die Nasenbrille reicht ihm immer noch nicht.
Wo soll das nur hinführen?
Und F. selber hat sich auch weiternicht gerührt, erst um viertel vor zwölf kam das erste Lebenszeichen.
Man hatte ihn wohl recht lange im Stuhl sitzen lassen, dringend notwendig, aber ... nun tut ihm alles weh, jammert er und auf meine Frage, ob er inzwischen wieder die Nasenbrille trägt, kam leider keine Antwort mehr, aber so kenne ich ihn grunsätzlich ...
Ich selber habe mich den Vormittag über mit dem Antrag auf Pflegestufe vergnügt, war einiges auszufüllen, an zwei Stellen bin ich tatsächlich unsicher, werde Montag den sozialen Dienst im KH dazu befragen und leider merkte ich nun auch, dass ich den ganzen Kram auch heute noch mal mitnehmen muss, denn es fehlt noch eine weitere Unterschrift von F.
19:10 ... und hier der Kurzbericht für meine Schwägerin, der ich ein Foto beigefügt hatte von F., wie er über das große Tablet, das mit einem Schwenkarm an seinem Nachttisch befestigt ist, TV schaut:
"Er schaut fern, hatte zwar heute drei Mal die Maske auf, aber sonst ist alles in Ordnung.
Hab mich heute lange mit meiner Lieblingsschwester und auch noch einer Ärztin unterhalten, die mir beide erklärten, dass es darauf hinausläuft, dass F. dann auch für zu Hause neben der Nasenbrille noch eine Maske benötigen wird, die er dann bei Bedarf aufsetzen kann.
Klang eigentlich ganz gut alles."
Heute hatten sie ihn ziemlich rangenommen, fast vier Stunden musste er in dem Stuhl ausharren, der immer noch im Zimmer stand, kein Wunder, dass er sich wie zerschlagen fühlte, zumal auch die Maske ihn immer sehr anstrengt.
Außerdem wurde ihm endlich der Katheter entfernt, d.h. nun kann er eine ganz wichtige Sache wieder selber in die Hand nehmen, was ja besonders für einen Mann nicht ganz unwichtig sein dürfte. 🙃
Und jetzt habe ich gerade noch ein Weilchen mit Aionos geplaudert, weil mir heute Mittag die Idee kam, ob eine Smartwacht an F.s Arm vielleicht hilfreich sein könnte?
U. trägt diese Teile schon seit Jahren und ich konnte das nie verstehen, denn mir würde grausen, wenn ich mich ständig überwacht wüsste. Vermutlich hätte ich ununterbrochen Schiss, dass ich jeden Moment Nachricht kriege, dass etwas nicht stimmt ...
Doch bei F. sieht die Sache natürlich völlig anders aus. Wir haben zwar einen Pulsoximeter, also ein kleines Gerät, das man auf den Finger klemmt und das dann den Sauerstoffgehalt des Blutes anzeigt, nur ... im Gegensatz zum KH trägt man es daheim ja nicht ständig mit sich herum und da fiel mir dann U. ein.
Fakt ist, Smartwatches können tatsächlich den Sauerstoff messen, allerdings wesentlich unzuverlässiger als der Pulsoximeter und mit dem Warnen bei plötzlichem Abfall ist es wohl auch so eine Sache.
Das Beste wird sein, wenn ich darüber morgen mal mit dem Fachpersonal im KH rede, und sollte man dort der Meinung sein, dass es durchaus sinnvoll wäre, würde ich mir von Aionos bei der Auswahl des besten Modells helfen lassen.
Abwarten und nun ... habe ich erst einmal Hunger, zumal mir F. gerade schrieb, dass er den seinen schon mit Abendbrot gestillt hat.
Er war groggy, wird vermutlich den Rest des Abends verpennen, es sei ihm gegönnt, zumal sie ihn eben zum dritten Mal heute unter die Maske packten.
Lasst es euch gutgehen und ... bleibt bitte gesund! 😉
Ich erinnere mich noch an die Zeit als ich nach der Diagnose "Harnverhalt" auch einen Katheder trug. Keine sehr angenehme Sache. Wie du schreibst wird es in Zukunft so sein, daß er zusätzlich eine Maske tragen wird. Wie ist das zukünftig geregelt? Kommt dann auch der Gasmann? Meine Frage mag blöd klingen, es interessiert mich aber. Und dann die lästige Bürokratie beim Ausfüllen des Antrags für eine Pflegestufe. Ich denke, daß du da Unterstützung beim Sozialen Dienst des Krankenhaus bekommen wirst.
AntwortenLöschenHeute bekam ich ein Winterbild aus dem hohen Norden (Oldenburg). Sieht herrlich aus. Bei uns geht es mit den Temperaturen wieder aufwärts. Statt Schnee ist Regen angesagt. Gute Besserung für Fredl
Ja klar, den Gasmann werden wir noch dringender benötigen als bisher, denn hauptsächlich wird es ja bei der Nasenbrille bleiben, ab und zu dann getauscht gegen die Maske. Wie das gerätemäßig aussieht, blicke ich noch nicht so ganz, offenbar gibts für die Maske ein kleineres, dass man dann am großen Tank auffüllt. Die im KH werden sich darum kümmern ...
LöschenUnd klar ist die Bürokratie lästig, aber grundsätzlich finde ich es schon wirklich beeindruckend, wie viel Mühe sich da gegeben wird.
Danke für deine guten Wünsche! :-)
Hallo, Liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenDass „F“ zwar im Stuhl sitzen kann, aber weiterhin die Sauerstoffmaske braucht, zeigt, wie mühsam und zäh dieser Weg gerade ist. Dein leises „Wo soll das nur hinführen?“ Ist so gut zu Verstehen.
… und doch hoffe ich, letztendlich zum Bestmöglichen Ergebnis für Euch.
Vier Stunden im Stuhl sind wahrscheinlich therapeutisch wichtig, aber eben auch eine enorme Belastung, kein Wunder, dass „F“ sich dnach wie zerschlagen fühlt und die Maske ihn so anstrengt.
Vielleicht könntest ja mit „F“ ausmachen, das er einfach ein „ok“ eintippt. Zwei Buchstaben, dass du zumindest weißt er ist wach – und Geistig Handlungsfähig?
Bewundernswert finde ich, mit welcher absoluten Klarheit und Verantwortung du parallel all die Dinge stemmst: Pflegestufe beantragen, Formulare, Unterschriften, Gespräche mit Ärzten und dem sozialen Dienst. Das ist mindestens (okay fast) genauso wichtig als deine Anwesenheit am Krankenbett.
Deine Überlegungen zur Smartwatch zeigen, wie vorausschauend du denkst, vor allem aber das du nach wie vor Besonnen bist. Ich finde es echt stark, dass du auch beim Personal nachfragst. – Das ist so eine gute Idee, was wir „in ähnlichen Fällen“ viel zu wenig gemacht haben. Das habe ich mir nun notiert.
"F.", der über sein Tablet fernsieht, der Katheter, der endlich entfernt ist, ein Schritt zurück zur Selbstbestimmung.
Aber du tust ja tatsächlich was du angekündigt hast in den letzten Blogs und denkst offenbar wirklich zumindest ein bisserl mehr auch an dich.
Dein Hunger am Abend, tat wirklich sehr gut zu Lesen.
Ich wünsche euch sehr, dass die kommenden Tage etwas leichter werden. Dass sich der Einsatz der Maske wieder reduziert und ihr beide noch viel mehr Zuversicht schöpfen könnt. „F“darf jetzt schlafen und Kraft sammeln und du erlaubst dir das hoffentlich auch?
Liebe – fühl dich sowas von umärmelt und bleib ebenso tapfer - Grüße
lifeminder
Das trichtere ich ihm ununterbrochen ein, lieber lifeminder, dass mir ein Smiley oder auch einfach nur zwei blaue Haken reichen, um mir zu zeigen, dass er fit genug ist, das Handy in die Hand zu nehmen.
LöschenGerade sehe ich z.B., dass er online ist und dabei ist, mir zu schreiben, das ist dann immer eine riesige Erleichterung für mich.
Und ja, natürlich ist es bei solchen Überlegungen immer sinnvoll, Fachleute zu fragen, denn ich will ja so gut wie möglich für F. sorgen können und Ängste minimieren, so weit es möglich ist durch Überwachung.
Es ist übrigens nicht sein eigenes Tablet, mit dem er fernsieht, sondern die Station stellt Tablets wie zuvor auch das Radio auf der Fensterbank zur Verfügung, was ich bemerkenswert finde, denn normalerweise sind die Patieten auf Intensivstationen zu absoluter Langeweile verdonnert und hören nur das Piepsen der Maschinen.
Liebe Feste-zurück-Umärmelungs-Grüße!