Donnerstag, 15. Januar 2026

15.1.26 - 36. und hoffentlich vorletzter Tag auf der Intensivstation

 Hui, nun ging's grad aber rund.

Meine Nacht war sehr unruhig, x-mal musste ich selber aufs stille Örtchen (dem blöden Östrogenmangel sei Dank) und dann riss mich auch Rex noch zusätzlich dreimal hoch, mit der Folge, dass ich erst gegen Morgen überhaupt richtig ans Schlafen kam und dann prompt verpennte.

Ein Zeitfenster von 11 bis 14 Uhr hatte mir das Sanitätshaus mitgeteilt - was für ein Glück, dass ich mich gestern Abend, egal wie kaputt ich nach dem KH war, noch zum Einkaufen aufraffte, denn sonst wäre das in die Hose gegangen, weil mich der Fahrer um halb neun per Telefon weckte, er sei in ca. 20 Minuten hier. 😮

Also schnell Rex ausgesperrt, darin haben wir beide ja inzwischen reichlich Übung, dann alles vorbereitet und schon war er da, brachte neben Urinflaschenset und Bettpfanne dies hier:



 Und  hier  noch die  Fernbedienung für den Badewannenlift:


Die Fußstützen des Stuhles habe ich erst mal entfernt, um ihn auszuprobieren, jawohl, er lässt sich recht einfach durch die untere Etage bewegen, schafft auch die vielen Teppichkanten, wobei ich hoffe, dass dem auch noch so ist, wenn F.s nicht mehr sehr hohes Gewicht in ihm drinsitzt.

Dann zeigte ich dem Mann die Räumlichkeiten und erkundigte mich, wie es mit einem Bett ausgesehen hätte?

Sehr schlecht, da schloss er sich meiner Meinung an, denn selbst wenn es sich ins Wohnzimmer quetschen ließe, es fehlt dann schlicht an Platz zum Aufbauen, selbst wenn TV-Sessel und Tisch entfernt wären.

Also müssen wir wohl oder übel so klarkommen und ich lasse mich überraschen, inwieweit uns das ab morgen gelingen wird. 

Zumindest für den Anfang, wenn F. wirklich noch komplett aufs Gefahrenwerden angewiesen ist, wird es schwierig werden, denn um mit dem Stuhl bis ans Sofa zu kommen, muss ich dann jedes Mal meinen Liegestuhl komplett abbauen - sehr lästig, weil die Polsterauflage mit etlichen Schleifen befestigt wird und ich ja auch währenddessen irgendwohin muss mit dem ganzen Bettenzeugs.

Das wird ein nettes, vor allem kreuzschädigendes Hin und Her für mich werden, aber irgendwie muss es gehen ... 🙄 

 

19:15 ... und hier das, was ich meiner Schwägerin zusammenfasste:

"Habe mich noch lange mit der Ärztin unterhalten, sie gab mir etliche Rezepte, aber nun in den kleinsten Mengen, mehr darf sie nicht, mit und auch schon für mich das, was dann im Arztbrief stehen wird, der morgen dann aber wohl noch vollständiger F. mitgegeben wird.
In drei Monaten soll er per Einweisung vom Hausarzt zur  Kontrolle der Stents wieder hinkommen, danach sich allerdings  einen Kardiologen suchen, der in einem Jahr dann die nächste Kontrolle machen muss.
Sie war sehr angetan davon, dass ich F.s bisherige Medikamente alle auswendig wusste, das meiste soll er so weiternehmen, eines fällt weg, dafür dann ein anderes, außerdem schrieb sie ihm noch einen Vernebler auf, was mich sehr erfreute, denn bevor das ganze Theater losging, hatte ich genau den auf einem Zettel auf dem Küchentisch stehen, weil ich den Lungen-Doc darum bitten wollte - der Hausarzt durfte ihn nämlich leider nicht verschreiben. 
Für 12 Uhr ist der Krankentransport bestellt, d.h. dann kann ich morgens noch schnell in die Apotheke flitzen, um mich um alles zu kümmern. Was sie nicht dahaben, müssen sie dann halt liefern, denn ich werde F. erst mal nicht  alleine lassen wollen." 

 

Uff, und wieder habe ich einen Kopf wie ein Rathaus, zumal ich mir im KH auch noch einen  Beleg für die Dauer des Aufenthaltes besorgen musste wegen der Tagegeldversicherung.

Und nun mache ich mich ans Einscannen des ganzen Zeugs, werde dann auf dem Weg zur Apotheke noch beim Hausarzt vorbeigehen und denen schon mal eine Kopie dieses vorläufigen Briefes geben, damit der Doc sich einlesen kann.

Erst mal alles sortieren, meine zum Glück große Hand- kam mir bei der Heimkehr mehr wie eine Aktentasche vor, außerdem muss ich noch darüber nachdenken, wie ich F. beim Aufarbeiten vor allem des Komas helfen kann, denn auch heute kam er mir wieder mit völlig kruden "Erlebnissen", die er für real hielt.

Wenn ich ihm dann erkläre, dass das alles nur Alpträume waren, wird er regelrecht wütend ... das kann ich mir doch nicht alles nur zusammengeträumt haben, das hab ich wirklich erlebt ...

Ich versuchte es dann mit Drogen zu erklären: Du weißt doch, was für Horrortrips es da gibt, so ähnlich war das bei dir auch.

Haha, weil die mir auch Drogen gegeben haben ...

Na ja, so ähnlich war es schon, zumal sie dich ja auch noch volldröhnten mit Morphium ...

Eines wird mir dabei jedenfalls klar, ich lag schon sehr richtig damit, dass ich jeden Tag etliche Stunden an seinem Bett verbrachte, seine Hand, sein Gesicht streichelte, immerzu beruhigend auf ihn einredete, denn der Schein trog mich nicht, wenn ich mitunter das Gefühl hatte, dass er sich mitten im reinsten Horror befindet.  

Und ich glaube, das gilt für alle, die sich in Not, in einer ganz anderen Welt befinden, ob nun Koma, Demenz oder was auch immer: Dasein und reden - irgendwann gibt es sie immer, die kurzen Momente, in denen man zu ihnen vordringt, und das kann sooo wichtig sein ...

 

Unnu mache ich mich ans Sortieren, Einscannen, Kopieren ... 

 

Habt einen schönen Abend  und ... bleibt bitte gesund! 😉 

2 Kommentare:

  1. Hallo, Liebe Rex-Mama!

    Mir graust vor dem was dir da bevorsteht, so ganz alleine.
    Bleibt zu hoffen, dass "F" mithilft und auch den Willen hat, noch fitter wieder zu werden. Dazu dein Kreuz, dass sich - wie du ja auch selbst schreibst, stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

    Der Nachtstuhl sieht im Gegensatz zum Badewannenlift nicht besonders modern aus - aber das kann auch täuschen.

    Zumindest bist dann mal die Fahrerei los, was zumindest dich nichtaus den eigenen 4-Wänden reißt. Euch hoffentlich ein wenig Sicherheit gibt und Rex wird sich auch freuen, wenn ständig jemand in Weite ist.

    Gut, dass du noch das Einkaufen gestern erledigt hast. So bist zumindest das schon los.

    Das du alles einscannst ist prima - so kannst das nämlich auch später problemlos Krankenkass und Co zukommen lassen - die ja sicher Nachweise und Co. irgendwann sehen wollen.

    Es war bei euch in den vergangenen Wochen wie in einer Seifenoper - die jeden Tag neue Aufregung hatte - hoffentlich wird es jetzt wirklich etwas ruhig bei euch.

    Euch wünsche ich jetzt erstmal ein gemeinsames unaufgeregtes Wochenende.



    Liebe - Tag 37, "F" kehrt heim - Grüße
    lifeminder

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    1. Lach, lieber lifeminder, gibt es denn inzwischen modernere Kackstühle?
      Ich kenne sie nur so, seinen Hauptdienst wird er wohl erfüllen und nun bleibt abzuwarten, wie ich ihn mitsamt F. darin über die ganzen Teppichkanten geschoben bekomme.
      Mit der Sicherheit sieht es eigentlich genau andersherum aus, denn nun wird F. ja nicht mehr maschinell überwacht, sondern ich muss es selber tun und mich dabei weitgehend auf meine Sinne verlassen.
      Und was den Rest angeht, ich habe ihn seit 5 Wochen nur noch liegend erlebt, muss also abwarten, inwieweit er in der Lage ist, sich überhaupt nur allein zum Sitzen hochzuziehen, selbst das wird vermutlich nur mit meiner Hilfe gehen.

      Schaun mer mal ...

      Liebe 8:19-Grüße zurück!

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