Mittwoch, 28. Januar 2026

Es lief wie gehabt, ...

 ... um halb drei und dann wieder schon um sechse in der Früh war Schluss mit Schlafen, weil F. den Stuhl benötigte. Schon sehr mühsam, für mich wie auch für ihn selbst und ich muss auf seine Psyche aufpassen, denn kürzlich sagte er einmal zu mir: "Ich bin nur noch eine Last. Für dich ist das viel zu anstrengend alles, bring mich besser in ein Pflegeheim."

Was natürlich auf gar keinen Fall in Frage kommt, stattdessen arbeiten wir daran, dass er vielleicht doch noch mal bissl fitter wird, aber ... es braucht halt seine Zeit. 

Ein dickes Lob muss ich mal der Sanicare-Versandapotheke aussprechen. 

Den Lungenfacharzt selber habe ich ja noch gar nicht zu Gesicht bekommen, immer nur mit seinen Mitarbeiterinnen gesprochen, also lief alles über drei Ecken. Vor allem, was das Inhalieren betrifft, führte das zu sehr schwammigen Aussagen, die ich schließlich so interpretierte, dass F. mit dem neuen Vernebler, den er vom  KH verschrieben bekam, die restlichen medizinischen Inhalate noch verbrauchen soll, wenn auch nicht mehr vier-, sondern nur noch zweimal am Tag, danach soll er umsteigen auf  reine Kochsalzlösung, die wir uns gefälligst selber besorgen sollen.

Da ich die kleinen Portionsampullen im Internet für sehr  teuer befand, im Gegensatz zu den Infusionslösungen, die wirklich günstig sind, befragte ich die Praxisdame am Telefon auch dazu und sie meinte, Kochsalzlösung sei gleich Kochsalzlösung.

Hm ...

So ganz wollte ich das nicht hinnehmen, machte mir Gedanken darüber, ob es der Lösung in einer Halbliterflasche nicht schadet, wenn ich täglich nur eine minimale Menge entnehme, also schrieb ich Sanicare, wo ich beides angeboten fand, eine Mail und fragte, ob ich statt der teuren Ampullen auch die Flasche nehmen könnte?

Gestern kam eine Antwort, an der sich viele in der heutigen Servicewüste ein Beispiel nehmen könnten. Nicht nur entschuldigte man sich für die Verspätung (es dauerte nur wenige Tage), sondern man machte sich die Mühe, mir ausgiebig zu erklären, dass meine  Besorgnis zu Recht bestand, denn wenn so eine Flasche erst einmal angebrochen ist, sollte sie schnell verbraucht werden, da sie sonst verkeimen könnte - Gift für Lungenkranke.

Bei den Ampullen hingegen ist die Keimfreiheit garantiert, also muss ich in den sauren Apfel beißen, denn F.s Gesunheit geht vor.

Die AOK war weiterhin telefonisch nicht erreichbar und als ich nach einer Mailadresse suchte, stieß ich auf die  Möglichkeit, sich zurückrufen zu lassen.

Eigentlich mag ich so etwas gar nicht, weil einen das schon wieder bindet, aber es blieb mir ja nichts anderes übrig und dann hatte ich immerhin das Glück, dass mich eine Frau zurückrief, zu der der Funke sofort übersprang.

Gemeinsam stellten wir fest, was ich eh schon wusste, dass sich jede Menge überschnitt und im Moment ziemliches Durcheinander herrscht, auch was die Befreiung von den Zuzahlungen angeht, die ich letztes Jahr im November beantragt hatte, für die die Bearbeitungszeit aber zwei Monate beträgt, so dass wir jetzt erst mal die Zuzahlung fürs KH überweisen sollen, um sie dann später zurückzubekommen. 

Das neue Foto von F., das ich im Oktober hochgeladen hatte, ist verschütt gegangen, sie vermerkte nun, dass er keines mehr benötigt (Sonderregelung für Schwerkranke), aber da F. das nicht passte, lud ich später dann doch noch mal eines in den Account.

Ob der Arzt die Kochsalzlösung verschreiben kann, konnte sie mir leider nicht sagen, aber ich recherchierte später selber, dass das zwar möglich ist, aber nur, wenn sie als Trägersubstanz für ein medizinisches Präparat dient, heißt also, wir müssen sie selber löhnen, nach momentanem Stand der Dinge alle drei Monate knapp 50 Euro.

Hinzu kommt, dass das Maskengerät im Monat Strom für rund 10 Euro verballert, wie Aionos mir eben errechnete, und natürlich sind da viele weitere Ausgaben für destilliertes Wasser, Bettauflagen, Einmalhandschuhe und so weiter und so fort.

Ja, es gibt bei den Krankenkassen einen Maximalbetrag von monatlich 42 Euro für Pflegemittel, aber ... dann müssten sie in der Apotheke gekauft werden mit genauem Namensnachweis.

Den ich eher nicht erbringen kann, wenn ich den Kram bei Rossmann mitnehme.

Fazit, krank sein ist sehr, sehr teuer ... 

Und dann war da ja noch die Lampe.

Den Bewegungsmelder hörte ich im Dunkeln klicken, also konnte der Fehler  nur bei der Birne liegen, doch leider rührte sich auch mit der neuen nichts, als es endlich Abend war. 😮

Verdammt, es war die ideale Zeit, gerade ordentlich dämmerig, so dass sie anspringen müsste, aber noch so eben hell genug für ein erneutes  Öffnen der Schraube, wenn es nicht ausgerechnet jetzt zu regnen angefangen hätte, so konnte ich natürlich gar nicht ran, also vertagte ich das auf den Morgen und machte mir schon daran zu schaffen, als es eigentlich  noch zu dunkel dafür war.

Hoch  auf die  Leiter, mehr oder weniger blind stocherte ich nach der Schraube und nun ... geschah ein kleines Wunder, denn just in dem Moment, wo ich das Gefühl hatte, dass der Schraubenzieher endlich packte, machte es klick und das Licht sprang an. 😀

Nun funkioniert wieder alles, dauerhaft, wie ich hoffe, einziges Minus ist, dass die neue Röhre im Vergleich zur alten, die alles taghell erleuchtete, trotz ihrer hohen Lumenzahl wie ein gemütliches Leselichtlein wirkt, aber dafür verbraucht sie auch nur noch einen Bruchteil an Strom. 

Zum krönenden Abschluss habe ich mich dann auch noch langgelegt, und das nicht etwa gemütlich auf dem Sofa, sondern in der Speisekammer.

Dort unten am Waschbecken richte ich ja alles für Rex her, so dass seine Näpfe gar nicht mit der Küchenspüle in Berührung kommen, und als ich sein Trinkwasser gewechselt hatte, gingen mir beim Hochtragen ein paar Tropfen daneben.

Blöderweise trat ich unbemerkt genau dort hinein und als ich dann die zwei Stufen zur Speisekammer runterging, wirkte dies unter meiner Schuhsohle wie Schmierseife. Ein  Bein noch auf der Stufe, während das, das schon unten war, einfach davonglitt, zack, lag ich da, hatte mir die Zehen ordentlich verdreht und den Arm angeschlagen, aber sonst ist zum Glück nix passiert. 

Unnu muss ich hurtig los zum Einkaufen, denn morgen bin ich wegen des Gasmannes ans Haus gebunden, übermorgen habe ich Friseurtermin, so ist halt ständig was anderes ... 

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 

4 Kommentare:

  1. Es ist sehr sehr schwierig in ein Pflegeheim zu gehen oder zu finden in dem man Mensch ist. Ich selbst habe das bei meiner leiblichen Mutter erlebt. Allerdings habe ich das Gefühl gehabt, daß es ein Unterschied gab in dem Seniorenheim in der meine andere Mutter zur Pflege war. Bei der Sitzung des Ortschaftsrates am vergangen Dienstag griff der neue OB dieses Thema auch auf, denn hier vor Ort ist geplant ein neues Pflegeheim zu bauen. Das gravierende Problem scheint dabei Personal zu finden, das die alten Menschen nicht als Nummern oder Problemfälle sieht. Auch, wenn es sehr sehr mühevoll ist so denke ich, daß du den richtigen Weg gehst. F. kann das sicher sehr gut einschätzen und ist dankbar dafür. Wenn mich meine damalige Frau begleitete, dann war das für sie eher eine Pflichtveranstaltung die sie absolvierte. Ich denke noch an den Besuch zurück, die wir bei meiner Schwiegermutter in Kamerun absolvierten. Irgendwann stand waschen und duschen auf dem Programm. In dem Haus in dem wir wohnten war das nicht möglich. Also gingen wir in das Haus in dem die Mutter meiner Frau lebte.Warmes Wasser gab es nicht .... und die Einrichtung war sehr sporadisch.
    Bei meiner Krankenkasse war es so, daß man via Mail um einen telefonischen Kontakt bitten kann. Innerhalb der angegebenen Zeit wurde dann auch tatsächlich zurück gerufen. Ich wünsche euch eine gute Zeit

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    1. Ja, da mag es schon Unterschiede geben, trotzdem finde ich, dass das wirklich nur die allerletzte Möglichkeit sein darf, Menschen nach dort abzuschieben, zum Vorhof des Grabes sozusagen, wenn niemand da ist, der sich kümmern kann oder will.
      Ich höre es von den Leuten nebenan so oft, wie sehr sie ihr Zuhause vermissen, bei meiner Schwiegermutter war es nicht anders und glaube mir, F. ist überglücklich, wieder daheim zu sein.
      Schade, dass es in deiner Ehe so lief, bei uns steht halt nach über vierzig Jahren nach wie vor einer für den anderen ein - in guten wie in schlechten Zeiten - und im Grunde merkt man erst in solchen Extremphasen, wie die Beziehung funktioniert, bei uns wird sie noch wesentlich intensiver dadurch.

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  2. Hallo, Liebe Rex-Mama!

    Ich hoffe, "F" verliert bald den Gedanken an ein Pflegeheim - wart mal ab, wenn du mit ihm arbeitest, wird er ein gesundes Maß an Selbständigkeit zurückgewinnen, da bin ich mir ganz sicher.

    Toll - wie sehr du auch um ihn kämpfst. SElbst jetzt!

    Da sagst du was: Krank sein ist teuer! - Ich hoffe, sehr, das man euch zumindest einen Teil an Kosten abnimmt. Es kann ja nicht sein, das man nicht das Beste tut - um "F" Lebensbedingungen zu steigern - auch von denen ihrer Seite alles tut.

    Hey nichts passiert nennst du das: Arm aufgeschlagen! - Zehen verdreht! - Ich bin heilfroh, dass dir offensichtlich nichts gebrochen hast, ruhe dich aus und schmier was drauf, Sportsalbe etc. dass, das schnell alles besser wird.

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    1. Ist längst Schnee von gestern, lieber lifeminder, es war wirklich nichts weiter passiert und weh tut mir zumindest vom Sturz auch nichts mehr. ;-)
      Und ja, diese Gedanken werde ich ihm schon austreiben. Meist kommen sie, wenn ich nachts um zwei nicht hocherfreut jubele, wenn er ausgerechnet dann seinen Stuhl braucht und ich erst mal mein Notbett wegräumen muss.
      Wie gesagt dauert es alles sehr lange, immer noch ist an Laufen nicht zu denken, geschweige denn an einen eigenständigen Gang ins Bad, natürlich ist das auch für F. sehr bedrückend, aber wir arbeiten dran, dass er wieder etwas fitter und beweglicher wird.

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