Freitag, 9. Januar 2026

30. Tag, zurück auf Intensiv

 Abend und Morgen klangen zunächst noch sehr positiv, doch eben kam Nachricht von F., dass er zurück auf die Intensivatation muss, und nun bin ich so aufgeregt, dass mein Herz mir  schier aus dem Körper springt.

Noch eine halbe Stunde werde ich warten, dann rufe ich auf der Intensivstation an in der Hoffnung, mehr zu erfahren.  

9:49 ... keine Panik, sagte mir die Schwester, seine Atmung habe ihnen nicht gefallen, deshalb habe man ihn sicherheitshalber zurück auf Intensiv gepackt, mehr werde ich dann hoffentlich um  15 Uhr  erfahren, denn nun bin ich ja doch wieder an die Besuchszeiten gebunden, wenn ich auch immerhin eine halbe Stunde vorher reindarf.

Meine Güte, wer soll das alles aushalten ...??? 

 

18:45 ... und hier nun der Kurzbericht an meine Schwägerin:

"So, bin wieder daheim, es ist alles in Ordnung, er atmet jetzt wieder sehr gut. Ganz witzig war es, als der junge Arzt mit asiatischem Aussehen auftauchte. Ob F. auf einmal Probleme bekommen hätte auf der Normalstation, wollte er wissen, doch dieser hatte davon gar nix mitbekommen, hatte ganz fröhlich gefrühstückt und dann stellten die dort von sich aus fest, dass etwas nicht ganz stimmte.
Ach, wissen Sie, sagte später einer der Pfleger zu mir, mit dem ich mich lange unterhielt, bei uns ist er doch sehr gut aufgehoben, wir haben ihn ständig im Blick, während die auf der Normal vielleicht dreimal am Tag nach im schauen.
Genauso sehe ich es auch, gut dass er wieder dort ist, übrigens wieder in seinem alten Zimmer direkt gegenüber der Rezeption."

Als ich losfuhr, entdeckte ich im Briefkasten noch ein Schreiben der Krankenkasse, es geht um den Antrag für die Pflegestufe, den ich natürlich gleich mitnahm, um F. an den entsprechenden Stellen unterschreiben zu lassen.

Des Rest kann ich dann alleine ausfüllen, dachte ich zumindest, doch bei der  Frage  "Wobei benötigen Sie Hilfe" komme ich  nun gewaltig ins Trudeln, denn im Moment braucht F. sie ja bei allem, mit Betonung auf dem Moment, denn natürlich hoffen wir beide, dass sich sein Zustand erheblich verbessern wird.

Blöd, dass nun das Wochenende vor der Tür steht, ich werde das morgen früh mal in Ruhe studieren, doch wenn ich weiter unsicher bin, werde ich mich vielleicht am Montag erst mal mit dem sozialen Dienst des Krankenhauses in Verbindung setzen, die können mir hoffentlich auf die Sprünge helfen.

Wettermäßig hatte ich Glück, auf dem Hinweg benötigte ich zwar den Schirm, aber netterweise verzichtete Petrus auf den angekündigten Sturm, also ging es gut und den Rückweg schaffte ich trockenen Fußes, doch kaum war ich im Haus, fing es wieder an zu regnen.

Ach ja, und dann hatte ich noch ein nettes Pläuschchen mit fast der gesamten Mannschaft, die gerade Dienst tat. Scheinbar sind sie nicht sehr voll belegt - gut für F. und auf jeden Fall saßen oder standen sie nun alle hinter der Theke herum (wobei sie die Monitore eh immer im Auge haben) und ich nutzte diesen Umstand, um zu fragen, ob ich auch morgen wieder früher kommen darf.

Die Erklärung lieferte ich auch gleich mit, erzählte, dass es an meiner "Lieblingshaltestelle" für eine Frau immer unangenehmer wird, je später es ist, was sie alle gut nachvollziehen konnten, schon waren wir bei den Veränderungen unserer Stadt und ich erzählte, wie A. und ich Ende der Siebzigerjahre noch ganz unbeschwert und angstfrei auch spät in der Nacht in dieser Ecke  unterwegs waren, befand sich doch nur einen Steinwurf weiter unsere Lieblings-, wenn auch die allerverrufenste "Disko" weit und breit. 😁

Schade, dass ich zur Bahn musste, denn es war wirklich ein vergnügliches Gespräch, an dem übrigens auch B. aus Simbabwe begeistert teilnahm, die heute eh für F. zuständig ist, und weil ich nun schon mal am Sabbeln war, bedankte ich mich dann auch noch dafür, dass sie alle so ungeheuer einfühlsam und nett mit den Patienten sind.

Womit ich auf große Freude stieß - das bekämen sie auch nicht alle Tage gesagt,  meinten einige, sie seien eher an Meckern denn an Lob gewöhnt.

Eine Schande ist das, denn die Leute sollten sich wirklich mehr bewusst machen, was die da leisten!

Und dann kündigte ich noch an, was ich mir schon seit einigen Tagen überlegt hatte, nämlich einfach mal ein Dankeschön in Form eines Postings in einer Social-Media-Gruppe.

"Au ja", meinte die eine Schwester sofort, "machen Sie das mal, ich bin da auch Mitglied und werde es sofort liken.
 

Sie wird noch bis 22 Uhr arbeiten müssen, kann also erst später reinschauen, aber Likes gab es auch so schon ... sie haben es mehr als verdient und mir war es einfach ein Bedürfnis. 

 

Nun werde ich mal schauen, was an Fertigfutter ich mir heute gönnen werde, wobei mir das wirklich zunehmend auf den Geist geht.

Wird Zeit, dass F. nach Hause kommt und hier wieder gesunde und leckere Mahlzeiten serviert werden. 

 

Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 

4 Kommentare:

  1. Ja, ich habe mich immer mal wieder bei den Krankenschwestern bedankt für die Arbeit die sie tun. Das ist für mich eine Wertschätzung. Doch viele nehmen die Arbeit als selbstverständlich an. Nach dem Motto die bekommen doch ihr Geld für das was sie tun. Das ist vollkommen richtig. Und ich finde Menschlichkeit sollte ganz oben stehen. Ich erinnere mich als meine Mutter im Seniorenheim war. Eine Mitarbeiterin sagte mir später, daß meine Mutter die einzige Person war, die bitte und danke gesagt hat. Also ist das Verhalten meiner Mutter positiv gewesen. Heute war es richtig war mit plus 7 Grad. Ab morgen gibt es eine Änderung hin zur Kälte. Außerdem gibt es noch Warnungen für Sturmböen, die kommen sollen. Ich würde mich freuen, wenn es keine Probleme gibt und es weiter aufwärts geht.

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    1. Bitte und danke sollten wirklich immer dazugehören, gilt übrigens auch für Beziehungen, die schon über 40 Jahre Bestand haben. ;-)
      Hier soll es wohl auch wieder eisig werden ...

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  2. Hallo, Liebe Rex-Mama!

    Wie gut, dass „F“ auf der Intensivstation wieder so engmaschig betreut wird. Manchmal ist genau da auch irgendwie“ ein kleiner Anker für die Nerven.

    Die Belegschaft dort macht einem auch vom Lesen Freude, dass die von alleine gemerkt haben, dass da was nicht stimmt, ohne dass „F“ was merkte, das ist Beobachtung und Patientenbetreuung wie man sie sich wünscht.

    Deine Wertschätzung für das Pflegepersonal, sind wirklich bewundernswert. Dass du ihnen das auch direkt gesagt hast, ist wichtig und leider viel zu selten. – Wobei denen sicher auch klar ist, dass man meist dann so mit sich Beschäftigt ist und seinen Liebsten, dass man an solche Kleinigkeiten auch mal nicht denkt.

    Man merkt, wie sehr dein Herz bei „F“ ist.

    Das mit der Krankenkasse würde ich auch so machen, wer kennt sich denn besser aus wie die aus dem KH, da mal nachfragen ist sicher der optimale Weg.

    Jetzt wünsche ich euch aber das sich „F“ wieder stabilisiert.
    Wenn auch noch nicht gleich, aber bald Richtung nachhause denken darf. Auch für dich wäre das ganz wunderbar. Und auch das du von den Fertiggerichten wegkommst, die ja mal für einige Tage auch sehr lecker sein können, aber Dauerzustand ist das natürlich keiner.



    Liebe – fühle dich gedrückt und halt auch weiterhin durch – Grüße
    lifeminder

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    1. Das waren nun natürlich die Mitarbeiter auf der Normalstation, die merkten, dass etwas nicht stimmte, lieber lifeminder, die auf Inteniv hätte es viel früher gewusst, weil er dort ja komplett überwacht wird.
      Oh ja, ich würde ihn mir auch endlich wieder zu Hause wünschen, allerdings muss er dafür stabil sein und danns steht ja voraussichtlich eh noch die Reha an, die auch noch mal einige Wochen dauern wird.

      Liebe Zurückdrück-Grüße zurück! :-))

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