Zunächst weckte mich F. gegen drei Uhr in der Nacht, weil er dringende Sehnsucht nach seinem Kackstuhl empfand, also musste ich ruckzuck in die Pötte kommen ... 🙄
Tagsüber geschieht das eh oft genug, aber wenn ich wach bin, komme ich damit eindeutig besser klar. 😁
Gewiss, das ist kein sehr appetitliches Thema und doch finde ich es wichtig, darüber zu sprechen, denn letztlich kann es jeden von uns einmal betreffen, sowohl in die eine wie auch in die andere Richtung.
Nach den letzten beiden KH-Aufenthalten war F. immerhin noch in der Lage, den Rollator zu benutzen. Immer wenn Not am Mann war, setzte sich die Karawane in Bewegung, er mit dem Ding vorneweg und ich als Sauerstoffschlauchträger direkt hinter ihm. Bis ins Bad, wo ich ihm mit den Büxn half, so dass er sich setzen konnte, dann ließ ich ihn in Ruhe, bis er rief, weil er mich zur Verrichtung seiner Reinigungsarbeiten als Stütze benötigte.
Nun ist es Essig mit dem Rollator und F. kam tatsächlich seit einer Woche nicht mehr aus dem Wohn/Arbeitszimmerbereich nicht mehr hinaus, es muss alles hier erledigt werden inkl. Kackstuhl, wobei dann mein vollster Einsatz gefordert ist.
Nein, bei unserer Hochzeit vor nun knapp 40 Jahren machte ich mir weiß Gott noch keine Gedanken darüber, dass ich dem noch Anzutrauenden eines Tages würde den Arsch abwischen und cremen müssen, und nun bin ich selbst ein wenig erstaunt, dass es mir - uns beiden - relativ leicht fiel, sich daran zu gewöhnen.
Bei meinen Eltern wäre so etwas undenkbar gewesen, wenn Muttern sich die Beine rasierte, war das streng geheim, genauso wenig, wie sie andersherum Papa jemals ohne Gebiss sah - irgendwie waren sie stark auf ihre gegenseitige sexuelle Anziehungskraft gepolt und nichts auf der Welt durfte diese stören.
Bei uns lief es genau andersherum und in der jetztigen Situation muss ich sagen, zum Glück, denn das erleichtert nun doch einiges.
Wobei das zu meiner eigentlichen Natur so gar nicht passen will.
Als ich noch ein winziger Fuzzi war, schätzungsweise 4 Jahre alt, gingen wir an der Ostsee spazieren und mir fielen die vielen kleinen braunen Böbbelchen auf dem Weg ins Auge. Das seien Kaffeeböhnchen, erzählten sie mir und amüsierten sich köstlich, als ich begann sie aufzusammeln.
Nachdem sie Spaß genug gehabt hatten, verriet mir Muttern, dass es sich in Wirklichkeit um Hasenköttel handelte - die Folge war, dass ich noch jahrelang die Angewohnheit hatte, ständig an meinen Händen zu riechen, so tief saß der Ekel und so nachhaltig war er. 😢
Zwei, drei Jahre später saß ich mal uffm Thron, die Klopapierrolle war alle, ich musste sie wechseln und weiß noch ganz genau, wie ich überlegte, diese Rolle sei doch aus Pappe, letztlich also wie Papier und prompt warf ich sie in die Schüssel.
Wo sie natürlich beim Spülen nicht verschwand. O Gott, o Gott, was mochte mir jetzt bloß blühen? 😮
Meine Ahnung trog mich nicht, denn Muttern bestand darauf, dass ich ins Loch greifen und sie herausfischen sollte, aber ... ich konnte es nicht, es ging einfach nicht, ich war nicht fähig mich zu überwinden und heulte Rotz und Wasser vor lauter Ekel.
Was mir aber auch nichts half, denn meine Mutter ließ mich stundenlang dort hocken, so lange, bis ich mich endlich doch noch - unter heftigstem Schluchzen - überwand und den Griff "in die Hölle" wagte. 🙄
Genauso ging es immer weiter, meine Ekelschwelle war ungeheuer niedrig - ein Fleck auf dem Bürgersteig, wo ein Besoffener sich erleichtert hatte, und ich fing selber an zu würgen, musste die Straßenseite wechseln und wurde trotzdem das Würgen so schnell nicht mehr los ... ein Weichei durch und durch.
Was mir das Leben dann aber zum Glück Stück für Stück austrieb. Ich lernte, meine Panik vor Spinnen oder Quallen in den Griff zu bekommen und als dann meine kleine Schwester geboren war, musste ich oft genug das Wickeln übernehmen - Muttern fragte ja nicht danach, ob ich das ekelig fand oder nicht.
Die Hundehaltung war ein weiterer wichtiger Meilenstein, denn egal ob man die Hinterlassenschaften draußen aufsammeln muss oder ob daheim mal etwas daneben geht, egal aus welcher Richtung, es bleibt einem nichts anderes übrig, zumal nicht, als Püppi dann am Ende noch zum Pflegefall wurde.
Außerdem waren da noch meine Nichten, die in meiner Mama-Vertretungszeit auch ständig krähten, Piessauuu, Popo abputzen.
Nur als sie mir erklärten, dass die Mama das - so wie in Thailand üblich - immer mit der bloßen Hand und Wasser mache, da streikte ich und entschied mich für das mir doch bei Weitem vertrautere und angenehmere Klopapier. 😅
Von daher ... Übung macht den Meister, man kann vieles lernen, wenn man es nur wirklich will (oder muss).
Und dann ging es mit der AOK weiter, bei der die eine Hand nicht zu wissen scheint, was die andere tut.
Einen ziemlich großen Zettel habe ich auf dem Küchentisch liegen mit noch zu klärenden Dingen wie z.B. dem Foto.
Im Herbst hatte ich im Account für F. ein neues hochgeladen, weil sie das wünschten, doch wahrgenommen hat es offenbar keiner, kam doch nun ein Brief mit der Auffoderung, jetzt neue Bilder machen zu lassen, was bei F. ungeheuer schwierig sein dürfte, aber das scheint denen nicht bewusst zu sein.
Bei meinem Antrag wegen der Brücke ein ähnliches Spiel. Natürlich kam ich noch gar nicht dazu, mich darum zu kümmern, trotzdem schickten die mir innerhalb weniger Tage die Bewilligung, die allerdings beinhaltete, es gäbe keine Zusatzprozente, weil ich ja keinen Nachweis über das immer geführte Bonusheft erbracht hätte. Und das, bevor ich den Antrag überhaupt eingereicht habe ...
Und nun F.s Pflegegrad. Im KH hatten sie den vorläufigen Antrag eingeleitet, eine Frau kam ans Bett, um F. zu begutachten, musste ja sehen, dass er völlig hilflos ist, trotzdem bekam er nur Pflegegrad 2.
Den ellenlangen Antrag dazu habe ich ausgefüllt und auf Anraten des KHs erst jetzt abgeschickt, er kann noch gar nicht bearbeitet sein, trotzdem kam heute eine Mail, man solle in den Account gehen, wo ich dann das "Gutachten zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit" vorfand.
Alles ein heilloses Durcheinander und als ich nun versuchte anzurufen, meldete sich ein Band, das mit mitteilte, dass ich zwar bei der AOK sei, aber diese Nummer nicht erreichbar. Ich solle im Internet unter AOK.de schauen und die dort angegebene Nummer anrufen. Was aber dieselbe war, womit das Theater dann von vorn begann.
Bei allein weiteren Versuchen das gleiche Spiel, also werde ich heute vermutlich keinen mehr an die Strippe bekommen und muss den ganzen Mist auf Montag vertagen, etwas, was ich ja hasse wie die Pest. 😡
Und jetzt wird es auch schon Zeit, F. sein Mittagessen zu servieren, anschließend muss ich mich mal um seine Füße inkl. Nägel kümmern, langweilig wird mir also auch heute nicht werden und ich bin schon mächtig gespannt, ob ich den langen ersten Dschungelabend wach überstehen werde oder doch vorher erschöpft einpenne.
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉
Bei meiner Mutter war es zu Beginn auch Pflegestufe 2 (damals noch). Später ging es hoch auf 4. Vom Medizinischen Dienst kam immer Jemand zur Begutachtung. Obwohl es nicht sein darf war es die gleiche Person, sehr angenehm war die Frau. Nachdem meine Mutter beim Brand im Nachbarzimmer mit einer schweren Rauchvergiftung überlebt hatte und sie das Krankenhaus verlassen konnte wurde der Pflegegrad erhöht. Der Arzt meinte später sie hätte eine Lunge, als wenn sie täglich 20 Schachteln Zigaretten geraucht hätte. Ich wünsche dir, daß am Montag am Telefon eine positive Erfahrung machen kannst. Ich will ja nicht hetzen aber warscheinlich haben die 3 Media Markt Mitarbeiter den Mann aus Eritrea der ein neues IPhone kaufen wollte einfach nur falsch beraten. Deshalb hat er zugestochen. Ob einer der 3 Media Markt sein Leben verliert, was macht das schon. Gut, daß der Mann aus Afrika nicht abgeschoben wird. Wie kommt der denn überhaupt hier her? Ich plädiere für das vergasen der Alten so wie mich, das erspart weitere Rentenzahlungen. Söder plädiert für das Zusammenlegen von Bundesländern. Im Westen das Kalifat (ex_BRD) und im Osten gibt es nur das Bundesland Sachsen.
AntwortenLöschenWas bringt das Abschieben eigentlich, wenn sie doch jederzeit wiederkommen können? Man kauft sich neue Papiere mit anderen Namen, schon ist man wieder drin im System.
LöschenUnd was ist eigentlich mit deinem eigenen Blog, warum belebst du den nicht mal wieder?
Was Montag wird, mal abwarten, offenbar muss man schon sehr froh sein, überhaupt mal jemanden an die Strippe zu bekommen, und mit viel Glück ist das dann jemand Kompetentes und nicht ein Mitarbeiter eines ausgelagerten Callcenters, der von dem, was ich ansprechen muss, vermutlich nur wenig Ahnung haben wird.
Der Lang getraut sich nicht, seine Hassreden in sein blog zu schreiben. Er darf doch damit dein Tagebuch beschmieren.
AntwortenLöschenGelle, er ist der Helle.
Und dann kommt anonym ein Hanswurst daher und macht das Gleiche in Grün ...?
LöschenWas ist in diesem Lande nur geschehen, dass man sich vor allem im Internet nur noch "anhasst", statt miteinander zu reden und Argumente auszutauschen?
Liegt es ausschließlich an der vermeintlichen Anonymität des Internets? *grübel*