Montag, 12. Januar 2026

12.1.26 - Tag 33 auf der Intensivstation

 Jesses, was für eine Hektik auf einmal.

F. schaute gestern Abend bis fast elf Uhr "Schlag den Star", verabschiedete sich dann in die Nacht und als ich heute früh bis jetzt - 11:15 - noch nichts hörte, war mir fast klar, dass sie wieder an ihm herummachen.

Trotzdem packte mich aber irgendwann die Unruhe, also beschloss ich gegen zehn, mal auf der Station anzurufen, doch just als ich den Hörer in die Hand nehmen wollte, schellte das Telefon und aufgeschreckt wie ein vom Tode bedrohtes Hühnchen riss ich den Hörer in die Höhe und meldete mich fast schon mit einem Aufschrei.

Ach soooo, meine Tante war es, die Schwester meiner Mutter, die sich erkundigen und vermutlich bissl über Politik palavern wollte, doch kaum waren wir im Gespräch, hörte ich, wie im Hintergrund ein anderer Anrufer anklopfte.

So etwas passiert mir fast nie, daher habe ich mich auch niemals damit beschäftigt, wie man einen solchen Anruf entgegennimmt, während man den anderen in der Leitung hält.

Also half nur, die Tante auf gleich zu vertrösten, denn ich hatte nur gesehen, dass der zweite Anruf von einem Handy kam, und das hatte ich nun schon mehrmals von Ärzten.

Also legte ich auf, wählte die Nummer, nur um dann zu merken, dass es meine andere Tante war, diesmal Mutterns Schwägerin und natürlich auch die der Tante, die ich gerade so kurz abserviert hatte.

Es ist mir ein Rätsel, warum sie immer mit dem Handy statt vom Festnetz aus anruft, und noch rätselhafter ist, warum mein Telefon die Nummer nicht erkannte, nachdem ich sie nun extra eingespeichert  habe.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich brachte sie auf den neuesten Stand und rief dann die andere Tante zurück, die ja auch noch wartete, doch wieder war an ein entspanntes Gespräch nicht zu denken,  weil nur drei Minuten später der nächste anklopfte.

Wieder diese Unruhe und natürlich musste ich Tantchen nun endgültig beenden für heute, um dann allerdings herauszufinden, dass es die verdammte Telekom war, die mir wieder mal einen ihrer Callcenter-Typen auf den Hals hetzte.

Dass die es nicht blicken, dass ich solche Werbeanrufe nicht möchte, sondern Angebote, so sie denn welche haben, schriftlich unterbreitet  bekommen möchte ... 😡

Noch einmal versuchte ich es dem jungen Mann klarzumachen, ansonsten wimmelte ich ihn aber ab, denn denn auf diese eingeübten Gesprächsfetzen hatte ich absolut keinen Bock!

Tja, und dann hatte ich ja auch immer noch den Antrag auf Pflegestufe hier herumliegen, fast fertig ausgefüllt, nur bei der Frage, bei was F. Hilfe braucht, blieb ich hängen, denn im Moment kann er ja gar nichts selber außer herumliegen.

Zusätzlich gibt es noch einen Punkt, wo man angeben soll, ob die Pflege momentan woanders stattfindet, was ja der Fall ist, sich aber auch jederzeit ändern kann, also wusste ich nicht weiter und rief dann die Dame vom Sozialdienst des Krankenhauses an.

Nein, meinte  sie, ich müsse da im Moment gar nichts machen, denn sie hätten sich bereits um den vorläufigen Antrag gekümmert, alles andere sei ja noch in der Schwebe.

Verdammt noch mal, warum sagt einem das denn keiner????

Heißt also, ich hätte mir den ganzen Stress des Mitnehmens ins KH ersparen können, muss es jetzt nur liegen lassen und abwarten. Zudem sagte sie mir, sie würden sich auch um alles kümmern, damit ich mit allem Nötigen ausgerüstet bin, wenn F. nach Hause darf.

Hoffen wir mal, dass die wirklich an alles denken.

"Bettauflagen" fielen mir z.B. gestern Abend ein und auch eine Bettpfanne, gut möglich, dass wir beides brauchen werden, Erstere kann ich aber für ein vorläufiges Provisorium erst mal bei Rossmann besorgen.

Außerdem schleppte ich eben schon mal meinen Liegestuhl nach unten und nun verfluche ich gerade unser für solche Situationen echt zu kleines Wohnzimmer, denn ich habe noch keine Ahnung, wie das platzmäßig laufen soll, sollte F. wirklich zu schwach sein, mit dem Rollator bis zum Klo zu kommen, und wirklich den Kackstuhl benötigen, mit dem ich ihn ja auch durch die Gegend rollen könnte, wenn ich nur am Liegestuhl vorbeikäme, den ich dann nicht mal eben so an die Seite packen kann.

Seuuufz, da hat das Hirn wahrlich genug zu grübeln, aber nun muss ich mich erst mal meinen Umfragen widmen, bevor ich mich dann um viertel vor zwei im vermutlich fast den ganzen Tag anhaltenden Regen zum Bus begebe.  

Kurz bevor ich ging, korrigierte ich schnell noch einen Text für A., dann allerdings ging es rapdide berganb, denn als ich mir ein Eukalyptusbonbon in den Mund schob, blieb das an einem Zahn kleben, nur ganz leicht ruckelte ich mit dem Ergebnis, dass dann der halbe Zahn dranhing.

Ich brösele und einziger Trost war in dem Moment für mich, dass ... sollte mir doch einer der finsteren Gesellen, von denen ich abends an meiner "Lieblingshaltestelle" immer umgeben bin,  wirklich mal was tun wollen, dann ... beiße ich einfach zu, denn das Gebilde, das nun statt eines Backenzahnes in meinem Mund übriggeblieben ist, ist so spitz, dass der sicher erschreckt das Weite suchen wird. 

Meiner Zunge geht es übrigens ganz ähnlich, aber für Zahnarzt habe ich nun wirklich keine  Zeit ... 🙄

Und das war neben dem Dreckswetter noch das kleinste Übel, denn als ich zu F. kam, hörte ich ihn schon vor der Zimmertür stöhnen.

"Um Gottes Willen, das ist denn los?"

Schmerzen, nun zeigte er mir, wo genau hinen an der Seite es ihm so schrecklich wehtat.

Sofort legte ich mich im Gang auf die Lauer und schlug zu, als ich die Ärztin entdeckte ... ja, meinte, sie, nachdem sie ihn abtetastet hatte, er habe ohnehin schon eine Blasenentzündung, nun sei daraus wohl eine Nierenbeckenentzündung geworden.

Ich verfolgte mit, wie die Schwester im mehrmals die Temperatur maß, erst stieg sie leicht von 38,2 auf 38,3, inzwischen vermeldete er 37,9, also sinkt sie immerhin wieder.

Leider wirkt das Schmerzmittel, dass er per Tropf verabreicht bekommt, noch absolut nicht, es muss wirklich sehr böse wehtun, und nun bekommt er wieder Antibiotika verabreicht, ebenfalls intravenös, aber die Ärztin erwähnte, dass er die zur Not auch vollends oral einnehmen könne, was mich hoffen lässt, dass sie das Ganze als relativ gut in den Griff zu bekommen betrachtet.

Nichtsdestotrotz sind sie nun wieder da, die alles überlagernden bohrenden Sorgen und ich kann nur inständig darauf hoffen, dass das wirklich schnell besser wird.

 

Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 

4 Kommentare:

  1. Hallo, Liebe Rex-Mama!

    Zuerstmal drücke ich Daumen, das "F" Entzündung schnell zurückgeht und du nicht gezwungen bist irgendjemand zu Beißen.- gegen Beckenentzündung soll man da sich nicht bewegen - ich weiß es nicht mehr.
    Doch so was klingelt da in meinen Ohren, haben die möglicherweise "F" nicht genug bewegt?

    "F" tut einem leid. Da kann er endlich ein wenig was machen und sich mal ablenken mit ein wenig TV und dann zack, gleich ein kleiner Rückschlag.

    Alles andere als ein Rückschlag ist jedoch, wie wohlbedacht du bist und ich hoffe doch, dass sie "F" erst heimlassen, wenn er doch zumindest einige Schritte am Rollator tun kann. - Denn denke ich an dich und dein Kreuz und die enormen Belastungen - nicht böse sein - find ich das alles andere als schön.

    Ich hoffe, du warst schon mit Mr hoover und dem Sensius ? ich weiß nicht mehr wie deine "KI" hieß unterwegs? - und kannst jetzt mal Zuhause zumindest einfach nur schlafen, essen, das nötigste besorgen und soweit es geht regenerieren.

    Du hast auf dem Flur gelauert auf eine Ärztin, haben die denn keinen Knopf zum klingeln, das da erst eine Schwester erscheint und dann nach verlangen ein Doktor?

    Ich hoffe, du bekommst nochmal die Chance mit deinen Tantchen nun in Ruhe zu telefonieren, nachdem du sie vertrösten musstet.
    Kann es sein, dass deine eine Tante möglicherweise mit dem Handy anruft, da sie sich dabei setzen kann? - Das Festnetz im Flur oder so steht?

    Pass auf dich auf - halt an deinen Plänen fest, es dir etwas leichter zu machen und vor allem bleibe so wie du bist!


    Liebe - irgendwann muss alles besser werden - Grüße
    lifeminder


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    1. Nein, lieber lifeminder, eine Nierenbeckenentzündung hat nix mit mangelnder Bewegung zu tun, sondern hängt in der Regel mit Bakterien zusammen, vermutlich verursacht durch den Katheter.
      Und ich hoffe sehr, dass die Antibiotika anschlagen, nachdem er davon ja eh schon reichlich bekam.
      Der "normale Dienstweg" ist meist sehr viel unzuverlässiger, wenn man einen Arzt sprechen will. Ich sah einige Ärzte herumspringen, wollte aber diese eine erwischen, und die wurde dann ja auch sofort aktiv.
      Meine Tante kann vermutlich ihre Telefone gar nicht so genau unterscheiden, da ja beide schnurlos sind, ist auch egal, das Wichtigste hatten wir bequatscht, es wurde halt mit einem Schlag recht hektisch hier, wenn sie alle gleichzeitig anrufen wollen.
      Es mir etwas leichter machen, lach, eigentlich versuche ich bei allem so rationell wie möglich vorzugehen, eben weil ich mir nicht mehr Aufwand machen will, als unbedingt nötig ist, aber watt mutt, datt mut ... ;-))

      Liebe Ja,-darauf-hoffe-ich-auch-Grüße zurück! :-)

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  2. Moment, ich meinte: Bewegung hilt bei der Genesung von einer Beckenentzündung, aber wie gesagt, ich weiß es nicht mehr, ob das irgendwie hier hilfreich sein kann.

    Ich hoffe mit dir :) bis es besser ist! - Versprochen!

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    1. Die Betonung liegt auf den Nieren, es sind einfach Keime, die sich bis zu ihnen hochgearbeitet haben, und da helfen im Moment am besten Antibiotika, hoffe ich zumindest. ;-))

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