Lärmmäßig habe ich wirklich schon einiges durch und es fing an der Arbeit an.
Unsere Firma/Verlag befand sich in Stuttgart in einem großen Bürogebäude, an das nun das gleiche Kaliber noch einmal direkt angebaut wurde, und mein kleines Büro befand sich genau an der Wand, an der sich von der anderen Seite jahrelang alles abspielte.
Kaum war das erldigt, wurde daheim die Häuserzeile gegenüber renoviert, wieder Höllenlärm und nach unserem Umzug nach hier wurde es nicht besser.
X-mal hat man die beiden Straßen rund um unser Eck aufgerissen, dann kam der Abbruch des direkt an den Garten stoßenden Nachbarhauses und ... seufz, die Errichtung des Heimes, was Püppis letztes Jahr zu einer wahren Hölle machte, denn es war ja nicht nur sehr, sehr laut, sondern bei uns bebte auch ständig alles. Keine Frage, dass zum Abschluss auch die Straßen wieder aufgemacht wurden, denn die brauchten ja alles neu nebenan ...
Im Vergleich dazu war die letzte Nacht nur eine Kleinigkeit, aber ungewöhnlich war es doch, was sich abspielte.
Ob Busse, LKWs oder PKWs mit besonders lauten Motoren, ich kenne das Geräusch, wenn sie an der Ecke wegen des Verkehrs lange warten müssen, und immer ist es eine innere Erleichterung, wenn das dröhnende Brummen endlich aufhört, doch gestern tat es das nicht.
So gegen 21 Uhr fing es an, ein besonders eindringliches Geräusch, das sogar die Gläser im Schrank leicht klirren ließ. Ich wartete und wartete, aber es blieb und nervte derart, dass ich schließlich die Haustür öffnete und ins Freie sah.
Schräg gegenüber an bzw. vor der Bushaltestelle - eine Haltebucht gibt es gar nicht - stand ein LKW gegen die Fahrtrichtung mit laufendem Motor mitten auf der Fahrbahn, in so heller Festbeleuchtung, dass ich vor lauter Blenden nicht mal das Nummernschild erkennen konnte.
Seltsam, so etwas kenne ich höchstens, wenn einer zu der riesigen Halle will, die sich an die kleine Grünanlage anschließt, in der sich neben der Autowerkstatt auch noch ein Aquaristikbetrieb und einer, der ständig Marmorplatten zurechtsägt, befinden, aber dort war um diese Zeit ja längst alles dicht. Wo konnte der also hinwollen bzw. was hatte er vor?
Ich fand es nicht heraus, aber er blieb uns die ganze Nacht erhalten, stellte später sogar seine Lichter aus, das heißt, nun stand er nur noch vom Laternenlicht beleuchtet gegen die Fahrtrichtung mittten auf der Fahrbahn einer durchaus viel befahrenen Straße herum.
Und keiner störte sich daran, aber wer denn auch, seit sie uns die Polizeistation wegrationalisiert haben?
Und wenn einige Leute nicht schlafen können - wen juckts? Hauptsache, jeder kann machen, was er will. 🤨
Zu F. sagte ich irgendwann: "Komisch, nun hat er wieder auf leiser gestellt, aber laufen tut der Motor nach wie vor ...", denn das ging im ständigen Wechsel zwischen wirklich laut und etwas gedämpfter.
"Quatsch", belehrte mich mein lieber Mann, "entweder läuft der Motor oder er läuft nicht, laut und leise gibts do net."
Hm, der Wechsel war ja nicht zu überhören, das gab er immerhin zu, blieb aber dabei, das könne ja eigentlich gar nicht sein. 😅
Bis vier Uhr hörte ich ihn brummen, als ich um fünfe mit Rex ging, war er verschwunden, aber so um halb acht stutzte ich plötzlich, denn dieses Geräusch kannte ich ja nun wirklich zur Genüge.
Ich öffnete die Haustür, blickte nach links, und da war er wieder, diesmal auf der anderen Straßenseite, also direkt neben dem Bürgersteig, der an die Umzäunung des Hallengeländes grenzt, er brummte wie eh und je, aber hinten sah ich offene Heckklappen, also wurde offenbar ausgeladen und nun sah ich auch, dass es sich um einen Holländer handelte.
Zumindest teilweise konnte ich das Rätsel knacken, denn nun fiel mir der LKW ein, der fast täglich vor unserer Hecke steht und auslädt, während der Motor weiterläuft und zwar so laut, dass hier sogar die Böden beben.
Kühlung!!! Es musste sich auch bei dem Holländer und einen Kühl-LKW handeln, und der kann ja eigentlich nur das Aquaristikzentrum beliefern. Fische, Pflanzen, Futter, keine Ahnung, was genau da auf Temperatur gehalten werden muss, aber das musste der springende Punkt sein.
Warum der allerdings abends um neune anrückt und dann die ganze Nacht einfach mitten auf der Straße wartet, das verstehe ich nach wie vor nicht, auf jeden Fall war es höchst rücksichtslos gegenüber den Anwohnern, die bei dieser Hitze natürlich bei offenen Fenstern schlafen möchten.
(Hätte er mal Google-Maps bemüht, hätte er festgestellt, dass er nur einmal ums Eck gemusst hätte, um sich dorthin stellen zu können, wo es keinen stört ... 🙄
Irgendwie passte das Ganze zum davorliegenden Tag, der ohnehin bissl komisch war.
Morgens um halb zehn hatte es geklingelt, ich verfluchte zum x-ten Male meinen Zahnarzt, denn ich musste erst ins Bad rennen, um dieses blöde Halbprovisorium in Göschle zu schieben, und bis ich endlich an der Tür war, war dort keiner mehr, nur die Postbotin sah ich weiter hinten um die Kurve davonradeln.
Sollte die etwas für uns gehabt haben? Dann müsste doch zumindest ein Zettel im Briefkasten sein?
Hm, keine Ahnung, aber egal, Hauptsache, ich verpasste den Anruf des Gasmannes nicht, der ja entgegen der urprünglichen Ankündigung für den frühen Morgen nun am Nachmittag kommen sollte.
Immer später wurde es, ich eierte hier herum wie blöd, konnte ja nicht wirklich etwas anfangen mit der Zeit, mein Nickerchen hatte sich längst in Luft aufgelöst, als es um viertel nach drei erneut schellte.
Ich öffnete und sah einen Mann mit Gasfirmenaufschrift auf dem Hemd, der mich nun fragte: "Bin rischtisch bei dir?"
Ja, das war er natürlich und dass er nicht angerufen hatte, hing vermutlich mit seinen fehlenden Deutschkenntnissen zusammen.
Ich ließ ihn einen Moment warten, musste ja erst Rex in den Garten packen, aber dann ließ sich der Rest einigermaßen gut erledigen, mit dem Abstrich, dass er den Tank mit dem Karren die Stufen hinabschaffen musste, weil vor dem Haus wieder mal einer der beiden weißen PKWs stand, die jetzt ständig bei uns parken, und damit eine Befüllung direkt an der Haustür verhinderte.
Gerade noch schaffte ich es, mir mein Frühmittagabendstück pünklich zu den Rosenheimcops herzurichten und mich gemütlich auf den Sofa niederzulassen, als es schon wieder schellte.
Diesmal war es der neue Nachbar C., der sich erkundigte, ob ich Gartenmöbel gebrauchen könnte, er habe welche zu verschenken.
Kurz wechselten wir ein paar Worte, er erzählte vom Heimaturlaub in der Türkei und von einem Wochendendbesuch mit dem Kleinen auf einem Bauernhof hier in der Nähe und dann verblüffte er mich, als er meinte, vielleicht würde er sich auch einen Hund zulegen. 😮
War das noch derjenige, der eine Höllenpanik vor Hunden hat?
Er denke an einen Chihuahua, meinte er weiter und nun begann ich zu lachen, sagte: "Ja, wenn du so etwas als Hund bezeichnen möchtest, denn man tau." 😅
Dann wurde ich allerdings ernst und empfahl ihm, zum einen erst mal noch mal mit mir darüber zu reden, denn ein Hund bedeutet viel Verantwortung, die zu tragen man bereit sein muss, und zum anderen riet ich ihm, auf jeden Fall ins Tierheim zu schauen.
Die Sonne knallte genau auf die Tür, an der wir sprachen, das war unerträglich, aber ich hoffe, dass wir das Gespräch bei angenehmeren Temperaturen noch fortsetzen werden.
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉
Hallo, liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenAlso, bei deiner „Brummnacht“ hätte ich vermutlich irgendwann selbst angefangen, mit dem LKW zu verhandeln. Ausgerechnet – sofern ich das richtig verstanden hab - bei dieser Hitze ein Kühl-LKW, der die ganze Nacht mitten auf der Straße fröhlich herumbrummt.
Ich habe Tränen gelacht, als dir „F“ erklärte, dass ein Motor entweder läuft oder nicht und es deshalb kein „laut und leise“ geben könne. Ich glaube allerdings nach dieser Nacht muß er das akustische Phänomen vielleicht doch anerkennen müssen?
Postbotin verpasst, auf den Gasmann gewartet, Tank samt Karren die Treppen hinunter, weil wieder jemand vor eurer Haustür parkt und kaum sitzt du endlich gemütlich bei den „Rosenheim-Cops“, klingelt es doch glatt schon wieder.
Ausgerechnet jemand, der bislang Höllenpanik vor Hunden hatte, will sich ein Hund zulegen. – Das wäre als würde ich mir ein Hund zulegen.
Aber ich finde es schön, dass du gleich die Verantwortung angesprochen hast für so ein Tier.
Ich hoffe jedenfalls, dass die nächste Nacht bei euch deutlich weniger „brummig“ ausfällt.
Liebe - möglichst ruhige – Grüße
lifeminder
Ich hatte drüber nachgedacht, lieber lifeminder, aber da ich ja in der Nacht noch keine Ahnung hatte, woher der LKW überhaupt kam, fehlte mir der Schneid, denn es war ja gut möglich, dass der eh schon höchst genervt war, dass er bei der Firma niemanden antraf.
LöschenF. kann ja LKW fahren und grundsätzlich hatte er schon recht, aber er bekam ja mit, dass es mal etwas leiser und dann wieder richtig laut wurde.
Auf die Lösung in Form der Kühlung kam ich erst am nächsten Tag und Ki erklärt es so:
"Warum das Geräusch sich verändert hat - der Motor regelt sich selbst: Das Kühlaggregat misst permanent die Temperatur im Laderaum.Wechselnde Last: Wird es im Laderaum zu warm, springt der Motor an oder schaltet in eine höhere Drehzahl (wird lauter). Ist die Zieltemperatur erreicht, schaltet er ab oder läuft im Standgas weiter (wird leiser)."
Die Verantwortung musste ich ansprechen, denn C. klang ein bisschen so, als würde er sich ein Spielzeug fürs Söhnchen anschaffen wollen, dass man dann bei Nichtmehrgefallen einfach wieder wegtut.
Wobei mich seine Bereitschaft aber natürlich trotzdem sehr freute, Hunde nicht nur als Beißmaschinen wahrzunehmen, denn in Wirklichkeit sind sie denkende und fühlende Lebewesen, mit denen man perfekt kommunizieren kann, wenn man es denn nur will.
Liebe "Von ruhig keine Spur, denn aus der Nachbarschaft dudelt schon seit Längerem sehr laute Schlagermusik"-Grüße zurück! :-)