Soeben hatte ich unsere Schlafstätten umgebaut, F. hatte sich mitsamt Beatmungsmaske aufs Sofa zurückgezogen, ich selbst lag bereits auf meiner Pritsche, wir schauten fern, als ich es auf einmal ganz zart klingeln hörte.
An meinem Handy habe ich alle Benachrichtigungstöne, besonders auch die von WhatsApp ganz aus bzw. auf sehr leise gestellt - würden wir oben im Schlafzimmer nächtigen, würde ich eh nix mehr mitbekommen, weil das Handy unten bleibt, aber da wir ja immer noch im Wohnzimmer campieren müssen, war ich im gleichen Raum und so hörte ich es, wenn auch kaum lauter als das Wispern einer Ameise.
Wispern Ameisen überhaupt? *grübel*
Hm ..., egal ... 😅, auf jeden Fall war ich zunächst geneigt, die Ameise oder wen auch immer zu ignorieren, aber dann siegte die Neugier doch, zumal ich schon ahnte, dass es A. sein könnte.
Was auch der Fall war. Vor wenigen Augenblicken seien sie abgefahren, vermeldete sie und ich staunte nicht schlecht über die ungewöhnliche Abreisezeit.
Um 3:20 ginge der Flieger von Köln nach Antalya, schrieb sie und nachdem ich mir das im Internet näher angeschaut habe, tun mir die Anwohner des Flughafens von Herzen leid, denn das geht dort echt die ganze Nacht durch mit dem Lärm.
Wenn ich nun erwartet hatte, meine liebe A. trösten zu müssen, weil ihr der Abschied so schwer fiel, hatte ich mich mächtig getäuscht, denn freudestrahlend teilte sie mir mit, dass sie heute selber auch wegfahren, weil M. bei der Umschulung Urlaub habe. Nach München und Augsburg geht es, Freunde besuchen und wieder einmal war die perfekte Vernetzung nicht zu übersehen.
Ich glaube, es gibt nur wenige europäische Länder und auch kaum deutsche Großstädte, wo sie niemanden haben, und natürlich handelt es sich immer um Gülenisten, deren Netz ähnlich zu funktionieren scheint wie das der DITIB, die als verlängerter Arm Erdogans Hunderte von Moscheevereinen allein in Deutschland koordiniert.
Und nun überlege ich gerade, wann ich eigentlich angefangen habe, anderen beim Reisen oder den Aktivitäten zuzusehen, die ich früher vorzugsweise selber durchführte?
Irgendwie kam das schleichend, denn mein Papa war ja ein sehr umtriebiger Mensch und nachdem wir nach hier umgezogen waren, unternahmen wir häufig mit meinen Eltern Tages- oder auch Wochenendtouren, z.B. mal eben nach Holland an die See.
Auch allein waren wir durchaus noch unterwegs, selbst als dann Püppi zu uns stieß, denn mit ihr konnte man im Gegensatz zu Rex wirklich vieles machen, wenn natürlich auch nicht alles.
Museumsbesuche usw. wurden danach deutlich weniger und Urlaube fielen aus, denn abgesehen davon, dass wir sie uns damals gar nicht hätten leisten können, war uns die Möglichkeit mit Hundehotels noch gar nicht bekannt.
Aber selbst wenn, ich hätte es nie übers Herz gebracht, mein Püpperl wegzugeben, selbst wenn es nur für wenige Tage gewesen wäre.
Tja, und nun ist da F.s Krankheit und es geht eh gar nichts mehr.
So wird man dann von der Betriebsnudel zur Zuschauerin und ich kann verdammt froh sein, dass es das Internet gibt. Wer weiß, ob ich sonst nicht längst einen Lagerkoller hätte ... 🙄😅
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉
Hallo, liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenIch habe immer so ein wenig das Gefühl von Herz und Kopf bist du sowieso immer auch ein wenig mit deiner Verwandtschaft auf Reisen.
Das ihr euren Hund dem Musesumbesuch vorgezogen habt, fand ich auch toll. Selbst Rex- wenn ich mich so durch die Jahre denke, kann ich mich nur einmal erinnern wo er für ein paar Tage im Hundehotel war, und es ihm gutging. - Das muss vor 4 oder 5 Jahren gewesen sein, wo ihr an Weihnachten bei deinem Bruder ward.
Und "M" hat frei. Vereist mit "A" und seiner Familie - das wird ihnen auch guttun. Du hast recht, sie müssen gut vernetzt sein, wobei sie öfters nach Augsburg fahren, ich meine, das hätte ich schon 3,4.5 Mal gelesen?
Du und "F" habt schon so viel gemeinsam gemeistert und schau einmal, wo du ihn innerhalb 3-4 Monate hingeführt hast, wenn man da liest von anderen, die sind erst gar ncht mehr aus dem Bett gekommen. - und mit deiner Hilfe wird "F" noch etwas zulegen, da bin ich ganz sicher. - Wohin und wie-weit es reicht, wird man sehen, doch "F" hat Fortschritte gemacht, mit denen man wohl kaum und schon gar nicht so schnell rechnen konnte! Zumindest kommt es mir so vor.
Ich schau gerne mit dir beim Reisen ob "A" oder deinen Verwandten zu, ich finde es auch schön, wenn die sich drehen. - Zum Lagerkoller kann ich nur sagen:
Ich bin fast immer froh Zuhause in meinem Bett abends wieder zu liegen, ich komme auch mit Tagesausflügen sehr gut klar.
Stark fand ich, das du dich um 22 Uhr 45 noch an dein Handy quälst und für deine Freundin da bist. - Das ist Freundschaft und zwar eine echt gewachsene.
Übrigens hast du "A" schon mal gefragt, ob dir "M" bewusst aus dem Weg geht?
Ich hoffe, ihr macht es euch am Wochenende schön Zuhause?
Liebe - Punkt 3 Uhr 20 - Grüße
lifeminder
Mehr als ein halbes Jahr ist es schon, lieber lifeminder, denn am 16. Januar brachten sie mir F. direkt von der Intensivstation nach Hause.
LöschenUnd ja, wenn ich daran denke, wie Ärtze und vor allem auch sämtliche Intensivschwestern der Meinung waren, das könne ich ohne Pflegedienst nicht schaffen, dann sind wir wirklich ziemlich weit gekommen.
Rex war das erste Mal 2015 im Hundehotel wegen der Beisetzung meiner Mutter, ein Jahr später erneut, weil wir im Schwarzwald noch Dinge zu erledigen hatten, und dann noch ein oder zweimal wegen Weihnachten. Das letzte Mal 2022, danach fragte mein Bruder nicht mehr, ob wir kämen, vermutlich, weil die Mädels inzwischen Freunde hatten und nicht mehr wegen uns zusammenrücken wollten.
Und seit 2024 würde schon wegen des Sauerstoffs eh nix mehr gehen.
Lach, an mein Handy gequält habe ich mich nicht, es ist ja kein großer Act, es in die Hand zu nehmen, und letztlich siegte die Neugier. ;))
M. geht mir eindeutig aus dem Weg, denn als ich letzte Woche hinkam, stand das Auto vor dem Haus. Als ich ging, war es weg, also musste er sich wohl im Schlafzimmer vor mir versteckt und dann die Wohnung verlassen haben.
Keine Ahnung, ob es an meinem Frausein liegt oder daran, dass ich Atheist bin. Womöglich beides, wobei Letzteres für ihn doch eine erhebliche Rolle spielen könnte, er ist ja sehr vehement in seinem Glauben, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Liebe Punkt 10:03-Grüße zurück! :-))
PS: Zum eigenen Bett ...
LöschenJa, wir haben uns auch daheim so eingerichtet, dass alles möglichst optimal für unsere Bedürfnisse ist, von daher wäre ich auch nicht scharf drauf, so wie meine Schwester oder Schwägerin ständig unterwegs zu sein, aber ab und zu mal ganz was anderes sehen, das würde ich schon als sehr anregend emfpinden, denn ich komme hier ja gar nich mehr raus.
Immer die gleichen Wege, die gleichen Geschäfte, immer die gleichen Routinen - keine Ahnung, was mit meinem Kopf passieren würde, wenn ich nicht wenigstens das Internet hätte.