Dienstag, 14. April 2026

Jesses, ...

 ... das war mal wieder eine Runde, wo die Pflekretärin in mir voll zum Einsatz kam.

Beim Arzt war es knallevoll wie immer, aber ich hatte das Glück, an meine Lieblingsmitarbeiterin hinter dem Tresen zu geraten und sie nahm sich einfach die Zeit, den Arztbrief vom Krankenhaus mit mir durchzugehen.

Ob sich etwas geändert hätte, wollte sie wissen, ich erwiderte, dass F. nun nur noch eine halbe Entwässerungspille bekommt, sonst aber alles gleich geblieben sei, doch nun  meinte sie, ah, nein, das Blutdruckmittel sei doch auch halbiert worden.

Huch? Sollte ich denn so deppert gewesen sein, wo ich doch an sich höchst akribisch mit solchen Dingen bin?

Nein, sie war es, die in der Zeile verrutscht war, einige Medikamente wie Antidepressivum und Abführmittel ließ ich sie gleich streichen, denn die hatte F. auf der Intensivstation bekommen, jetzt aber sind sie nicht mehr notwendig. (Das nehme ich auf meine Kappe.)

Nachdem wir uns einig waren, erstellte sie mir einen neuen Ausdruck, jut, so weiß ich, was die im PC gespeichert haben, wenn ich mich daheim auch lieber auf meine eigene Liste verlasse, weil sie wesentlich übersichtlicher ist.

Dann erkundigte ich mich noch nach einem Rollstuhl und sie hakte gleich nach, ob ich einen leichten wolle, was ich natürlich bejahte, bin ich doch froh um jedes Kilo weniger, dass ich schleppen oder durch die Gegend fahren muss.

Damals im KH hatten die schon gefragt, ob ich einen wolle und ich lehnte zunächst ab, weil ich allmählich nicht mehr weiß, wohin mit den ganzen Gerätschaften, und weil da auch noch kein Denken daran war, dass ich F. allein die Stufen an  der Haustür hinabbekommen könnte.

Nun aber muss ich drüber nachdenken, denn seine Nieren sollten im Auge behalten werden und dazu muss er natürlich zum Labor anrücken. 🙄

(Echt blöd, dass die  mich nicht selber ihm Blut abnehmen lassen, das würde einiges vereinfachen.)

Von da aus erst mal zur Apotheke, ein Inhalat hatten sie nicht vorrätig, wird mir abends geliefert, dann  weiter zu Sparkasse und Post und direkt hin zum Sanitätshaus, wo ich mir zu gern einen Rollstuhl hätte zeigen lassen, nur haben die leider keine da. 

Also ließ ich mir das Procedere erklären, ich bringe denen das Rezept, die reichen es bei der Krankenkasse ein und dann geht die Warterei los, bis diese die Genehmigung  erteilt, denn leider kann die Sanitätsfrau genauso wenig wie ich selbst direkt dort anrufen, sondern muss alles übers Internet machen, ohne direkten Ansprechpartner.

Schon erstaunlich, wie zunehmende Technisierung und Digitalisierung uns das  Leben immer weiter verkomplizieren, statt es zu vereinfachen ... 😡

Anschließend sprang ich noch bei Netto rein, außer der Reihe, und war dann recht froh darüber, denn sie hatten Geranien, von denen ich zwei Sixpacks verhaftete und in der einzig freien Hand heimschleppte.

Unterwegs traf ich auf eine Frau mit Hund, wir wechselten ein paar Worte und von ihr erfuhr ich, dass ich tatsächlich durch den ganzen Rummel rund ums Krankenhaus die Geranien bei Aldi verpasst hatte. 😮

War mir letztes Jahr  ja auch schon passiert, ständig bin ich rund um F. so im Stress, dass mir so manches entgeht ... 

Wobei ich echt überlegt hatte, ob ich dieses Jahr überhaupt welche pflanzen soll.

Ich liebe sie ja an den beiden Giebelfenstern oben, weil das schon von Ferne einfach niedlich aussieht, aber ... so lange wir nicht oben schlafen können, klettere ich die steile Treppe natürlich nur hoch, wenn es gar nicht anders geht, denn sehr kreuzfreundlich ist sie nicht.

Sollte ich es mir nun trotzdem antun, täglich zum Gießen hochzumüssen, selbst wenn wir gar nix davon haben, die Blumen ja gar nicht sehen?

Tja, der Würfel ist gefallen, ich tue es mir an, was bedeutet, dass ich F. nun mit Mittagessen versorge und mich dann ans Pflanzen mache.

Der unschönste Teil kommt anschließend, wenn ich die unhandlichen Kästen nämlich irgendwie über die enge Treppe mit ihren verdammt steilen Stufen nach oben bekommen muss.

 

Früher, als ich noch jung und knaggisch war, befand F. diese Schlepperei  immer als viel  zu schwer für mich und nahm sie mir ab, aber ... das ist ja leider Schnee von gestern. 😢

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉 

2 Kommentare:

  1. Hallo liebe Rex-Mama!

    Gut, dass du bei der Mitarbeiterin gelandet bist, die sich Zeit nimmt – solche Menschen sind Gold wert.

    Dass sich dann doch „nur“ ein Verrutschen in der Zeile als vermeintlicher Fehler entpuppt hat, ist ja fast schon erleichternd. Bei dem ganzen Medikamentendschungel kann man wirklich nur den Überblick verlieren.

    Da muss ich immer an unsere schon lange, lange verstorbene Tante „Ä“ denken, bei der flogen die Tabletten lose in der Handtasche herum, aber die konnte totsicher nach diesen greifen und wusste genau was für welches Zipperlein war.

    Dieses ganze Hin und Her mit Genehmigungen und fehlenden Ansprechpartnern würde mich auch wahnsinnig machen.

    Und dann zwischendrin noch Alltag, Einkaufen, Geranien rette und Entscheidungen treffen, ob man sich zusätzliche Wege überhaupt zumuten soll.

    Umso schöner, dass du dir solche kleine Dinge bewahrst wie deine Blümlein, auch wenn es jetzt sicher mehr Mühe kostet.


    Liebe - übernimm dich nicht - Grüße
    lifeminder

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    1. In diesem Falle war es nicht nur Gold, sondern sogar Leben wert, lieber lifeminder, und da sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, selbst den Überblick über alles zu bewahren. Jemand anderer hätte es vielleicht einfach so hingenommen, dass die falsche Tablette halbiert wird, während ich ja sofort nachhakte.
      War deine auch eine Tante Änne?
      Meine nahm Tabletten nach Farben ein .... 😅
      Und ja, ich muss allmählich schon darauf achten, mir irgendwie Überflüssiges zu ersparen, denn das alles ist zurzeit mehr als kräftezehrend und ich werd ja blöderweise auch nicht jünger.

      Liebe Ich-versuche-es-Grüße zurück! :-)

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