Sonntag, 4. Januar 2026

Tag 25

 Noch ist der 3.1.25, es ist 20:36 und es schneit und schneit ...

Bin gespannt, wie das morgen werden wird, eigentlich hatte ich vor, morgens hinzufahren, da ja die Verbindungen sonntags sehr schlecht sind, seit der Weihnachtsmarkt endete und die Straßenbahnen nicht mehr viertelstündlich fahren.

Hinzu kommt, dass weder App noch die Website über die korrekten Abfahrtzeiten informiert zu sein scheinen, denn an meiner "Lieblingshaltestelle", die sich übrigens genau neben dem Rotlichtbezirk befindet, stehen ganz andere Zeiten auf dem Plan und nach denen fahren die Busse ... leider. 

Was bedeutet, dass ich auch morgen wieder fast eine halbe Stunde an diesem lieblichen Ort werde verweilen müssen, wäre mir an sich mittags lieber als abends, aber morgens ist die Besuchszeit nur sehr kurz - letztlich werde ich es wohl vom Wetter abhängig machen, wann genau ich zu F. fahre. 

Der sich nun auch noch Sorgen um mich macht und mir eben schrieb, wenn das Wetter wieder so schlecht sein sollte, dann solle ich doch lieber zu Hause bleiben.

Dabei bekommt er dank der Milchglasfenster ja gar nix mit davon, was draußen abgeht - heißt für mich, ich muss mich etwas bedeckter halten mit meiner Jammerei, denn das braucht er ganz sicher nun nicht auch noch, sich Gedanken um meine Sicherheit machen zu müssen ...  

23:15 Uhr - die Welt ist sehr leise geworden, denn Petrus hat bis eben runtergeballert, was er zu bieten hatte. Hoffentlich legt er jetzt endlich mal eine Pause ein ...  

 

4.1.25, 8:33 Uhr

Es schneit,  natürlich,  was denn auch sonst?

Laut Vorhersage und Regenradar soll es später weninger werden, d.h. ich werde erst nachmittags zu F. fahren und dann auf dem Rückweg die halbe Stunde Wartezeit an der Puff-u. Altstadt-Haltestelle im Dunkeln auf mich nehmen. 

Für unsere Verhältnisse sind das richtige Schneemassen: 


 Und nun sind morgen und übermorgen auch noch beide Tonnen mit der Leerung dran.

Trotz Fastfood und  Rex' Dosenfutter habe ich es nicht geschafft, die gelbe in vier Wochen auch nur zur Hälfte zu füllen, trotzdem sollte sie aber besser geleert werden, doch nun war die Frage, wie ich sie hinausbekomme?

Die Verrammelung an der Stelle, wo sich eigentlich das neue Gartentor befinden sollte, wenn sich nur jemand fände, der mir beim Montieren helfen könnte, kann ich nicht mal eben öffnen, also muss ich mit den Tonnen einmal quer durchs ganze Haus, sehr schön, wenn sie inkl. der Räder komplett mit Schnee bedeckt sind und ich schon Schwierigkeiten habe, überhaupt hinzukommen, denn um nun auch noch mit dem Schneeschieber loszulegen, dafür fehlt mir eindeutig die Kraft.

Irgendwie habe ich es geschafft, die gelbe steht nun vor dem Haus, und das, ohne dass mir Rex ausgebüxt wäre, während die Haustür offenstand, die graue ist einen Tag später dran, also werde ich mir diesen Spaß dann morgen  gönnen. 

 Gerade lese ich beim Spiegel, dass jeden Tag fünf Bahnmitarbeiter körperlich angegriffen werden, ihnen geht es nicht anders als Polizei und anderen Rettungskräften und nun wundere ich  mich auch nicht mehr, dass ich weder im letzten noch in diesem Jahr bei meinen vielen Fahrten jemals kontrolliert wurde.

Ich hätte da auch Schiss und bin übrigens vorgesgestern nur knapp selber einer unschönen Auseinandersetzung entgangen.

In der Bahn hatte ich einen Platz in einer freien Vierergruppe gefunden, doch kurz darauf stiegen drei junge Männer zu und belegten die anderen Sitze - automatisch griff ich in die Manteltasche, zog die Maske hervor und packte sie mir auf die Nase, doch offenbar  fühlten sich die Herren dadurch persönlich angegriffen. Ich kassierte böse Blicke und es begann eine erregte Diskussion, zunächst in einer afrikanischen Sprache, doch als einer von ihnen auf Englisch umswitchte, verstand ich, worum es ging, denn sie betrachteten mein Verhalten als Diskriminierung. 

Nun sah ich mich bemüßigt, doch mal den Mund aufzumachen, und erklärte ihnen knapp und ebenfalls auf Englisch, dass mir ihre Hautfarbe piepegal sei, und genauso würden das leider Viren sehen, vor denen ich meinen schwerstkranken Mann um jeden Preis der Welt schützen müsse.

Falls sie noch weitere Fragen hätten, dürften sie mich gerne zur Intensivstation begleiten ... 

Danach kehrte Ruhe ein, aber besonders angenehm war die Situation nicht gewesen.  

 

Oh, wie schade ... 10:39 Uhr und ich hatte so gehofft, dass F. nun dauerhaft mit der "feuchten Nase" klarkäme, doch als ich gerade anrief, berichtete mir die Schwester, dass sie ihn soeben wieder umgestöpselt habe auf Beatmung, denn nachdem er es nun fast zwei ganze Tage lang aushielt, habe er sich doch ein wenig erschöpft gehabt. 😢

Ich solle mir aber keine Sorgen machen, das sei normal und später würde sie das wieder austauschen.

Also bin ich sehr gespannt, wie es um 15 Uhr aussieht, wenn ich hoffentlich dort sein werde. 

 

Und was mir nun gerade auch noch kommt - ich habe es tatsächlich vermasselt, im letzten Quartal meinen Vorrat an Hormonsalbe so aufzustocken, dass ich mir keine Sorgen machen muss, dass sie mir ausgehen könnte.

Die Praxis der Frauenärztin befindet sich ja in einem Haus mit F.s Lungenfacharzt und da er dort in der Woche vor Weihnachten eh noch einen Termin hatte, dachte ich mir ganz clever, ich erspare mir den weiten Fußweg und springen dann kurz nach oben, wenn ich eh mit ihm hinmuss, um mir mein Rezept zu holen.

Tja, daraus wurde dann ja nix, dieses Haus befindet sich direkt gegenüber des Krankenhauses, in dem er zunächst landete, und als ich dort dann seinen Termin absagte, stellte ich fest, dass die  Frauenärztin in dieser Woche  Urlaub machte.  Gut, dann eben in der nächsten, doch auch daraus wurde nicht, weil F. verlegt wurde.

Natürlich könnte ich das mit dem Rezept nun nachholen, aber da sie die Salbe nur einmal pro Quartal verschreiben darf, ist mir eine Tube schlicht und ergreifend durch die Lappen gegangen und fortan werde ich  sehr aufpassen müssen, dass ich nicht zu viel  verbrauche, am Ende ohne dastehe und die Schmerzen noch stärker als sonst ertragen muss. 🙄

 

18:55 ... wieder zu Hause nach einer kleinen Odyssee.

Just als ich losmusste, begann es wieder leicht zu schneien, trotzdem ging mit dem Bus alles gut, doch als ich runterkam zur U-Bahn, sah ich dort die Anzeige, wegen einer Betriebsstörung würde die  U79 gar nicht fahren, man solle zum Tiefbahnsteig und die 903 nehmen, aber nur für eine Haltestelle, ab dort gäbe es dann Schienenersatzverkehr.

Der Bus fuhr dort dann auch zügig vor, allerdings erklärte uns der Busfahrer, dass er nicht etwa die ganze Strecke fahren würde, sondern nur  bis zu einem bestimmten Punkt, ab dort ginge es dann doch noch mit der U79 weiter. Und leider dürfe er nicht sofort losfahren, sondern müsse noch eine weitere 903 abwarten, weshalb er jetzt draußen eine rauchen ginge.

Ha, da schloss ich mich ihm kurzerhand an und so kamen wir  in ein sehr nettes Gespräch. Er sitzt eigentlich seit Jahren am Schreibtisch, hatte sich kurzerhand bereit erklärt, für diesen Sonderbus einzuspringen, aber nun sei er total aufgeregt, ob er den Weg überhaupt noch finden würde. 🤣

Er erzählte mir auch, dass die Ursache ein Gleisbruch war und als wir dann endlich unterwegs waren - ich saß direkt schräg hinter ihm, wies er auf die Arbeiten hin, die in vollem Gange waren.

"Jou", sagte ich, "sie sind emsig am Schweißen, auch kein schöner Sonntag für die Arbeiter, und das bei dieser Kälte."

Wir waren uns einig, dass  reichlich Menschen von diesem Gleisbruch betroffen waren, und es ist wirklich erstaunlich, wie viel es ausmacht, wenn man genauer über die Ursachen solcher Ausfälle informiert ist. Lese ich nur von einer Betriebsstörung, werde ich ganz schnell sauer, so allerdings konnte ich wesentlich gelassener damit umgehen. Es konnte ja keiner was dafür und jede Menge Leute bemühten sich nach Kräften, das wieder hinzubekommen.

Nach seiner Info sollte es an dem Punkt, wo alle Passagiere in die Bahn wechseln mussten, zügig weitergehen, doch auf dem Hochbahnhof angekommen sah ich diese Anzeige: 


 Ach du je, das nannten die zügig, wenn wir alle nun länger als eine halbe Stunde im beißend kalten Wind ausharren sollten? 😮

Ich  hatte mich mit dem Fahrer unterwegs weiter unterhalten und ihn gefragt, ob ich richtig liege, dass die von Düsseldorf kommenden Bahnen alle nur bis zum Betriebshof fahren, um dort dann kehrtzumachen?

Ja klar, genauso lief es und das ließ mich  hoffen, dass da eigentlich genügend  Bahnen auf Halde stehen müssten inzwischen, es also vielleicht doch schneller ginge als auf der Tafel angekündigt.

So war es dann auch, trotzdem war ich mehr als froh, als ich endlich am KH ankam, denn dieses viele Umsteigen war doch ganz schön mühsam. 

Natürlich hatte ich ihn auch gefragt, ob ein Ende absehbar wäre. Die hätten von 17 bis 18 Uhr gesprochen, meinte er, dann müsse noch eine Probefahrt gemacht werden, bevor alles wieder  normal laufen könne.

Na, Mahlzeit, das könnte ja noch lustig werden auf dem  Rückweg, aber erst einmal stand jetzt natürlich F. an.

Der inzwischen längst wieder an der "feuchten Nase" hing, Gott sei Dank. Er habe sich nach fast zwei Tagen dann eben doch mal etwas erschöpft gehabt, erklärte mir die Schwester, aber nach nur zwei Stunden habe sie ihn bereits wieder umstöpseln können, d.h. nun atmet er wieder komplett allein.

Hoffentlich dauerhaft, denn allmählich geht ihm das Ganze zunehmend auf den Geist. Mehrmals wollte er mir etwas sagen, jedes Mal gab ich ihm mein Handy,damit er Stichworte eintippen konnte, aber das ist natürlich sehr mühsam für ihn und als ich es dann wieder einmal nicht schaffte, ihm die Worte von den Lippen abzulesen, schlug er richtig wütend auf die Bettdecke ein, also wütend auf die Situation, nicht etwa  auf mich.

Ein gutes Zeichen, finde ich, wenn er zu so viel Emotionen inzwischen wieder fähig ist ... 🥰

Was offenbar auch Petrus erfreute, denn  zwischen den blickdichten Streifen auf F.s Fenstern präsentierte er uns diesen Sonnenuntergang:


 

Auf dem Rückweg empfing mich diese Anzeige: 


 Die  ich so interpretierte, dass sie das Gleis inzwischen geflickt hatten und es nun nur noch etwas dauern würde, bis die Bahnen zurück in ihrem Rhythmus wären, was dann auch so war.

Irgendwann kam eine und nachdem ich dann noch an meiner "Lieblingshaltestelle" 25 Minuten in der dunklen Kälte ausgeharrt hatte, kam ein Bus und fuhr mich flugs nach Hause. 

Wo mich diese WhatsApp-Nachricht von F. empfing: "Werde auch erst ruhig sein wenn du Zuhause bist."

 Sofort gab ich Entwarnung, aber offensichtlich übermannte ihn dann doch der Schlaf, denn gesehen hat er es noch nicht. Vielleicht später ... 

 

So, und nun sollte ich eine Kleinigkeit essen und dann schon alles für die Monteure morgen vorbereiten.

 

Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

Samstag, 3. Januar 2026

Inzwischen bin ich ja brav, ...

 ... esse wieder, reiße mich zusammen, ob ich nun Appetit habe oder nicht, wobei es Letzterem nicht unbedingt förderlich ist, dass ich mich ausschließlich auf Fertigszeugs verlegt habe, zu viel Salz, zu viel Zucker, überhaupt viel zu viel, was da absolut nicht hineingehört - besser ist es sicher, wenn ich die Zutatenlisten nicht einmal überfliege, denn sonst würde es mir vermutlich vergehen, mal abgesehen vom Geschmack, der mich auch nicht grad vom Hocker reißt.

Was mich aber am allermeisten stört dabei, ist die Menge an Müll, die seitdem in der Gelben Tonne landet. Tatsächlich habe ich mir nie viele Gedanken darüber gemacht, dass ich, wenn ich mich normalerweise ja bemühe, Convenience-Produkte zu vermeiden, nicht nur unseren Körpern Gutes tue, sondern auch der Umwelt.

Ein Grund mehr, dass F. nun zügig nach Hause kommt, denn so kann das ja wirklich nicht weitergehen. 😋

3.1.25 - Tag 24 auf der Intensivstation, 9:06

Über Nacht kam Schneegriesel auf den kalten Boden, ist dort festgefroren, d.h. es wird immer noch glatter und im Verlaufe des Tages sind weitere heftige Schneefälle angekündigt.

Ich werde es beobachten, muss mich aber auf jeden Fall zwingen meine Gefühle hintenanzustellen, denn natürlich ist der Drang  in mir, bei F. zu sein, riesengroß, aber ein unnötiges Risiko darf ich auch nicht eingehen, muss ich doch auf jeden Fall gipsfrei und einsatzbereit bleiben. 

Gerade habe ich einen Blick aufs Fernsehprogramm geworfen für den Fall, dass ich mich zu Hause einsperren müsste, seufz, schon wieder opfert das ZDF den ganzen Tag dem Sport, was es mir noch  langweiliger machen würde, denn die Auswahl an werbefreien Programmen ist ja nicht gerade riesig, zumal nicht, wenn dann viele von ihnen gleichzeigig Sport bringen.

Übrigens ein gutes Beispiel für "Brot und Spiele" - der amerikanische Präsident ordnet an Caracas anzugreifen, weil er scharf auf die Bodenschätze des Landes ist, die Welt ist dabei, sich gravierend zu verändern, so sehr, dass wir dabei vermutlich unter die Räder  geraten werden, und was geschieht hier? Genau, der staatliche Rundfunk lullt uns mit Brot und Spielen ein ... 🙄 

 

10:39 Uhr und es schneit wie blöd.

Verdammt noch mal, wann haben wir hier einmal Schnee? Genau, so gut wie nie und ausgerechnet jetzt muss es sein, wo ich so sehr auf benutzbare Straßen angewiesen bin? 😢

Herr Petrus ... mit Verlaub ... Sie sind ein Arschloch!  🤬🤬🤬

 

11:05 ... nach einem Anruf im KH schrieb ich meiner Schwägerin Folgendes:

"Hier schneit es gerade wieder wie verrückt, in ganz NRW herrscht Verkehrschaos und ich weiß noch nicht, ob ich später überhaupt zum KH werde fahren können, habe mich gerade aber ausgiebig mit der Schwester unterhalten und richtig Gutes erfahren. F. atmet mit der "feuchen Nase", seit ich gestern um drei Uhr dort ankam und sie das in meinem Beisein umstöpselten, also völlig eigenständig, ganz ohne Beatmung. Außerdem hatte ich ja seit Tagen neben  allen anderen Werten immer auch die Temperatur auf dem Monitor im Auge, die mir immer etwas zu hoch erschien. Auch diese sei jetzt völlig normal, erfuhr ich, und die Entzündungswerte sind auch okay inzwischen.
Das sind tolle Nachrichten, finde ich, und nun heißt es weiter feste Daumen drücken ... 😊"

Weiter so, mein lieber F., und nun gehe ich weiter das Wetter beobachten, zu dem dieser Artikel leider nichts Schönes verheißt.🙄

 

12:20 ... und es schneit und  schneit.

Gerade habe ich meine alten Moonboots aus dem Schuhschrank gefischt, immerhin passen sie noch und nun geht das Überlegen weiter, ob ich es riskieren soll.  

 

13:10 Uhr ... es schneit im Moment nur noch leicht und auch wenn das Niederschlagsradar noch mal einen sehr dicken Wolkenhaufen zeigt, der genau auf uns zukommt, werde ich es versuchen, denn es ist wichtig, dass ich F., wenn er schon so abgeschnitten von der Welt und stumm herumliegen muss, psychisch und vor allem beim Atmen unterstützte. 

Irgendwie werde ich hoffentlich durchkommen ...  

 

19:30 Uhr und ... ich bin heile wieder gelandet. 

F. kommt nach wie vor super mit der "feuchten Nase" klar, auch alle Werte waren im Grünen Bereich, toitoitoi, dass es weiter aufwärts geht, es wird Zeit, zumal ich auch den Eindruck habe, dass ihm dieses blöde Herumliegen allmählich auf den Geist geht, was wiederum auch ein gutes Zeichen ist.

Als ich es endlich in die Bahn geschafft hatte, fiel mir plötzlich ein, dass am 5.1. doch irgendetwas war?

Natürlich ... *koppklatsch* ... die Heizungsfirma hatte doch irgendwann angerufen und sich für diesen Tag zur Wartung angemeldet. Hoffentlich morgens?

Klären konnte ich das natürlich erst, als ich wieder daheim war, sehr zu meiner Zufriedenheit, denn die wollen zwischen 10 und 12 Uhr kommen, passt prima, dass ich dann  hinterher wie üblich zu F. starten kann, sofern Petrus mich denn lässt.

Und dann rief gerade noch mein Cousin an, immer wieder ungeheuer anregend, mit ihm zu quatschen - wir tun es, als würden wir schon immer in Kontakt stehen, obwohl wir ja eigentlich gerade erst dabei sind, uns näher kennenzulernen. Wirklich erstaunlich, wie sich das entwickelt hat ...

Das Bad habe ich inzwischen auch schon geputzt und bin nun froh, dass mir das mit der Heizung noch rechtzeitig einfiel, denn eigentlich wollte ich heute Abend das Decken- und Kissengedöns von F.s Fernsehsessel zu waschen beginnen, doch das kann ich dann auf dem Ständer im Bad gar nicht gebrauchen, wenn die womöglich mit zwei Monteuren anrücken.

Unser Bad ist ja echt groß, aber watt zu viel ist, ist zu viel ... 😁

 

So, und nun habe ich Hunger, wieder gibts nur Fertigfraß, aber ... wenn der Deibel in der Not sogar Fliegen frisst, dann werde ich damit wohl auch klarkommen. 😀

 

Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 

 

Freitag, 2. Januar 2026

Tag 24

 0:58 Uhr ... gerade auf der Station angerufen, es ist so weit alles o.k. mit F., zum Glück, denn es machte mich von Stunde zu Stunde  unruhiger, dass er seit meinem Weggang  am späten Nachmittag sein Handy nicht ein einziges Mal in die Hand nahm.

Er muss ja gar nix schreiben, zwei blaue Haken würden mir völlig genügen, die mir zeigten, dass er meine Gut-gelandet-Meldung zumindest gesehen hätte, aber wenn so gar nix kommt, seuuufz ... 🙄 

Seit etwa 21 Uhr liege ich nun schon, geistig und körperlich einfach k.o., mal dösend, mal kurz richtig einschlafend, dann wieder hochschreckend, eben waren es mehrere Gewitterdonner, nun gerade Rex, der sein Frühstück verlangt, ständig ist etwas anderes und F. hat sich immer noch nicht gemeldet ... 

8:01 Uhr ... und immer noch nix, und allmählich werde ich sauer.

Gestern war er durchaus in der Lage, in die Tastatur einzutippen, dass er sich wundert, wenn man nachts um zwei beginnt an ihm herumzufummeln, auch die Fingernägel konnte er sich selbst beschnipseln, also muss es ihm verdammt noch mal auch möglich sein, das Handy in 15 Stunden zumindest einmal in die Hand zu nehmen. Er muss es ja nur öffnen, nicht einmal irgendwas daran machen. Wenn ich zwei blaue Haken sehe, bin ich doch völlig zufrieden damit.  

Die Fenster der Intensivstation haben sie derartig mit Milchglasstreifen zugekleistert, dass F. überhaupt  nicht nach draußen sehen kann, von dem Sauwetter bekommt er also gar nichts mit, muss er auch nicht wirklich, denn er soll sich ja nicht auch noch um mich sorgen sollen, aber klarmachen werde ich ihm wohl trotzdem müssen, wie wichtig ein minimales  Lebenszeichen ab und zu für mein Seelenheil ist, denn er ist ja nicht der einzige, der im Moment  durch die Hölle geht ...  🙄

9:49 Uhr ... habe es grad  noch halbwegs trocken zu Rosmman und Aldi geschafft, nun aber schneit es richtig stark ... 


 Und der Mist fängt an liegen zu bleiben, hoffentlich nicht dauerhaft, denn ansonsten wäre das das Aus für  meine Fahrt zu F.

Mit meinen tremorgeplagten Beinen ist die  ganze Umsteigerei eh schon sehr mühsam für mich, und einige  der Treppen und Wege sind selbst bei Nässe schon recht glatt, käme dann noch Schnee hinzu, schaffe ich es unter Umständen nicht mehr, mich sicher auf den Beinen zu halten.

Wie verrückt das ist, denn auch das war einem einst ja völlig  selbstverständlich, aber genau wie bei den Augen muss man offenbar immer mehr Abstriche machen, je älter man wird.

Immerhin hat sich F. grad gemeldet, ganz unschuldig mit "Guten Morgen, meine Eule", des Weiteren teilte er mir mit, nun noch ein wenig schlafen zu wollen. 

Nur Minuten später sieht der Blick aus dem Fenster schon so aus: 


 Und es schneit feste weiter ... 😡

Drei Stunden habe ich nun Zeit, bis ich mich endgültig entscheiden muss. Es würde mir das Herz brechen, F. heute  nicht zu sehen, aber mir womöglich die Knochen zu brechen, das darf ich natürlich auf keinen Fall riskieren.  

 

12:40 Uhr, nun war alles so weit zusammengeschmolzen, dass ich beschloss, mich trauen zu wollen, doch jetzt fängt es erneut heftig an zu schneien ...

Könnte denn bitte nicht mal irgendetwas geschehen, das mir zeigt, dass sich nicht alles auf dieser Welt gegen uns verschworen hat ... *grummel*

Und in den Nachrichten sehe ich im Wetterbericht immer wieder, weite Teile Deutschland haben Schnee, aber am Rhein entlang bleibt es frei davon, weil zu warm. 

Haha, selten so gelacht ... 😡 

Dazwischen immer wieder die Berichte über das schreckliche Feuerunglück in der Schweiz und im Iran gehts auch schon wieder rund, immerhin das alles bekomme  ich nebenher doch noch mit, so fokussiert ich im Moment auf F. bin.  

13:35 ... ich werde es wagen, im Moment hat es etwas nachgelassen, allerdings zeigt mir das Wolkenradar, dass noch ein ganz dunkler Knubbel im Anflug ist, wird wohl genau runterkommen, wenn ich an der Bushaltestelle stehe, aber da muss ich nun durch, würde es nur schwer aushalten, F. heute gar nicht persönlich zu sehen.  

 

18:15 Uhr, ich tat es, aber am Ende wurde es fast zum Survivaltraining.

In dichtem Schneetreiben ging ich rüber zum Bus, stellte mich unter U.s Abstellplatz noch kurz unter, dann ließ es nach und ich konnte einigermaßen trocken einsteigen.

In der U-Bahn dann dies hier:


Mal  ganz was  Neues 😡... und natürlich kam ich deutlich später bei F. an als gedacht.

Heute war wieder  eine meiner Lieblingsschwestern für ihn zustädig, kaum sah sie mich, meinte sie ganz erfreut: "Oh, dann können wir ihm ja wieder die 'feuchte Nase' verpassen, wenn Sie da sind, klappt das ja immer prima." 

Was sich auch bewahrheitete, er atmete wunderbar langsam und tief, hielt die ganze Zeit eine Sauerstoffsättigung von 100%.

Besser gehts nicht, nur müsste er das jetzt 24 Stunden am Stück durchhalten, wobei sicher das Sekret am hinderlichsten ist, das er wegen des Luftröhrenschnittes alleine nicht abhusten kann, sondern das immer wieder abgesaugt werden muss.

Als ich dazukam, lagen seine Füße bloß und man hatte ihn nur mit einem Laken bedeckt, eindeutig zu wenig, aber die Schwester meinte, die Temperatur sei zuvor ein wenig zu hoch gewesen, was  auch gestern schon der Fall war und was ich gern besser abgeklärt wüsste.

Immerhin konnte sie mir aber sagen, dass die Entzündungswerte fallend sind, was ja schon mal ein gutes Zeichen ist. Wäre bei den ganzen Kontrollen der letzten Zeit irgendetwas Auffälliges herausgekommen, wüsste sie auf jeden Fall darüber Bescheid, meinte sie noch, also will ich mal darauf vertrauen, dass das so stimmt.

F.s Nerven muss ich bewundern, denn ich selbst fühlte mich fast wie daheim, wenn er an seinem PC Filme schaut und bei mir nur der Lärm ankommt.

Gestern dachte  ich  noch, der Bettnachbar würde übers Handy Sportberichte verfolgen, heute schnallte ich nun, dass ein recht großes Tablet auf einem Ständer vor sich hat, auf dem er uns heute mit der viel zu lauten Geräuschkulisse irgendwelcher Action-Filmchen traktierte. 

Ich vermute, das Gerät wurde sogar vom KH bereitgestellt, ganz am Anfang erwähnte ein Pfleger mal so was, nur dass die dann offenbar keine Kopfhörer dazuliefern, das finde  ich ein schwaches Bild, denn wie  soll sich der Mitinsasse so erholen können, der ja gar nichts sieht, sondern nur mithören muss?

Tja,  und dann wurde es auf einmal düster vor den leider ja zu einem großen Teil aus Milchglas bestehenden Fenstern, so dass F. gar nicht hinausschauen kann.

Ich dagegen stand vom Stuhl an seinem Bett auf, lugte durch die Ritzen und sah, dass es schneite wie jeck, und zwar nicht von oben nach unten, sondern fast quer von links  nach rechts aufgrund des starken Windes.

Weia, das hörte gar nicht mehr auf, die Wolken blieben dunkel und ein Blick aufs Regenradar verhieß auch nichts Gutes.

Also beschloss ich die Bahn um kurz nach fünf  zu nehmen, denn je kälter es würde, um so mehr von dem Mist würde liegen bleiben.

Der Gang über den großen Parkplatz war sogar recht angenehm, denn überall dort, wo die  Schneedecke noch unangetastet ist, kommt man gut voran, doch da, wo bereits Leute durchgelaufen waren, wurde  es matschig und damit zunehmend glatter.

Was war ich froh, als ich endlich oben war an der Haltestelle, immerhin der Aufzug war ja schneefrei gewesen und hier erkennt man ganz gut, dass von den Massen, die innerhalb von einer Stunde heruntergekommen waren, nur ein Teil liegen blieb, weil der Untergrund zuvor nass war: 


 20 Minuten später war ich in der Stadt und hier wurde es dann fieser, denn die Rolltreppe des Zugangstunnels zur U-Bahn war ausgefallen, also musste ich die lange Treppe hoch, und da der Schnee schräg  genau da hineingefallen war, wurde das wirklich ein schwieriges Unterfangen. Die Stufen waren alle voller Matsch und glatt wie Schmierseife und wenigstens am Geländer festhalten ging auch nicht wirklich, da sich der Schnee über die ganze Länge auf dem Metallrohr auftürmte und mir sofort am Handschuh festklebte.

Irgendwie kam ich heile hoch, aber ... viel Spaß machte das wirklich nicht. 🙄

Daheim präsentierte sich unser Garten so: 


 

 

Für die Nacht sind weitere Schneefälle und auch erneut Gewitter angesagt, es bleibt also sehr spannend, ob und wann ich morgen zu meinem armen F. kann ... 

 

Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉 

Donnerstag, 1. Januar 2026

9:27 - 23. Tag Intensivstation

 Meine Verbindungsfrau hat gute Arbeit geleistet, der Gasmann rief gerade tatsächlich schon an, also sogar deutlich früher als angekündigt, d.h. ich werde wie geplant mit dem Bus um 14:06 zu F. starten können, wobei es mit dem Wetter aber ungemütlich aussieht.

Immer wieder Schauer sind angekündigt, dazu weht ein  starker Wind, der das Benutzen eines Schirmes  unmöglich macht - lustig wird das sicher nicht, aber da muss ich durch.  

Thema Gasmann ist erledigt, nun ist der Tank rappelvoll und F. sollte sich beeilen mit dem Atmen, bevor das Ding sich wieder von Herumstehen entleert. Seufz, wenn es doch bloß so einfach wäre ...

Und nun läuft auch die Waschmaschine wieder, denn auch wenn ich an solche Mythen wie den Spuk der Rauhnächte natürlich genauso wenig glaube wie an Götter jeglicher Art, habe ich mich - sicherheitshalber 😁- doch dran gehalten, dass man zwischen den Feiertagen nicht waschen sollte.

Ähnliche Wirkung wie beim kleinen Talisman im Geldbeutel oder auf dem Regal, auch wenn man es für Humbug hält,  kann es einem ein ganz klein bisschen ein gutes Gefühl verschaffen,  und das ist gerade ganz wichtig für mich, damit ich damit auf F. ausstrahlen kann.

10:43 ... gerade rief meine Tante an, diesmal die andere, also die Schwester meiner Mutter und sie entsann sich, dass schon meine  Oma sich an den Nicht-waschen-Brauch hielt, also wieder einmal etwas, das sich durch die Generationen fortsetzt ...  

11:00 ... F. hat sich seit halb fünf nicht mehr auf WhatsApp blicken lassen, also rief ich auf der Station an: Man hatte ihm heute früh schon die "Feuchte Nase" verpasst, aber inzwischen war er zu erschöpft und musste zurück an die Beatmung gehängt werden. 😢

Ha, und als ich gerade mein Handyticket heraussuchen will, sehe ich, dass es von gestern auf heute um 20 Cent teurer geworden ist. 

Wie ernst ist es eigentlich damit, dass man die Leute anbeglich zugunsten der Umwelt zum Umstieg auf die Öffis bewegen will?  

Zumal es auch nicht gerade verlockend ist, wenn die Angaben in der App absolut nicht mit denen an den Haltestellen übereinstimmen.

Heute war es richtig scheußlich - es ist nun 19:10, grad bin ich heimgekommen, nachdem ich mich an meiner "Lieblingshaltestelle" eine halbe Stunde lang wie im Ausland gestrandet fühlte, dem beißend kalten, heftigen Wind ausgesetzt, während  junge Herren einzeln oder in Grüppchen an mir vorbeizogen.

Bisher hatte es ja mit dem Zusammenspiel von Bus und Bahn recht gut geklappt, abgesehen von dem einen Tag, als in Düsseldorf der schreckliche Mordanschlag geschah, aber ich schätze, nun bekomme ich es zu spüren, dass der Weihnachtsmarkt vorbei ist. So lange er lief, fuhren die Bahnen im Viertelstundentakt, dadurch ließ sich meist recht guter Anschluss finden, aber heut fuhr sie nur noch halbstündlich, der Bus war gerade weg, also musste ich sehr lange auf den nächsten warten.

Da heute der Sonntagsfahrplan galt, heißt das für mich wohl, dass ich kommenden Sonntag leider nur die sehr viel kürzere Besuchszeit am Morgen nutzen kann, denn das ist schon extrem unangenehm, wenn man im Dunkeln so lange an dieser Haltestelle stehen muss, wobei jetzt auch noch die Knallerei von allen  Seiten hinzukam.

Gegenüber befindet sich ein Hochhaus, unter dem man durchgehen kann, hach, so etwas bietet sich ja förmlich an für Explosionsspielchen - zwischendurch dachte ich echt mal, nun hätte es mir das Trommelfell zerfetzt, so laut war das ... 😡

Dafür gibts aber von F. Gutes zu berichten. Sie schalten zwar immer wieder mal die Beatmung  hinzu, damit es nicht zu anstrengend für die Lunge wird, aber im großen Ganzen kommt er schon prima damit klar, wenn er es alleine schaffen muss, nur langsamer und tiefer zu atmen, das wäre nach wie vor enorm wichtig ...

Als ich kam, staunte ich nicht schlecht, als ich einen Schnabelbecher auf seinem Tischchen stehen sah.

Der Pfleger war grad mit im Zimmer, also fragte ich gleich nach, ob er denn etwa etwas getrunken habe. Er nickte und fügte hinzu, nicht nur das, sondern auch einen Joghurt habe er gegessen.

Wow - zwar hat er den Schlauch für die künstliche Ernährung  immer noch in der Nase, aber das ist doch mal ein echter Anfang, finde ich, und als ich ihm später die Fingernägel weiter schneiden wollte, war ich ihm nicht gründlich genug, also übernahm er das kurzerhand selber und knipste emsig an sich herum. 

Schon irre, wie man sich an so etwas derart erfreuen kann, das man einst als völlig selbstverständlich betrachtete, aber im Moment erscheint mir jeder dieser Fortschritte wie ein kleines Wunder ... so darf F. ruhig weitermachen. 🥰

 

So, und nun habe ich Hunger und werde ihn mir auch nicht von der Dauerknallerei da draußen vermiesen lassen.

 

Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 

 

 

Nu isser weg, ...

 ... der Tannenbaum und alles andere, was an Weihnachten erinnerte - es ist Silvester, 17:16, und nachdem das ZDF mich am Nachmittag über Stunden mit Sport beglückte, steht mir ein nicht minder erfreulicher Abend bevor, denn ich habe weder den Nerv für fröhliche Musiksendungen noch für irgendwelche Filmchen. 

Was für ein langweiliger Scheißabend, sorry, aber anders kann ich es grad nicht ausdrücken, zumal an Schlafen mit Sicherheit nicht vor zwei Uhr zu denken sein wird, wenn sie schon jetzt einen derartigen Höllenlärm da draußen veranstalten.

Grad eben schoss sogar mein inzwischen eigentlich schon recht schwerhöriger Rex in die Höhe, weil es derartig laut rummste, als hätten sie nun meine Speisekammer in die Luft gejagt.

Drei junge Herren waren es, die es als besonders verlockend empfanden, ihren Mist direkt neben der Außenwand auf unserem Abstellplatz in die Luft zu jagen. 😡

Und Rex ist nun außer Rand und Band, so dass ich Angst haben muss, ihn später zumindest noch mal in den Garten zu lassen, denn zwar ist dieser eigentlich ausbruchssicher, aber bei einem Hund in Panik weiß man nie, was er sich alles einfallen lässt, um der Situation zu entkommen.

Immerhin hat Bubi wenigstens mich, wie aber mag es all den Wildtieren ergehen, die sich genauso wie er fürchten werden?

Da ist es wieder, dieses ICH, ICH, ICH ... Hauptsache, ICH habe meinen Spaß, welchen Schaden ich anderen Lebewesen und auch der Umwelt damit zufüge, ist doch wirklich völlig unwichtig ... 😡

Tatsächlich hatte ich einen kurzen Moment lang sogar darüber nachgedacht, ob ich mich heute nicht irgendwo selber einladen sollte, bei den Nachbarn oder auch bei A., die mich ja sogar ausdrücklich darum bat, aber ... selbst wenn es mir danach wäre, ich könnte es gar nicht, zum einen wegen Rexibubi, zum anderen wegen der Virengefahr, also heißt es einigeln und den Abend irgendwie herumbekommen.  🙄

Ach, und nun kommt auch endlich die Benachrichtigung in der App der Sauerstofffirma. Schaffen die es zumindest dieses eine Mal, sich etwas nach mir zu richten?

Nein, natürlich nicht! Mein Bus fährt um 14:06, aber angemeldet haben sie sich nun für die Zeit zwischen 10:15 und 14:15.

Klasse, wirklich klasse!!! 🤬😵‍💫🤬 

Aber immerhin wirklich toll, F. denkt wieder klar und vor allem auch mit, gerade fragte er mich per WhatsApp, ob das mit dem Sauerstoff für morgen geklärt ist. 🥰 

Ich fass es ja nicht, es ist  noch keine 20 Uhr und überall ballern sie wie bekloppt, auf dem Hof des Pflegeheimes und grad kam ein Berliner Wagen angefahren, die  Herrschaften stiegen aus, holten offenbar einen unserer neuen Nachbarn dazu, stellten sich an unsere Kreuzung und nun jagen sie ein Ding nach dem anderen in die Luft.


 Sind denn jetzt alle verrückt geworden, inkl. Rex, den ich allmählich kaum noch zu beruhigen weiß? 

 

21:24 ... nun habe ich doch noch etwas gefunden, das  mir den Abend  vertreibt, ausgerechnet auf Sport1, denn dort läuft "Bitte lächeln". Einfach mal grinsen, bissl schadenfroh sein (sieht ja keiner, wenn ich eh alleine bin 😁), so geht die Zeit prima vorbei und mit etwas Glück wird sich F. vielleicht auch noch mal melden, von dem ich immerhin schon erfahren habe, dass sie ihn nun wieder an die Beatmung gestöpselt haben. Schade, aber vielleicht muss man es auch langsam angehen lassen damit ...? 

00:10 ... und ich wünsche euch ein frohes, friedliches und  gesundes Neues Jahr! 

Kurz habe ich mal aus der Haustür geschaut, war ziemlich baff über den dichten Feuerwerksdunst, der hier alles einnebelte, obwohl in unserer Straße um Mitternacht überhaupt nur an zwei Stellen geknallt wurde, und dann waren zwei junge Herren nicht zu übersehen, der eine dunkel gekleidet mit über den Kopf gezogener Kapuze, der andere in einem langen orientalischen Männergewand.

Sie schauten sich  jedes Haus genau an, schienen besonders auf die Türen zu achten, nachdem sie an mir vorbei waren, sahen sie sich noch mehrmals nach mir um, dann gingen sie  kurz in die kleine Grünanlage nebenan, hinter der sich ja eine Kleingartenanlage befindet, kamen wieder heraus und bogen weiter hinten erneut ab in die Richtung, aus der man von hinten an die Gärten herankommt.

Ansonsten ist draußen der Teufel los, die Leute müssen ungeheuer viel Geld haben und nun bin ich gespannt, ab wann es wohl ruhiger werden wird.

Bis dahin gehts halt  weiter mit "Bitte lächeln", das zum Glück für  mich schon den ganzen Abend läuft und mich teilweise gut unterhielt.  

00:40 ... jee, und vielleicht war meine Beobachtung doch wichtig, denn auf einmal ging es rund draußen mit Blaulicht.

Zwei oder drei der Kleingärten brennen: 


 Hier war die Feuerwehr schon aktiv gewesen in der Zeit, bis ich mein Handy geholt hatte, zuvor war das Feuer so hoch, dass mein Nachbar Angst bekam, es würde gegenüber aufs Altenheim überschlagen können.

Der Blick aus dem Küchenfenster  sieht aktuell so aus und die ganze Straße ist voll mit Blaulicht: 


 

Und  nun schnappte ich mir auch noch einen Polizisten und teilte ihm meine Beobachtung mit. Keine Ahnung, ob es relevant sein könnte, zumal diese Typen außer der Kleidung und südändischem Aussehen keine besonderen Merkmale hatten, anhand derer  ich sie wiedererkennen würde, aber ich hätte hier gar nicht über sie geschrieben gehabt, wenn sie mir nicht so suspekt erschienen wären mit ihrem seltsamen Verhalten.

Der Beamte fragte noch einmal genau nach allen Einzelheiten, die ich erinnerte, auch er konnte ja noch nicht beurteilen, ob es wichtig sein könnte, bedankte sich aber herzlich bei mir und meinte: "Bleiben Sie bitte auf  jeden Fall so aufmerksam, das ist ungeheuer wichtig für unsere Arbeit!"

"Worauf Sie sich verlassen können", antwortetei ich, "bei uns sind sie erst vor Kurzem eingestiegen und ich wäre verdammt froh gewesen, hätte es auch da aufmerksame Mitbürger gegeben, die etwas beobachtet hätten ..."

 

Tja, sieht so aus, als wäre hier noch lange nicht mit Ruhe zu rechen - was für eine irreale Situation, nebenan lodern die Flammen, die Helfer arbeiten in großer Zahl und um uns herum knallen die Menschen weiter unbeirrt ... 

 

Trotz allem: 


PS: Nun habe ich gerade noch auf der Station angerufen und mich sehr nett mit der Schwester unterhalten. F. schläft friedlich und ich brauche mir keine Gedanken zu machen, dass man ihn zurück an die Beatmung packte, sie fangen mit der "feuchten Nase"  immer mit Bedacht an, da es für den Patienten ziemlich anstrengend ist und er sich erst nach und nach daran gewöhnen muss.