... richtete ich unsere Schlafstätten für die Nacht her und während ich noch in der Küche zu tun hatte, schaltete F. am TV hin und her und landete auf diese Weise mitten im Endspiel, was ich bei meiner Rückkehr zähneknirschend zur Kenntnis nahm, denn das waren nicht die Hintergrundgeräusche, bei denen ich gut zur Ruhe finden kann.
Ich nahm es hin, verkroch mich auf meiner Pritsche und da ich zurzeit immer kaputt genug bin, war ich trotz des Lärms bald weggedämmert.
Als ich hochschreckte, sah ich in die grinsenden Gesichter der beiden alten Männer, die so strahlten, als hätten sie höchstpersönlich auf dem Rasen gekickt, und mit dem Gedanken "Überall nur noch mafiöse Zustände" war ich auch schon wieder weg.
Der Fernseher lief weiter und half mir, nach meinen vielen Toilettengängen - pünktlich jede Stunde - jedes Mal zügig wieder wegzudösen, und als ich mich am Morgen endgültig erhob, liefen grad Nachhrichten und ich erfuhr, dass sowohl Putin wie auch Trump in der Nacht wieder bös mit ihren Raketen zugeschlagen hatten.
Was ist das nur für eine Scheiß-Welt? 🤮
Mein Eindruck von ihr verbesserte sich auch nicht wirklich, als meine Tante heute Morgen anrief und mir vom Tod ihrer ebenfalls 88-jährigen Freundin erzählte.
Sie war gestürzt, hatte sich ein Auge verletzt und den Arm gebrochen, beides war wiederhergerichtet worden, aber sie trug noch Gips und nun war ihr Sohn der Meinung, er könne sich daheim nicht genug um sie kümmern, weil er ja arbeiten müsse, und ... auf keinen Fall könne er seine eigene Mutter baden. 😮
Eine Pflegestufe hatte sie bis dahin noch gar nicht gehabt, bekam nun die 2, aber offenbar sah sich keiner in der Lage, sich um einen Pflegedienst zu kümmern, stattdessen wurde sie in ein Heim abgeschoben, wo sie jeden Lebensmut verlor und das Essen und Trinken einstellte.
Mir ein Rätsel, was da wirklich ablief, aber Fakt ist, sie wollte unter keinen Umständen in ein Heim und nun ist sie tot. 🙁
Immerhin im Garten gibt es Erfreuliches bei dem, was mir die Schnecken nicht weggefressen haben:


Hallo, liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenIrgendwann wird jeder der böses tut auch zur Rechenschaft gezogen.
Fragt sich nur wann?
Das Fußballspiel war okay - mehr jedoch auch nicht. Ausführlich habe ich ja im Blog berichtet. - Ja, es gibt wohl Zustände bei der FIFA die auf den Prüfstand gehören. - Am Besten fand ich allerdins, wie Trump gestern mit aufs Mannschaftsfoto mochte, und ihn Infantino anzeigte, dass er bitte die Bühne verlassen mag.
Deine Blümchen ganz wunderbar und der Sturz der 88-Jährigen Furchtbar. - Das sie offenbar keinen Lebenswillen mehr hatte erschreckt einen.
Wir machen auch weiterhin das Beste aus Leben und dem was uns so herum passiert!
Liebe - gegen 20 vor 2 - Grüße
lifeminder
So wie die Bösen in den Märchen unserer Kindheit am Ende ja auch immer verloren, lieber lifeminder? 😊
LöschenDass Zeitgenossen wie Trump oder Infantino ihren Platz auf der Weltbühne so ungestört behaupten können, ist für mich unfassbar und erst recht das Ende der Freundin meiner Tante.
Der Sturz war ja nicht das Schlimme, den hatte sie sogar gut weggesteckt, aber so wie es für mich rüberkam, hat es sich der Sohn ein bissl zu einfach gemacht, indem er Muttern kurzerhand ins Heim schickte. Offenbar hatte sie große Angst davor, dort dauerhaft bleiben zu sollen, und das raubte ihr den Lebensmut.
Wenn alte Menschen ganz abgeklärt von sich aus sagen, ich will keinem zur Last fallen, steckt mich ins Heim, mag das vielleicht in Ordnung gehen. In diesem Falle war es nicht so und dann sollte man als Angehöriger so viel Verantwortungsgefühl haben, um alles nur Erdenkliche in die Wege zu leiten, dass die Person im gewohnten Umfeld bleiben kann, oder nicht?
Liebe So-nach-neune-Grüße zurück! ;-))
Das was du heute schreibst wühlt mich auf.!!! Wie kann man einen Mensch dahin sichen lassen ? Keinen Pflegedienst zu finden und sie statt dessen einfach in ein Heim ab zu schieben. Wenn ich das lese dann läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Ich möchte nicht über einen Menschen und sein Verhalten urteilen. Mit seiner Mutter so um zu gehen? Als meine leibliche Mutter starb - in einem Seniorenheim - rief mich mein Cousin an, denn er arbeitete dort. Er hatte zusammen mit seinem Vater, dem Bruder meiner Mutter alles abgesprochen und organisiert. Beim Trauergottesdienst saß ich nicht bei der Familie, sondern irgendwo. Als Frieda starb hatte ich sehr lange mit mir zu kämpfen. Ich war der Meinung, daß sie irgendwo ist und sie dann wieder zurück kommt. Das war nicht der Fall. Deine gelben Blumen zaubern mir ein lächeln ins Gesicht. Danke dafür. Ich wünsche dir von Herzen, daß mal wieder in deinem Bett schlafen kannst.
AntwortenLöschenIch denke, es war ihr ausdrücklicher Wunsch, so nicht leben zu wollen, und das hat sie dann umgesetzt.
LöschenEs ist schon fatal, erst erfinden wir so viel medizinischen Fortschritt, dass wir viel älter werden, als die Natur es eigentlich für uns vorsah, und am Ende wissen wir nicht mehr, wohin mit den alten Menschen.
Meine inzwischen so zahlreichen Verstorbenen sind leider auch nicht zurückgekommen, aber ... in der Physik wird die Möglichkeit von Paralleluniversen ja ernsthaft diskutiert, d.h. es kann sein, dass das, was wir als Zeit wahrnehmen, so gar nicht existiert. Womöglich erlebst du in anderen Universen gerade Situationen mit Frieda, die in diesem längst vergangen erscheinen, oder ... auch ganz andere. ;-)
Mein Liegestuhl passt gut zum Thema. Natürlich ist er nicht die komfortabelste Schlafstätte, aber ich komme klar damit, denn die Hauptsache ist, F. lebt, und zwar dort, wo er sich am wohlsten fühlt. ;-))