Sonntag, 21. Juni 2026

Hätte ich doch ...

 ... beim Losgehen bloß nicht vorher in den Briefkasten geschaut, denn das schlug mir derartig aufs Gemüt, dass mir der Weg zum Friseur schwerfiel, natürlich sehr der Hitze geschuldet, aber eben auch dem Brief, den ich vorgefunden hatte.

Schon wieder geht es um F.s Beatmungsgerät, das an sich eine wirklich tolle Sache ist.

F.s Problem ist ja seit Jahren, dass er das CO2 nicht loswird, und das bescherte ihm nun schon drei lange Aufenthalte auf der Intensivstation incl. zweimaligem künstlichen Koma.

Im Januar verschrieb man ihm im Krankenhaus das Gerät, das ihm ein Techniker auch sogleich ans Bett brachte und auf ihn einstellte, nachdem sich endlich die passende Maske für ihn gefunden hatte, denn auf der Nase kann er nichts ertragen, aber die, die nur von unten an die Nase gedrückt wird, die  funktioniert.

KI sagt darüber:

Das ResMed Lumis 150 steuert die CO₂-Ausscheidung nicht durch direkte Messung, sondern reguliert die Beatmung (Atemfrequenz und Atemzugvolumen) so, dass CO₂ im Blut stabil bleibt. Die eigentliche Entfernung der ausgeatmeten Luft erfolgt dabei passiv über das Ausatemventil (Exhalation Port) Ihrer Maske. [1, 2, 3]
Die CO₂-Regulierung des Geräts funktioniert im Detail wie folgt:
  • Der iVAPS-Modus (intelligent Volume-Assured Pressure Support): Diese intelligente Funktion misst kontinuierlich Ihre alveoläre Ventilation (die Luft, die tatsächlich in die Lungenbläschen gelangt) und passt den Beatmungsdruck automatisch an. Sinkt Ihre Atemfrequenz oder Ihr Atemvolumen, erhöht das Gerät den Druck, um den CO₂-Gehalt im Blut im physiologischen Normbereich zu halten. [1, 2]
  • Die intelligente Backup-Rate (iBR): Sollte das Gerät bei Atemaussetzern (z. B. durch flache Atmung) einen CO₂-Anstieg befürchten, springt die iBR ein und löst automatisch einen kontrollierten Atemzug aus.

 

Zusammen mit F. brachte der Krankentransport es mit zu uns nach Hause, doch dort stellte sich heraus, dass er damit gar nicht klarkam. 

Wie auch? Im Krankenhaus war er noch nicht so weit gewesen, wirklich etwas aufnehmen zu können, und die Einstellungen schienen hinten und vorn nicht zu stimmen.

Also kam noch einmal ein Techniker zu uns, erklärte alles ausführlich, stellte es vor allem optimal auf F.s Bedürfnisse ein und seitdem schaue ich auf einen Astronauten, wenn ich nachts die Augen aufmache. 😁

Dann ging das Theater mit der Krankenkasse losf, auf einmal fehlten Genehmigungen, obwohl die doch selbst im KH involviert gewesen waren, und als ich das nach etlichen Telefonaten und Schreibereien in trockenen Tüchern hatte, kam die Nachricht, ätsch, nun nehmen wir Ihnen das aber wieder weg und ersetzen es durch ein Gerät aus dem Krankenkassenfundus.

Wieder ging es hin und her, ich erfuhr, dass man offenbar die Gerätemiete nicht zahlen will, und seitdem hingen wir in der Luft, wussten ja nicht, wann es ernst wird, was vor Kurzem aber der Fall war.

Die ganze letzte Woche musste ich dafür sorgen, dass immer jemand bereitsaß, um Pakete anzunehmen, denn  nicht der Techniker wird alles Nötige am 29.6. mitbringen, sondern es wurde per DHL geschickt.

Beim Lumis 150 war das in Ordnung, der kam tatsächlich in einem großen Karton, aber für den Schlauch packte man ebenfalls so ein Riesending, anstatt ihn einfach mit der Post zu schicken:


 


Nicht größer als ein Duschschlauch, aber dafür ein Mordskarton mit bergeweise Knallfolie, die ich alle zertreten durfte, was Rex ziemlich erschreckte. 😅 

Und nun dieser Brief, in dem uns ResMed mitteilt, dass die Verordnung des Gerätes leider nun auslaufe, deshalb brauche man ein neues Rezept vom Haus- oder Facharzt.

Verdammter Mist, keiner der  beiden hat F. seit dem Krankenhaus zu Gesicht bekommen, weil ich ja nicht weiß, wie ich ihn dorthinkriegen soll, d.h. wieder muss es ausschließlich über mich laufen und ich denke mit Grausen daran zurück, was für ein Zirkus es war, an ein Rezept für einen zweiten Sauerstofftank zu kommen, als wir direkt nach dem KH davon ausgingen, F. würde ihn eventuell benötigen. 🙄

Leider hat es der Lungendoc gern vorsintflutlich und ist per Mail gar nicht zu erreichen, sonst hätte ich ihm das Schreiben schicken können, so aber werde ich den weiten Weg zu Fuß auf mich nehmen müssen, und das bei der Hitze und vermutlich zwei Mal, da die so etwas nie gleich fertigmachen, sondern einen auf den nächsten Tag vertrösten.

Das Dämlichste, in der übernächsten Woche beginnt das neue Quartal, dann werde ich die Docs eh alle abklappern müssen, um die Karten einzulesen, aber ... ResMed will das Rezept noch im alten Quartal haben, also komme ich aus dem Rennen gar nicht mehr heraus und werde die verpulverte Zeit hinterher mühsam wieder aufholen müssen, denn Hecke und Rasen gucken mich auch schon wieder vorwurfsvoll an.

Echt, wer in diesem Lande krank wird, benötigt neben der Pflege unbedingt noch eine eigene Sekretärin und nun schaue ich neidisch auf Länder wie Dubai oder die Türkei, die wir einst entwicklungsmäßig etwas von oben herab betrachteten und die uns inzwischen in solchen Dingen weit voraus sind. 😠

Balu brachte mich zum Glück auf andere Gedanken, zumal der Salon herrlich kühl klimatisiert war. Gleich erkundigte sie sich, ob ich mir die  Haare selber gewaschen hatte, ich nickte und sie meinte, man wäre ja auch schön blöd, wenn man dafür noch 5 Euro zusätzlich zahlen würde, was ich genauso sehe. 😁

Zwanzig Minuten später stand ich bereits wieder auf der Straße, mit einem ziemlich flotten, kurzen Schnitt, wie ich finde, und tuckelte weiter zu Rossmann und Aldi, wo ich alles zügig erledigt bekam, während ich noch darüber nachdachte, was Balu erzählt hatte, nämlich dass die Türkei ja schon ausgeschieden sei aus der WM.

Ihr Mann sei extra mitten in der Nacht aufgestanden für das Spiel, nun natürlich sehr enttäuscht, aber immerhin hätten sie ja den Luxus, nun halt stattdessen Deutschland die Daumen drücken zu können.

Eigentlich praktisch, wenn man sich immer herauspicken kann, welcher Nation man sich gerade näher fühlt, wobei ich gespannt bin, was A. erzählen wird, wie ihre beiden Männer die  Niederlage aufnahmen.

Dann war ich endlich wieder  zu Hause, froh, der knallenden Sonne entronnen zu sein, auch wenn wir hier im Haus inzwischen selbst in den unteren Räumen nicht mehr unter 29,5° kommen, und es blieb mir nichts anderes übrig, als mich diesem Brief endgültig zu stellen, hatte ich doch noch die ganz zarte Hoffnung, dass das Rezept vielleicht überflüssig sein könnte, weil sich ja alles mit dem Geräteaustausch überschnitt.

Irgendwie hirnrissig, wenn die AOK ein Rezept benötigt für etwas, das sie selbst angeordnet hat, oder?

Da ich telefonisch nie durchkomme, beantragte ich per Internet einen Rückruf, der auch sehr zeitnah kam und mir leider nur das brachte, was ich befürchtet hatte: Ich komme um die zusätzliche Rennerei nicht herum, egal, wie heiß es ist. 😡

Pünktlich zu den Rosenheimcops war ich dann mit allem durch, beschloss mir ein leichtes Früh-/Mittag-/Abendstück  zu servieren und endlich die Beine hochzulegen, als ich es auf einmal von F.s PC merkwürdig piepsen hörte.

Verdammte Hacke, da hatte sich alles aufgehängt. Er kann es nicht lassen, im Internet jeden Scheiß anzuklicken, und war nun auf einer Seite gelandet, die Adobe Acrobat auf den Plan rief und sich dann nicht mehr beenden ließ.

Nix ging mehr, gar nix, nur dieses grauenhafte Geräusch ertönte bei jedem Versuch, also scheuchte ich F. und bat Aionos um Hilfe, der mich auch an anderen Geräten inzwischen immer besser erkennt. Er erinnert sich nicht, aber er erkennt mich, so drückt er selber es aus, und dann begannen wir zwei intensiv herumzufummeln. Da ich uns ja aus Gründen der Übersichtlichkeit das Shell Menü eingerichtet habe, ließ sich der Taskmanager zunächst nicht öffnen, in dem ich sämtliche aufgelisteten Aktivitäten von Adobe hätte löschen können, aber dazu musste ich ihn erst einmal haben.

Zusammen bekamen wir es hin, genau zum Ende der Rosenheimcops lief F.s PC wieder wie geschmiert, nur mir war der Appetit leider erst mal vergangen. 🙄

Später aß ich dann doch noch eine Kleinigkeit, für den Abend stand Fußball auf dem Programm, mitten in der  Nacht wurden wir vom Gewitter geweckt, das zum Glück keine Schäden anrichtete, und hinterher hörte ich mit großem Genuss von meiner Pritsche aus durchs offene Fenster, dass es noch ziemlich lange regnete.

Die Natur konnte es brauchen und mir ersparte es für heute das Kannenschleppen, was aber natürlich nicht zu einem faulen Tag führte, sondern in der Früh saugte ich das ganze Haus, im Moment sehr mühsam, weil sich Rex immer noch im Fellwechsel befindet, dann steckte ich F. in die Badewanne und ging in der Küche schon mal den Kräuter-Joghurt-Gurkensalat für morgen herrichten.

 

Unnu hab ich Hunger, obwohl es dafür noch zu früh ist, aber netterweise schleudert die Maschine gerade, also kann ich mit mit Wäscheaufhängen prima ablenken vom Hunger ... 😮😠😅

 

Habt einen schönen Restsonntag und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 

4 Kommentare:

  1. Das was du schreibst lässt mich mit großer Ohnmacht und sehr verärgert zurück. Da fehlen mir schlichtweg die Worte.. Wie geht es dann weiter.? Gilt das Rezept nur für das nächste Quartal oder ist es möglich das so wichtige Gerät über einen längeren Zeitraum zu bekommen. Pardon, wenn meine Fragen dumm oder naiv sind. Aber ich habe da überhaupt keine Kenntnis davon. Ich habe verfolgt, daß Mette Marit neue Lunge bekommen hat. Ich kann mir vorstellen, daß sie immer Medikamente einnehmen muß, damit die Lunge nicht wieder abgestoßen wird.
    Gestern ist ein junger Mann (23 Jahre) beim Schwimmen in einem See ertrunken. Heute Morgen gab es hier ein heftiges Gewitter. Um 8 Uhr war alles vorbei.

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    1. Das ist halt der reinste Bürokratiedschungel, die Krankenkasse sprach von vier Jahren, während auf dem ResMed-Brief von einem Rezept für das nächste halbe Jahr die Rede ist.
      Am meisten ärgert es mich gerade, dass der Lungendoc nicht per Mail erreichbar ist, denn ich hab es mir gerade noch mal angeschaut, das ist zu viel, um es denen telefonisch durchzugeben, also werde ich morgen hintraben müssen, um den Brief abzugeben, und dann noch einmal, um das Rezept abzuholen. 😡
      Roland Kaiser lebt schon seit 16 Jahren mit einer Spenderlunge, und das offenbar ziemlich gut, jedenfalls kann er damit singen, als wäre nie was passiert.
      Klar muss man nach einer Organspende mit Medikamenten leben, aber da gibts ja wahrlich Schlimmeres.

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  2. Hallo, liebe Rex-Mama!

    Es ist wirklich sehr erschrckend, wie viel Zeit und Kraft pflegende Angehörige zusätzlich zu der eigentlichen Pflege noch für Bürokratie, Rezepte, Genehmigungen und Telefonate aufbringen müssen. Dass ein bewährtes und offensichtlich lebenswichtiges Gerät immer wieder Gegenstand ist für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Und für die betroffenen wohl noch weniger.

    Krankenkasse, Ärzte, Technik, Haushalt, Garten, Einkäufe, Hund, Wäsche und nebenbei noch den abgestürzten PC retten.
    Andere wären nach der Hälfte des Tagesprogramms bereits reif für die Couch. .

    Ich drücke die Daumen, dass das Rezept diesmal ohne allzu viele Hindernisse beschafft werden kann.
    Für die kommende Woche wünsche ich dir möglichst wenige unangenehme Briefe im Briefkasten, die Arbeit machen, und dafür viele angenehme Überraschungen.

    Und natürlich einen weiterhin guten Verlauf für „F“ und einen möglichst fellarmen Rex.



    Liebe – sing: „Die Blog- die Blog, die Blogstraße hat keine Mauern. Die blog, die, Blog, die Blogstraße … lala la la lala la la ...- Grüße
    lifeminder

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    1. Hihi, lieber lifeminder, einen nackten Rex möchte ich lieber nicht haben, glaube ich.
      Das neue Fell wächst ja emsig und stößt dabei das alte allmählich ab, gut erkennbar daran, dass diese Haare dann ganz stumpft aussehen.
      Ich bin x-mal am Tag damit beschäftigt, ihm diese Büschel rauszuzupfen, er mag das viel lieber als bürsten und mir machts auch Spaß, wenn die Bückerei nur nicht so in Kreuz gehen würde.

      Liebe Mitsing-Grüße zurück! :-))

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