Samstag, 20. Juni 2026

Guck an, dachte ich ...

 ... gestern Abend, als ich durch die Küche huschte und dabei einen flüchtigen Blick nach draußen warf, kommen die Fußballfans nun doch noch aus ihren Löchern?

Der vor dem Haus geparkte Wagen hatte nämlich eindeutig eine Flagge ins Fenster geklemmt, die nun über dem Autodach herumflatterte, aber was waren das denn überhaupt für Farben?

Im orangefarbenen  Licht der Straßenlaternen konnte ich es nicht richtig erkennen, trat näher ans Fenster heran und erblickte dies hier, was ich heute früh dann gleich knipste:

Als ich es F. erzählte, fragte dieser sofort: "Ja, wo gehören die denn hin? Hammer neuerdings auch Iraner hier in der Nachbarschaft?"

Tja, das ist mal eine gute Frage, tatsächlich haben wir ja keine Ahnung mehr, wer um uns herum wohnt. Immer wenn ein Haus zum Verkauf steht, rücken in der Regel strenggläubige Muslime nach, gut erkennbar an der Verhüllung der Damen, aber woher sie kommen und auf wessen Seite sie im Konflikt- oder Kriegsfall, so wie jetzt gerade, stehen, man weiß es nicht und besonders beruhigend finde ich diese Vorstellung  nicht.

Ehrlich gesagt ist mir diese Iranflagge vor der Tür sogar recht unheimlich. Handelt es sich um einen harmlosen Fußballfan, der die heimische Mannschaft unterstützen will, auch wenn er das Regime ablehnt?

Tut er Letzteres überhaupt oder kam er aus wirtschaftlichen Gründen her?

Und falls er er wirklich davor geflohen ist, wie passt es dann dazu, dass die Frau die strengen Kleiderregeln trotzdem einhält?

Wie auch immer, es erscheint  mir auf  jeden Fall nicht verkehrt, den Iran als Sieger zu betrachten, ganz gleich, wie es beim Fußball weitergeht, und vielleicht sollte  man auch hier gut hinschauen dabei, sieht man doch deutlich, was dabei herauskommt, wenn man Populisten an die Macht wählt, die zwar gut im Sprüchekloppen sind, aber von nix eine Ahnung haben ...  🙄

Nun habe ich mal KI befragt, ob man Leute überhaupt noch nach ihrer Herkunft fragen darf, und bekam genau die Antwort, die ich schon befürchtete:

Grundsätzlich darf man Menschen nach ihrer Herkunft fragen, aber es ist eine äußerst sensible Frage. Sie entscheidet sich zwischen echtem, empathischem Interesse und Diskriminierung. Im alltäglichen Miteinander wird sie oft als übergriffig empfunden, im beruflichen Kontext ist sie meist sogar gesetzlich verboten. 

Verdammt gerne würde ich wissen, was genau daran "sensibel" sein sollte?

Als ich noch bei den Schwaben lebte, empfand ich es jedenfalls in keinster Weise als "übergriffig", wenn mich jemand fragte, wo ich herkäme, weil man es meiner Sprache ja deutlich anhörte, dass ich Zugereiste war.

Was für ein Theater alles und jetzt grüble ich, ob man nicht am besten auch Sex verbieten sollte, weil diese Welt für die kleinen Wesen, die dabei entstehen könnten, eine viel zu große Zumutung darstellen könnte? 😊 

Ach, und dann stolperte ich gestern noch über diesen Artikel bezüglich der zunehmenden Gewaltbereitschaft hierzulande. 

Wobei ich diese Schlussfolgerung aber für falsch halte:

"In manchen Fällen spielen auch negative Erfahrungen mit den Behörden im Herkunftsland eine Rolle. Diese führen nämlich mitunter zu einem geringeren Vertrauen in den deutschen Staat."

Die Menschen kommen meist aus patriarchalischen, autoritären Systemen zu uns, wo der Staat hart durchgriff, und nun erleben sie hier das Gegenteil, was weniger mit Vertrauen zu tun hat, sondern vor allem zu einem Verlust an Respekt führt.

Warum sollte ich ihn haben, wenn das, was ich tue, eh keine oder nur wenig spürbare Folgen hat? *schulternzuck*

So, und nun werde ich mich den Folgen eines Anrufes widmen müssen, den ich am Dienstag tätigte, nämlich bei meinem Friseur.

Für 12 Uhr habe ich einen Termin bei  Balu und da ich damit schon den halben Weg zu Aldi geschafft habe, werde ich meinen Trolley mitnehmen und von dort aus gleich weitergehen.

Würde mir normalerweise im Traum nicht einfallen, bei dieser enormen Mittagshitze einkaufen zu gehen, aber was ich weg hab, hab ich weg, denn nächste Woche steht auch schon wieder jede Menge an.

 

Habt einen schönen Samstag und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

 


 

4 Kommentare:

  1. Hallo, liebe Rex-Mama!

    Gelle, ist schon lustig was so ein einziges Fähnchen an Fragen auslösen kann.

    Ich finde, dass Herkunft tatsächlich nichts Sensibles sein muss, solange die Frage aus ehrlichem Interesse gestellt wird.

    Früher war es doch völlig normal, nach Dialekt, Hrkunft oder auch den beschrittenen Lebensweg zu fragen. Wer nicht Antworten will, muss ja nicht.

    Gerade bei Iranern gibt es ja sehr unterschiedliche politische, religiöse und gesellschaftliche Einstellungen. Manche zeigen ihre Herkunft mit Stolz, obwohl sie das Regime ablehnen, andere wiederum nicht.
    So ganz anders ist es ja bei uns auch nicht.

    Dass man seine Nachbarn oft gar nicht mehr kennt, empfinde ich allerdings ebenfalls als schade. Ist aber auch hier so. Früher als Kind und Jugendlicher wusste ich besser wer bei uns in der Straße lebt als heutzutage.

    Jedenfalls wünsche ich dir einen angenehmen Friseurbesuch bei Balu.


    Pass bitte gut auf dich und deine Männer bei der Hitze aus.


    Liebe – dafür weiß ich ganz genau, wer in meiner „Blog-Straße“ wohnt - Grüße
    lifeminder

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    1. Jesses, brauchen wir dann noch eine Kommission, die beurteilt, wer welche Frage aus welchem Beweggrund stellt? 😮
      Eben, lieber lifeminder, es gibt sehr unterschiedliche "politische, religiöse oder gesellschaftliche Einstellungen", und wenn die Menschen aus ganz anderen Kulturen zu uns kommen, natürlich erst recht.
      Hier zeigt es sich daran, dass z.B. Mauern zwischen den Gärten erhöht werden, weil die verschleierten Damen nicht gesehen werden möchten, d.h. die Nachbarschaft wird immer heterogener, man spricht keine gemeinsame Sprache, grenzt sich immer mehr voneinander ab und spätestens, wenn von Haus aus verfeindete Gruppen nebeneinander wohnen, kann das zu erheblichen Konflikten führen.
      Deshalb wäre es mir schon ganz angenehm, zumindest die Herkunftsländer der Neuhinzuziehenden zu kennen ...

      Liebe Wenigstens-die-Blogstraße-hat-keine-Mauern-Grüße zurück! :-))

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  2. Als offenes und ganz vielfältiges Völkchen, sind die ALLE willkommen.!!
    Auch, wenn sie aus Polen kommen und hier rein kommen wollen. Und ja, als Badener sind die Schwaben NICHT meine liebsten Menschen. Wie heißt es doch so schön: über Baden lacht die Sonne...und über Schwaben die ganze Welt. Ich war sehr gerne in Bayern, als ich ein Gspusi aus München hatte. Sie war gerne in Baden. Ich war schon immer sehr Welt offen. Was hat denn deine Freundin gesagt, als ihr Land bei der Wm aus geschieden ist? Hier ist heute und Morgen ein Fest.

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    1. Jo, mit Badenern und Schwaben ist es wohl so ähnlich wie mit Düsseldorfern und Kölnern?
      Man kann sich nicht leiden, auch wenn keiner so genau weiß, warum eigentlich nicht? –😅

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