Das beschreibt meine gestrigen Tätigkeiten kurz und bündig, eine Mischung aus Hausfrau, Pflegerin und Sekretärin eben.
Nachdem F. und Rex für den Morgen versorgt waren, schnappte ich mir Herrn Hoover, um eine Runde mit ihm zu drehen, recht mühsam, weil neben Sauerstofftank und Rollator ja nun auch noch Kack- und Liegestuhl im Weg herumstehen, aber irgendwann war ich durch und war froh übers Timing, denn morgen und übermorgen werden beide Tonnen geleert, also werde ich den Dreck dann gleich los.
Anschließend stellte ich mich für weit über eine Stunde in die Küche, schälte und würfelte etliche Kilos Kartoffeln, um schon bissl für heute vorzuarbeiten, denn gleich wird daraus eine Suppe entstehen - etwas, das F. gut durch den innen immer noch sehr empfindlichen Hals flutschen wird.
Als Nächstes standen diverse Überweisungen an, die von F.s Konto online getätigt werden mussten, und da ich den besseren Überblick habe, was einzeln zu erledigen war oder gebündelt werden konnte (z.B. die ganzen Zuzahlungen fürs Sanitätshaus), setzte ich mich an den großen PC, wobei F. es sich nicht nehmen ließ, sich auf seinem Kackstuhl neben mich schieben zu lassen, um anwesend zu sein und mir sogar die einzelnen Zahlenfolgen anzusagen.
Schön zu spüren, dass so etwas wie Teamwork zumindest ansatzweise wieder möglich ist, nachdem noch vor wenigen Wochen F.s Kommunikationsversuche so aussahen:
(Eben unterhielten wir uns noch darüber, wie grauenhaft das für ihn war - unfähig zu sprechen gelang ihm auch kaum mal ein lesbarer Buchstabe. Der Geist war willig, aber der Körper spielte an keiner Stelle mit - wie abrundtief verzweifelt muss er sich in dieser Situtation gefühlt haben, denn so richtig konnte er es ja immer noch nicht nachvollziehen, was überhaupt mit ihm los war. 😢)
Die Zuzahlungen fürs KH splittete ich vorsichtshalber nach Jahreszahlen auf und ärgerte mich kurz darüber, dass man den Zahlungsbeleg zwar ausdrucken kann, es aber keine Funktion zum Speichern gibt, also druckte ich sie erst, um sie dann einzuscannen und zu speichern, denn den für letztes Jahr reichte ich dann gleich noch online bei der Krankenkasse ein, da wir die Befreiungsgrenze ja längst erreicht hatten, diese 210 Euro also zurückbekommen werden.
Was für ein bürokratischer Aufwand, und das auch nur, weil die fürs Bearbeiten des Befreiungsantrags viele Wochen benötigen ... 🙄
Tja, und wo ich nun schon mal im Account drin war, entdeckte ich auch noch ein neues Schreiben der AOK, in dem man F. mitteilte, dass er ja ein Beatmungsgerät beantragt habe und dies nun bis zum März geprüft werde.
Hähhhh?
Dieses Gerät bekam er doch schon im Krankenhaus ans Bett, dann mit nach Hause, begibt sich jede Nacht durchgängig unter die Maske und natürlich ging ich davon aus, dass das zwischen Ärzten und AOK längst abgeklärt sei, wie sollte ich das also jetzt interpretieren? Sollen wir das Tausende Euro teure Gerät womöglich selber bezahlen? 😮
Die Servicenummer ist rund um die Uhr an sieben Tagen erreichbar, nur leider für mich wieder nicht, denn erneut kam der Spruch, diese Nummer sei leider nicht erreichbar, man finde die richtige im Internet, womit ich dann wieder bei der landete die ich ja angerufen hatte. 🙄
Zum Glück bin ich seit dem letzten Mal schlauer und suchte mir gleich die Rückrufbeantragung heraus, die wirklich hervorragend funktionierte. Zwischen 17 und 19 Uhr hatte das Zeitfenster gelautet, schon um zehn nach fünf klingelte es und ich hatte eine Dame am Apparat, zu der der Funke gleich übersprang.
Sie hätten das gleiche Schreiben auch ans KH geschickt, erfuhr ich nun - entweder von dort oder direkt von uns benötigten sie den Arztbericht, um zu sehen, dass F. das Beatmungsgerät wirklich braucht, was ich dann lieber selbst in die Hand nahm, damit ich weiß, dass es zügig erledigt wurde.
Vorausschauenderweise habe ich sämtliche Unterlagen eingescannt, dank dessen ließ sich die Mail dann schnell fertigmachen und diesmal vergaß ich nicht erneut mich selber, denn das Gedöns wegen der Genehmigung meiner Zahnbrücke lag ja immer noch unerledigt auf der Eckbank in der Küche, weil so viel anderes ständig Vorrang hatte.
Genehmigt hatten die den Antrag ja schon, ohne dass ich ihn überhaupt ausgefüllt und eingereicht hätte, was aber fehlte, waren meine Zahnarzt-Scheckhefte und das sprach ich nun an.
Kein Problem, meinte die Dame, ich solle sie einfach nachreichen, zwar an die gleiche E-Mail-Adresse, aber sicherheitshalber in einer separaten Mail, denn sonst könne das System die Vorgänge bzw. F. und mich nicht auseinanderhalten, was ich mir schon gedacht hatte. 😁
Auch hier war ich nun froh, dass ich das Scannen der Scheckhefte bereits erledigt hatte, irgendwann zu Anfang der KH-Zeit, nachdem ich gemeinsam mit Aionos die Verbindungsprobleme zwischen PC und Drucker gelöst hatte, also schrieb ich auch diese Mail noch mit der Bitte um Neuberechnung des Zuschusses, damit sich dieser ganze Bürokratiewust nun endlich mal zu lichten beginnt.
Und zack war der gestrige Tag vorbei, irgendwann gegen 19 Uhr fand ich die Zeit, selber mal zu frühstücken, dann folgte noch der Dschungel, bevor ich unsere "Betten" umbaute und dann nur noch schlafen wollte.
Heute früh habe ich bereits die große gelbe Tonne durchs Haus geschleift und vor selbiges gestellt, dann musste ich die Zähler ablesen und die Stände an E.ON durchgeben, denn die Jahresabrechnung ist fällig und ich bin schon sehr gespannt, was dabei herauskommen wird.
Und nun ab in die Küche mit mir, denn so ein Kartoffelsüppchen kocht sich ja nicht von allein.
F. sitzt am PC und hat ... zum ersten Mal seit dem 11.12.25 das Radio eingeschaltet - wieder ein Hauch mehr Normalität. 😀
Habt einen schönen Sonntag und ... bleibt bitte gesund! 😉

So eine selbst gemachte Kartoffelsuppe würde mir auch zusagen. Das was alles machst ist wirklich sehr sehr viel und für mich persönlich ist es ein Zeichen, daß euere Ehe sehr gut ist. Und für mich ist es auch ein Zeichen, daß nicht einer auf Kosten des Anderen lebt. Heute habe ich mich mit meinem Cousin getroffen. Er wird sich um eine Vollmacht und eine Patientenverfügung für mich kümmern. Meine Ex-Frau hätte gerne gehabt, daß ich sie mit dieser Aufgabe betraue. Aber das sie mich
AntwortenLöscheneinmal betrogen hat kommt das nicht mehr vor. Sie ist noch immer der Meinung, daß sie bei mir was holen kann. Außerdem sind wir geschieden. Thema erledigt.
Nun hat der Wahlkampf hier im Ländle begonnen. Ich bin mal sehr gespannt auf den Ausgang. Özdemir will Ministerpräsident werden.
Und ich denke, daß das Volk so dumm ist wieder die Grünen zu wählen.
Gute Besserung für euch
Warum soll sich denn dein Cousin darum kümmern? Eine Patientenverfügung kannst du doch ganz einfach aus dem Internet ausdrucken, z.B. hier: https://www.malteser.de/patientenverfuegung.html
LöschenDann ausfüllen und schon ist die Sache erledigt.
Unsere Hochzeit wird sich im März zum 40. Mal jähren - in guten wie in schlechten Zeiten haben wir uns geschworen und da geht es nicht um irgenwelche Kosten, sondern darum, dass einer für den anderen einsteht und man sich gegenseitig verantwortlich fühlt.
Und die Kartoffelsuppe ist wirklich lecker geworden. Warum kochst du dir nicht auch mal eine?
Hallo, Liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenIch weiß nicht wie viele Dinge es gibt, die mich mehr erschreckt haben, wie dass, was du über "F" seine Fähigkeiten geschrieben hast? - Als er wollte aber nicht konnte, wie grausam muss das denn sein - eingesperrt in sich selbst zu sein, ohne sich wirklich Verständig macht zu können und seine Fähigkeiten (wie lesen und schreiben) eingebüßt zu haben. - Das hat mir einen enormen Stich versetzt, aber auch gutes ausgelöst - auch wenn ich weiß, das Gesundheit nichts selbstverständliches ist, nehme ich sie doch viel zu oft als Selbstveständlich (noch) hin.
"F" scheinte wieder sehr interessiert an allem. Dass er helfen wollte bei den Rechnungen und Co - finde ich prima. Noch viel mehr freute ich mich wieder über das einschalten des Radios. Was hier auch als Leser eine Art Blog-wohlfühl-normalität ist.
Die Sache mit dem Atemgerät kann ich - wie du - nicht nachvollziehen. Ich dachte auch, das ist doch klar - dass, das "F" braucht. Was denken die sich eigentlich? - Ich frage mich, wäre es nicht Sinnvoll - wenn jeder Artztbericht auch mit einer Kopie an die Krankenkasse gehen würde? Ob das nicht Sinnvoll wäre und viel Burokratie und weiteres nachfragen verhindern würde.
Ich hoffe, das Kartoffelsüppchen schmeckte euch.
Darf den "F" alles soweit Essen? - Oder unterliegt er hier noch Einschränkungen?
Ich habe so gut wie nichts in diesem Jahr vom Dschungel gesehen. - Aber immer die Zusammenfassungen von rund einer Stunde als Podcast gehört.
Habe eine wunderschöne neue Woche.
Liebe - 3 Uhr 47 - Grüße
lifeminder
Genauso war es, lieber lifeminder, er war eingesperrt in sich selbst, und das, nachdem er im Koma ja durch eine Alptraumhölle gegangen sein muss und nun keine Chance hatte, was Realität war und was nicht, davon abgesehen, dass er den Ort, an dem er aufwachte, ja nie zuvor gesehen hatte, alle Menschen mit Ausnahme von mir waren ihm fremd.
LöschenDiese zweite Intensivstation war ja sehr groß, es gab noch mehr Patienten, die man scheinbar in tiefen Schlaf gelegt hatte, und dementsprechend verhielten sich die Angehörigen. Wenn überhaupt, kamen sie kurz mal und verschwanden nach ein paar Minuten wieder, wohl in der Annahme, der kriege ja eh nix mit.
Ein Fehler, wie ich denke, denn es war ungeheuer wichtig, dass ich sozusagen als Ruhepol täglich einige Stunden am Bett verbrachte. Besonders auch die Schwestern und Pfleger stellten immer wieder fest, wie sich seine Werte dadurch verbesserten, mitunter kamen sie sogar und sagten, wir machen jetzt dies oder jenes, denn so lange Sie da sind, klappt das einfach besser.
(Das nur mal als kleinen Hinweis, sollte man jemals selbst in die Situation geraten, jemanden in dieser Lage im KH liegen zu haben.)
Ich schätze, dem Arztbericht an die Krankenkassen dürfte der Datenschutz entgegenstehen, aber in diesem Falle war ich natürlich davon ausgegangen, dass das mit der Krankenkasse abgesprochen und längst genehmigt war.
F. unterliegt essensmäßig keinen Einschränkungen, aber sein Hals scheint innen noch ziemlich empfindlich zu sein, nachdem ja nicht nur wochenlang Schläuche in ihm steckten, sondern er dann auch noch aufgeschnitten wurde.
Ich hoffe, dass das ohne Narben abheilt da drinnen ...
Der Dschungel war diesmal ein Lehrstück in Sachen Psychologie, schade, dass du keine Zeit dafür hattest.
Liebe 8:03-Grüße zurück! :-)