Für morgen war ich eigentlich mit A. verabredet, letzte Chance, bevor der Ramadan sie ab Donnerstag fast komplett aus dem normalen Leben entfernt, aber nun schrieb sie mir, dass sie heute früh mit Halsweh aufgewacht sei. Zwar gehe es ihr inzwischen wieder gut, aber das erscheint mir trotzdem zu riskant, denn ich muss jede Art von Virus unbedingt von F. fernhalten.
Beim Umzug sind sie nicht gewesen mit den Kindern, wäre beim Dauerregen eh kein Vergnügen gewesen, aber Hauptgrund war der Besuch einer ihrer unzähligen Freundinnen, die sooo viel "Kisir" mitgebracht habe, dass A. nun anfragte, ob sie mir einen Teil davon vorbeibringen dürfe.
Klar darf sie, hab grad danach gegoogelt, es handelt sich um Bulgursalat, der wirklich lecker klingt.
Inzwischen habe ich mich mit Herrn Hoover durchs Haus gekämpft und als ich hinterher in den Läppi schaute, sprang mir dieser Artikel ins Auge und brachte mich zum Grinsen, denn ich mache mitunter ganz ähnliche Erfahrungen und kann mich dem hier eigentlich nur anschließen:
"Wann geht denn diese Achtsamkeit wieder weg von dir alleine und auch mal darauf, dass du dich als Teil einer Gesellschaft bewegst?", fragte Michaelsen. Schöneberger, die demnächst eine Samstagabend-Show mit Stefan Raab bekommt, stimmte zu und forderte: "Kümmere dich doch mal wieder um jemand anderen. Übernimm mal Verantwortung für das große Ganze."
Bei einer alten Freundin erlebe ich das sogar ganz extrem, wenn wir miteinander telefoniert haben, fragt F. immer schon: "Und, woran leidet sie denn jetzt wieder?"
Seit wir uns nach über 20 Jahren wiederfanden, erzählt sie ununterbrochen von ihren Krankheiten, obwohl kein Arzt etwas findet. Also mussten die her, die nicht so leicht zu diagnostizieren sind, erst war es "Ausgebranntsein", dann kam die selbstdiagnostizierte "Fibromyalgie", inzwischen ist es der "Vagusnerv", den sie für alles verantwortlich macht.
Zeit für irgendetwas, geschweige denn zum Leben hat sie kaum, da sie ständig mit sich selbst beschäftigt ist. "Erst mal muss ich jetzt etwas für meine Gesundheit tun", sagt sie immer und meint damit, dass sie täglich viele Stunden mit "Übungen" verbringt und mit dem Anfertigen von allerhand "gesunden Dingen".
Natürlich kann so etwas leicht geschehen, wenn man nichts und niemanden hat, worum man sich kümmern muss, es fehlt ein greifbarer Verantwortungsbereich, also konzentriert man sich auf sich selbst und je mehr man in sich hineinhört, umso mehr kommen sie an, die vermeintlichen Krankheiten.
Wobei das Alleinsein aber auch nicht zwingend dazugehören muss, meine Mutter hätte genügend zu tun gehabt, aber auch bei ihr stand, so lange ich denken kann, der eigene Körper im Mittelpunkt - vielleicht als Ablenkung von der Psyche, die viel dringender Hilfe gebraucht hätte.
Egal, der Artikel fiel mir halt auf und nun muss ich mich schleunigst um meine Umfragen kümmern, nachdem F. satt und zufrieden in seinem Sessel hockt.
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉
Nun, ich finde es Schade, wenn man NICHTS und Niemanden hat. Aber sich deshalb nur mit Krankheiten zu beschäftigen, das wäre mir dann doch zu aufwändig. Aktuell bin ich mit meinem Leben zufrieden, auch wenn ich es nicht als perfekt betrachte. Das Wichtigste ist für mich, daß ich gesund bin.Ich versuche fast täglich eine Runde zu laufen. Probleme gibt es beim Fotografieren. Wenn ich eine Weile zu tief gesessen bin habe ich allerdings Probleme beim aufstehen. ALLES ANDERE ist für mich vollkommen unwichtig.
AntwortenLöschenEinen Bulgursalat oder ein Bulgurgericht kenne ich bisher nicht. Was bei mir noch im Vorrat zu finden ist, das ist eine Polenta. Eine gute Idee es mal zu probieren.
Wie ist das bei einem Black out ? Seit ihr darauf vor bereitet? Welchen Einfluß hätte das auf die Gesundheit von F? Regale in den Supermärkten sind leer, die Kassen funktionieren nicht. Bei den Banken gibt es kein Geld. Ich werde mir noch Wasser kaufen.