Ich war ja wirklich skeptisch gewesen, aber tatsächlich, bereits um zehn vor zwei sah ich gestern einen Wagen vor unserem Haus vorfahren mit einem Autotrailer hinten dran - ein Wunder, dass ausnahmsweise mal alles frei war dort.
Auf Verdacht öffnete ich die Tür, jau, der Mann war wegen unseres Hängers hier.
Ich erklärte ihm kurz, dass "der von gegenüber" sein Mailpartner gewesen sei, wir das aber auch ohne ihn hinbekommen würden, führte ihn ums Haus herum zum Abstellplatz, fragte, ob ich das nicht vorhandene Gartentörchen auseinanderbauen müsste, damit man die Deichsel bis in den Garten hineinziehen kann, um den Hänger zu drehen (so hat F. es immer gemacht), aber er meinte, nein, das würde er so hinbekommen und packte das wirklich, indem er ihn einfach anhob. 😁
Gleich zu Beginn hatte es einen wahren Gänsehautmoment für mich gegeben, als er nämlich erzählte, dass er F.s altes Schätzchen - hier sieht man es im Jahr 1985 vor unserem Haus im Schwarzwald stehen:
... für seine Kleingartenanlage haben wollte, und zwar für die Kinder.
Bänke wolle er hineinbauen und die Lütten dann damit durch die Gegend fahren.
Ja, wie süß ist das denn? 🥰
F. hat wie an allen seinen Sachen tatsächlich richtig an diesem Hänger gehangen, ihn gehegt und gepflegt und dass dieser nun ein so sinnvolles "Gnadenbrot" bekommen wird bzw. ganz einfach einem guten Zweck dienen darf, ja, besser gehts ja gar nicht, oder? 😊
Ich freute mich richtig, sagte es dem vielleicht 40-jährigen Mann auch, er hatte den Hänger inzwischen komplett gedreht und wollte nun sein Gespann ums Eck holen, um ihn aufzuladen, als nun auch C. auftauchte.
Die beiden verstanden sich sofort, duzten sich, C. ging ihm zur Hand, Handwerker unter sich halt und als dann alles verzurrt war, drückte mir der Mann tatsächlich 15 Euro in die Hand, obwohl der Hänger ja als zu verschenken annonciert war.
"Boah, das ist aber korrekt", sagte C. - der über das mit den Kindern auch richtig gerührt war - hocherfreut zu ihm, ich schloss mich an, erst recht, als dieser, nachdem er die Plane an einer Ecke kurz gelöst hatte, nun auch noch mit zwei 20-Cent-Stücken ankam - diese hätten im Hänger gelegen.
Für mich irgendwie ein fast symbolischer Akt und so drückte ich C. das eine davon in die Hand, sagte: "Komm, die teilen wir uns als Erinnerung, so werden wir beide diesen Tag nie vergessen."
Was uns allen dreien gut gefiel und dann fiel mir auf, dass ich gar kein Handy mit rausgenommen hatte, denn zu gern hätte ich F. doch ein letztes Foto von seinem Hänger gezeigt, wie er nun auf diesem anderen stand.
C. hatte seines auch nicht dabei, aber der nette Mann sah sofort den Ausweg, er machte zwei Bilder, schickte sie an C., dieser leitete sie per WhatsApp an mich weiter und dann meinte er, also der Mann, noch, wenn er dran denke, würde er den Hänger auch knipsen, wenn er fertig umgebaut sei.
Was mich natürlich irre freuen würde ... 🥰
Und mein lieber F.?
Ich merkte es ihm an, dass er irgendwie tief geschockt war, als er dies hier sah:
Das war nun doch sehr endgültig, nachdem die zwei rund 50 Jahre lang zusammengehört hatten 😁, aber die Vorstellung, dass sich nun noch Kinder daran erfreuen würden, tröstete ihn dann sichtlich, also ... Ende gut, alles gut. 😊
Und ich habe nun Platz auf dem Abstellplatz, den ich erst mal fegen musste, denn unterm Hänger hatte sich verdammt viel Laub angesammelt, allerdings auch keine Ablagefläche mehr für meine Werkzeuge beim Heckeschneiden, also noch mehr bücken als ohnehin schon ... 🙄
Es war gestern ziemlich viel zusammengekommen, erst hatte ich F. gebadet, dann für die Leerung die Mülltonnen durchs Haus vor selbiges geschleift und wie immer noch jede Menge Unkraut aus den Bürgersteigritzen gerupft, zwischendurch die Sache mit dem Hänger, das Fegen, meine Männer mit Essen versorgen usw., dazu die Hitze, so dass ich ordentlich kaputt war und mich schon auf ein kurzes Nickerchen nach meiner einzigen Hauptmahlzeit am späten Nachmittag freute, doch da hatte diesmal meine Tante was dagegen, kaum war ich eingeduselt, rief sie an und das war's dann mit Nickern. 🙄
Heute früh war ich um halb neun zum Fädenziehen, diesmal verstanden der Doc und ich uns ausnehmend gut - er erklärte mir sogar ausführlich, was nach dem Zähneziehen im Kiefer geschieht, weil - ähnlich wie bei einem Eisberg - das meiste ja unter der sichtbaren Oberfläche geschieht. Erst sammele sich Blut im Loch, allmählich werde Gewebe daraus, dann Knorpel, der schließlich verknöchere, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß, wie es einst war.
Anfang September wird es weitergehen, bis dahin muss ich irgendwie klarkommen mit dem Ding und nun gab er mir auch die Rechnung mit, immerhin mehr als 300 Euro niedriger, als im Kostenvoranschlag vorgesehen, was mich natürlich nicht unbedingt traurig machte. 😁
Meinen Trolley hatte ich gleich mitgenommen in die Praxis, also marschierte ich von dort aus direkt weiter zu Aldi und Rossmann und fand bei Letzterem einen vielleicht 30 cm großen Spielzeugradlader, den ich für C.s Söhnchen verhaftete, das ich zwar noch nicht kenne, von dem er aber erzählte, dass der dritte Geburtstag kurz bevorsteht.
Vorn klebte ich einen Zette dran mit "... damit wenigstens einer von uns noch etwas transportieren kann ;-)", dann ging ich leise hinüber, den Gang neben H.s Haus entlang bis nach hinten, wo sich C.s daran anschließt, und stellte den kleinen LKW direkt neben die vor der Tür stehenden Schuhe.
Wenigstens ein kleines Dankeschön, nachdem C. schon die 15 Euro nicht mit mir teilen wollte ...
So, eigentlich hätte ich noch mehr zu erzählen, aber das muss ich verschieben, denn eigentlich hatte ich für morgen eine Linsensuppe geplant, die aber beim besten Willen nicht mit der hochsommerlichen Hitze zu vereinbaren ist, und so entschied ich mich für einen Reissalat, in etwa so, wie in diesem Rezept beschrieben, das ich allerdings nur als Ideengeber betrachte, es wird schon meine eigene Nummer daraus werden.
Schaun mer mal, auf jeden Fall gehe ich ihn nun schon machen, damit ich morgen Raum für die Hecke habe.
Wobei ich aber eh meine ganze Woche schon wieder umsortiere, denn als ich vom Einkaufen zurückkam, fand ich auf dem AB eine Computerstimme vor, die ich mir fünf- oder sechsmal anhören musste, um zu kapieren, dass mir damit die Augenklinik den Termin für Freitag absagt.
Ich solle anrufen, um einen neuen zu vereinbaren - wirklich klasse, nachdem ich schon auf diesen hier länger als vier Monate warten musste. 😡
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉


Hallo, liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenDeine drei letzte Blogs haben mich allesamt durch die verschiedensten Menschen die da aufgetreten sind, stark beeindruckt. Es hat sowas von gemenschelt - das mir bei allen drei ganz warm um Herz & Seele wurde. - So sollet man miteinander umgehen. Ein bisschen hiervon und bisschen davon - und auch mal ein Lachen zwischendurch. Schaden kann es nicht, derzeit bei dem was da alles bei uns auf dem Erdball los ist, sowieso nicht.
Der Hänger und "F"!
50 Jahre ist eine lange Zeit, ich würde mal behaupten der Hänger der früher mal Opa gehörte, dann in unseren Besitz gewandert ist, hat so 35 Jahre auf dem Buckel. - Die Idee für die Kids Sitzbänke hineinzubauen fand ich toll.
Noch mehr freut es mich, dass das offenbar wirklich ein sehr netter Kerle war, dazu sieht es aus als erweitere sich dein Bekanntenkreis langsam wieder.
Das Bild das du gepostet hast, dass gab es doch schon öfters im Blog zu sehen, wenn ich mir nicht irre.? - Doch der Hänger war mir noch nicht so - bis heute - ins Auge gestochen.
Der Zahnarzt war diesem auch keine Vollkatastrophe.
Lese ich richtig, oder bild ich mr das beim Lesen nur ein, das deine Stimmung gerade insgesamt auf einem Hoch ist.
Ich hoffe, Rex gehts auch wieder besser.
Dieses Gemenschle bei dir im Blog in den vergangenen Tagen tat echt gut!
Liebe - menschenfreundliche - Grüße
lifeminder