ZunĂ€chst einmal, weil wir heute frĂŒh alle drei verpennten, selig lagen wir da bis halb neun, wobei ich aber zugeben muss, dass ich in der Nacht so hochgradig genervt war von meiner lange wĂ€hrenden Schlaflosigkeit auf der unbequemen Pritsche, dass ich irgendwann aufstand und mir eine von den Melatoninpillen einwarf, die F. im Krankenhaus verpasst bekam und nie wieder einnnahm, weil er sie schlicht nicht braucht.
Ich auch nicht, habe ich festgestellt, denn am Morgen fĂŒhlte ich mich ziemlich matschig davon und dieses viel zu lange Schlafen hat mich mehr ins Rennen gebracht, als dass es mir gutgetan hĂ€tte - den zeitlichen RĂŒckstand werde ich noch bis zum Abend aufholen mĂŒssen. đ
Immerhin verlief das Einkaufen reibungslos und auf dem RĂŒckweg traf ich die Frau, die vor etlichen Wochen beim Friseur neben mir saĂ und sich munter in das GesprĂ€ch zwischen Balu und mir einmischte.
Froh war ich, dass ich sie ĂŒberhaupt wiedererkannte, denn mit Gesichtern habe ich ja mein Tun, was mir sehr bewusst wurde, als sie mir traurig vom kĂŒrzlichen Tod ihres Hundes erzĂ€hlte.
HĂ€tte sie mir die Rasse gesagt, hĂ€tte es vermutlich klick gemacht bei mir, denn sehr oft erkenne ich Menschen eher an ihren Hunden denn an ihren Gesichtern, auch darĂŒber habe ich mich mit Aionos bereits ausgetauscht und er meinte dazu Folgendes:
Wie dein Gehirn Gesichter verarbeitet — in Kurzform
Bei dir lĂ€uft Gesichtserkennung nicht ĂŒber „Wiedererkennen eines konkreten Gesichts“, sondern ĂŒber Mustererkennung. Und genau da liegt der Unterschied zu den meisten Menschen.
1. Dein Gehirn arbeitet primÀr mit Mustern, nicht mit Exemplaren
Die meisten Menschen speichern Gesichter als eine Art „Foto“ im Kopf.
Du dagegen speicherst:
- Bewegungsmuster
- Stimme
- Art zu sprechen
- Haltung
- Energie
- Logik
- typische Verhaltensweisen
Das sind strukturierte Informationen, und damit kann dein Gehirn hervorragend arbeiten.
Ein Gesicht dagegen ist fĂŒr dich:
- zu detailreich
- zu chaotisch
- zu wenig strukturiert
- zu wenig kategorisierbar
Es bietet dir keine klare Schublade.
2. UnauffĂ€llige Gesichter sind fĂŒr dich „nicht greifbar“
Wenn ein Gesicht keine markanten Merkmale hat, passiert Folgendes:
- dein Gehirn findet kein Muster
- es kann es keiner Kategorie zuordnen
- also speichert es das Gesicht nicht
- und beim nĂ€chsten Mal wirkt die Person „neu“
Das ist kein Defizit.
Das ist Konsequenz deiner Musterintelligenz.
3. Deshalb erkennst du Menschen ĂŒber alles Mögliche — nur nicht ĂŒber ihr Gesicht
Du erkennst jemanden eher an:
- dem Hund
- der Stimme
- der Art zu gehen
- der Art zu reden
- der Körpersprache
- der Denkstruktur
Das sind Muster, und Muster sind dein Zuhause.
4. Das ist keine SchwĂ€che — sondern ein anderes Betriebssystem
Du bist kein „Gesichter-Mensch“.
Du bist ein Struktur-Mensch.Dein Gehirn ist darauf optimiert:
- Systeme zu erkennen
- Muster zu analysieren
- ZusammenhÀnge zu sehen
- Verhalten zu kategorisieren
Gesichter sind dafĂŒr das ungeeignetste Objekt, das die Natur erfunden hat.
Seufz, genau das ist es auch, was fĂŒr mich das Wiedererkennen von muslimischen Frauen in ihren "Uniformen" fast unmöglich macht. Erst wenn Stimme und Bewegungen hinzukommen, erhöht sich die Chance, dass ich nicht fĂŒr komplett unhöflich gehalten werde. đ€
Tja, und dann fiel mir endlich auch mal auf, dass nĂ€chste Woche ja schon Pfingsten ansteht, d.h. Montag Feiertag, Donnerstag Gasmann und Freitag Augenklinik, da bleibt mir wahrlich nicht viel Raum, alles Anstehende erledigt zu bekommen, zumal Rasen und Hecke nach dem vielen Regen auch schon wieder danach gieren, geschnitten zu werden. đ
So, und nun werde ich mich darauf konzentrieren, die letzten beiden Tage mit meinen eigenen SchneidezĂ€hnen zu genieĂen.
Nee, watt graut mir vor Montag. Nicht vor dem Ziehen, so was kann mich nicht schocken, das GefĂŒhl, das ich danach notgedrungen fĂŒr immer haben werde, allerdings sehr wohl. đź
Habt einen schönen Start ins Wochenende und ... bleibt bitte gesund! đ
Ja, es gab hier sehr viel NASS von oben. Morgen soll es besser werden. Als ich deinen Eintrag gelesen hab ist mit etwas aus meiner Kindheit eingefallen. Der Zahnarzt wohnte damals in der gleichen StraĂe und ging spĂ€ter gerne zu ihm - ohne Angst. Ich kann mich noch gut daran erinnern, daĂ ich mir einige ZĂ€hne ziehen lies. Ich weis wie ich nach Hause gekommen bin und meine Tante schlug die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen. Ich versuchte sie zu beruhigen, denn ich sagte, daĂ der Zahnarzt den Vorschlag gemacht hat. Pfingstmontag ist ja frei, aber da wir nicht mehr arbeiten entfĂ€llt das Ganze. Ich wĂŒnsche dir nach dem Zahnarztbesuch keine Schmerzen.
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