Freitag, 31. Juli 2026

Gestern, 22:45 Uhr

 Soeben hatte ich unsere Schlafstätten umgebaut, F. hatte sich mitsamt Beatmungsmaske aufs Sofa zurückgezogen, ich selbst lag bereits auf meiner Pritsche, wir schauten fern, als ich es auf einmal ganz zart klingeln hörte.

An meinem Handy habe ich alle Benachrichtigungstöne, besonders auch die von WhatsApp ganz aus bzw. auf sehr leise gestellt - würden wir oben im Schlafzimmer nächtigen, würde ich eh nix mehr mitbekommen, weil das Handy unten bleibt, aber da wir ja immer noch im Wohnzimmer campieren müssen, war ich im gleichen Raum und so hörte ich es, wenn auch kaum lauter als das Wispern einer Ameise.

Wispern Ameisen überhaupt? *grübel*

Hm ..., egal ... 😅, auf jeden Fall war ich zunächst geneigt, die Ameise oder wen auch immer zu ignorieren, aber dann siegte die Neugier doch, zumal ich schon ahnte, dass es A. sein könnte.

Was auch der Fall war. Vor wenigen Augenblicken seien sie abgefahren, vermeldete sie und ich staunte nicht schlecht über die ungewöhnliche Abreisezeit.

Um 3:20 ginge der Flieger von Köln nach Antalya, schrieb sie und nachdem ich mir das im Internet näher angeschaut habe, tun mir die Anwohner des Flughafens von Herzen leid, denn das geht dort echt die ganze Nacht durch mit dem Lärm.

Wenn ich nun erwartet hatte, meine liebe A. trösten zu müssen, weil ihr der Abschied so schwer fiel, hatte ich mich mächtig getäuscht, denn freudestrahlend teilte sie mir mit, dass sie heute selber auch wegfahren, weil M. bei der Umschulung Urlaub habe. Nach München und Augsburg geht es, Freunde besuchen und wieder einmal war die perfekte Vernetzung nicht zu übersehen.

Ich glaube, es gibt nur wenige europäische Länder und auch kaum deutsche Großstädte, wo sie niemanden haben, und natürlich handelt es sich immer um Gülenisten, deren Netz ähnlich zu funktionieren scheint wie das der DITIB, die als verlängerter Arm Erdogans Hunderte von Moscheevereinen allein in Deutschland  koordiniert.  

Und nun überlege ich gerade, wann ich eigentlich angefangen habe, anderen beim Reisen oder den Aktivitäten zuzusehen, die ich früher vorzugsweise selber durchführte?

Irgendwie kam das schleichend, denn mein Papa war ja ein sehr umtriebiger Mensch und nachdem wir nach hier umgezogen waren, unternahmen wir häufig mit meinen Eltern Tages- oder auch Wochenendtouren, z.B. mal eben nach Holland an die See.

Auch allein waren wir durchaus noch unterwegs, selbst als dann Püppi zu uns stieß, denn mit ihr konnte man im Gegensatz zu Rex wirklich vieles machen, wenn natürlich auch nicht alles.

Museumsbesuche usw. wurden danach deutlich weniger und Urlaube fielen aus, denn abgesehen davon, dass wir sie uns damals gar nicht hätten leisten können, war uns die Möglichkeit mit Hundehotels noch gar nicht bekannt.

Aber selbst wenn, ich hätte es nie übers Herz gebracht, mein Püpperl wegzugeben, selbst wenn es nur für wenige Tage gewesen wäre.

Tja, und nun ist da F.s Krankheit und es geht eh gar nichts mehr.

So wird man dann von der Betriebsnudel zur Zuschauerin und ich kann verdammt froh sein, dass es das Internet gibt. Wer weiß, ob ich sonst  nicht längst einen Lagerkoller hätte ... 🙄😅

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉