... war es gestern Morgen mit der Hecke.
Früher hätte ich darüber gelacht, aber auch ich selbst bekomme dank des hartnäckigen Hustens nicht gut Luft und dank meiner Wackelbeine (im Sommer muss ich mal sehen, ob man dagegen nichts tun kann) traute ich mich eh nicht auf die Leiter, sondern schnitt nur, so weit ich mit der Heckenschere hochreichen konnte, und das eh nur von außen, denn von innen ist es mir im Moment piepegal, wie das aussieht.
Erschwerend kommt hinzu, dass das neue Gartentor ja immer noch nicht installiert ist und ich Arbeitswerkzeuge sowie die gefüllten Abfallsäcke mühsam über die Notverrammelung wuchten muss.
Sonst konnte mir F. dabei zumindest insofern helfen, alsdass er von innen etwas annahm oder herüberreichte, nun musste ich auch das allein machen, also quälte ich mich ziemlich durch, schnitt überkopf und gebückt, kehrte, sammelte auf, packte in Säcke, rupfte Unkraut aus den Bürgersteigritzen usw. ...
Dann tauchte M. auf, der Nachbar von schräg gegenüber, frischer Frührentner und seinen Yorkie an der Leine führend.
Der Buschfunk funktioniert hier reibungslos, also wusste auch er Bescheid und war nun dementsprechend schnell heran - auf Neuigkeiten sind se ja alle immer scharf. 😁
Etwas ächzend erhob ich mich, brachte meinen Rücken in eine gerade Postition, stand Rede und Antwort, hörte mir vor allem auch an, wie es seiner Lebensgefährtin gesundheitlich geht, dann merkte ich aber, dass meine Beine zunehmend zu wackeln begannen, denn Stehen mögen sie gar nicht, also sagte ich ihm, dass ich nun weiternachen müsse und, hihi so ganz tief in mir drin schlummerte ein winziges Fünkchen Hoffnung, dass er vielleicht sagen würde, boah, du hast da noch derartige Berge liegen, weißte was, ich bringe schnell den Hund nach Hause und komme dir eben helfen.
Was natürlich nicht geschah, aber noch vor wenigen Jahren vermutlich ganz anders ausgesehen hätte.
So lange die Partyhütte in Betrieb war, trafen wir uns alle dort regelmäßig und man half sich gegenseitig. Sah F. z.B. vom Küchenfenster aus, dass gegenüber jemand viel von seinem Hänger lud, sprang er hinaus, packte eben mit an und andersherum lief es genauso.
Dann trennte sich U. von ihrem Mann, alles begann zu zerbrechen und schon ist sie dahin, diese einst so tolle Nachbarschaft mit all der gegenseitigen Hilfsbereitschaft.
Natürlich bekam ich meinen Mist auch alleine fertig, war gottfroh, als ich den letzten der schweren Säcke übers nicht vorhandene Tor gewuchtet hatte, und dann ging es drin im Haus weiter, wo ich wieder bis zum Abend ununterbrochen beschäftigt war, ohne dass wirklich große Dinge dabei gewesen wären. Lauter Kleinkram, aber eben zeitraubend ...
Unter anderem hatte ich einen vergnüglichen Mailwechsel mit der Sauerstofffrau, die bereits dafür sorgte, dass nun ein 15 Meter langer Schlauch unterwegs zu uns sein dürfte - ein weiteres Stück Freiheit für F., und auch für mich, wie ich hoffe.
Später wurde das noch ausstehende Medikament geliefert und unter reichlich Kopfzerbrechen stellte ich F. dann seine Pillenbox für die nächste Woche zusammen.
An sich kein Hexenwerk, aber etwas kompliziert wurde es durch das Kortison, mit dem man im KH anfing und das nun langsam verringert werden soll.
Vom KH hatte man ihm Pillen bis einschließlich heute mitgegeben, was für den Hausarzt aber offenbar aus den Unterlagen nicht ersichtlich war und so schrieb er mir den Medikationsplan ab Mittwoch, was ich nun um drei Tage verschob, weil ich denke, erst sollten die Tabletten vom KH weitergenommen werden.
Natürlich habe ich sämtliche Beipackzettel studiert und merkte dann auch noch, dass ich in der Hektik vom Dienstag vergessen hatte, die normalen Medis nachzuordern, also erledigte ich das über den AB und hoffe, dass ich sie gleich auf dem Weg zum Einkaufen in der Apotheke abholen kann.
(Schon eine tolle Sache, diese E-Rezepte ...)
Dann machte ich mich daran, sämtliche Unterlangen abzuscannen - einen Ordner rund ums Krankenhaus hatte ich eh von Anfang an angelegt, darin nicht nur Unterlagen, sondern auch alle Fotos und die Videos, die ich jeden Tag für F.s Schwester drehte, so dass nun alles wohlsortiert und beisammen ist.
Und so geht es gerade immer weiter, an dies muss ich denken, an das und ständig erweitere ich den Zettel auf dem Küchentisch, auf dem ich mir notiere, was ich am Dienstag mit dem Lungen-Doc alles besprechen will.
Immerhin klappt es nun aber mit dem Schlafen auf dem Sofa ganz gut.
Schwierig macht es der Umstand, dass das Wohnzimmer recht klein ist, denn wenn ich TV-Sessel und Tisch weggeschoben habe, bleibt nicht mehr wirklich viel Platz, noch laufen zu können, und dann muss ich erst F. auf seinen Teil der Liegefläche verfrachten, bevor ich mich ans Ausziehen machen kann, denn er soll sich ja nicht anstrengen und krabbeln müssen ... 🙄
Hihi, und dann wurde es gestern noch einmal enger, denn die Gewitter zogen sich ja über Stunden hin, was unser Bübchen gar nicht erfreute.
So dicht wie möglich wollte er bei uns sein, und das hieß dann, hatte ich den Tisch ein Stück verschoben, lag er sofort mit mindestens einem Körperteil darunter, so dass ich ihn ständig hoch und zur Seite scheuchen musste und immer Gefahr lief, nun wirklich überhaupt kein Fleckchen mehr zu finden, wo ich selber noch sicher hintreten könnte, ohne mir bei den Umbaumaßnahmen die Haxn zu brechen ...
Na ja, die Nacht ist vorbei, die Gewitter fürs Erste auch, aber es regnet weiter, also werde ich gleich wohl wieder auf die Mütze kriegen.
Man gönnt sich ja sonst nix und wer weiß, vielleicht ist so ein Regen ja auch gut für den Haarwuchs? 😁
Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉