Dienstag, 17. Januar 2023

Selbstbedienungsmentalität

Sie ist eines der wenigen Dinge, die in der deutschen Politik nach wie vor bestens funktionieren, und es macht mich richtig wütend zu sehen, wie großzügig jemand wie Christine Lambrecht versorgt wird, die sich vor allem durch Nicht-Leistung hervortat.

Es genügt also, sich vier Jahre lang irgendwie als Minister oder Parlamentarischer Staatssekretär durchzuschlängeln, schon hat man - abgesehen von in ihrem Falle einem Übergangsgeld von insgesamt 227.000 Euro - Anrecht auf eine Pension von 4.660 Euro monatlich, weit mehr als das Vierfache von dem, womit so mancher, der 45 Jahre lang hart arbeitete, klarkommen muss ... irgendwie, denn inzwischen reicht es ja hinten und vorn nicht mehr, zumal von dieser Hungerrente ja auch noch Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung zu entrichten sind.

Natürlich braucht es so jemanden kaum zu jucken, wenn sich die Gaspreise - wie ich gestern vernahm - künftig wohl auf dem Doppelten wie vor Putins Krieg einpendeln werden, denn das kann Frau Lambrecht locker aus der Portokasse bezahlen, während es für die am anderen Ende bedeutet, sich auf dauerhaftes Frieren einstellen zu müssen.

Zur Doppelmoral, im eigenen Land Fracking empört abzulehnen, so gefördertes Gas dann aber von auswärts zu irre teuren Preisen einzuführen, und das auch noch mit umweltverseuchenden Riesenschiffen, dazu will ich mal gar nichts sagen, auch nicht dazu, dass der Endverbraucher Spielball der Börsen ist, denn sonst geht mir der Hut endgültig hoch, und das wäre ja doof, wo es am Koppe eh grad schon so kalt ist. 😆

Deshalb erzähle ich lieber noch von meinem gestrigen Spontaneinfall.

Letzte Woche war es, dass zur Abendbrotzeit eine Quizsendung im TV lief, in der Bernhard Hoecker von einem Reissalat mit Thunfisch und Kapern schwärmte.

Ohhhh...?

Das klang interessant, denn mich überfiel sofort das Gefühl, dass beides tatsächlich vortrefflich zusammenpassen könnte, aber leider verriet der gute Mann nichts über weitere Zutaten.

Seitdem dachte ich immer wieder mal daran und gestern Mittag, als ich mich eigentlich nur für ein Stündchen nach oben verkrümeln wollte, packte es mich endgültig und ich überschlug, was meine Speisekammer hergab und ob daraus wohl etwas Brauchbares entstehen könnte.

Schon fielen mir die drei Beutel Kochbeutelreis ein, den ich sonst meist nur verwende, wenn ich für den Hund koche, denn F. zieht die Parboiled-Version vor. Na gut, damit wäre schon mal für den Grundstock gesorgt, Kapern und Thunfisch habe ich eh immer im Haus und von der Salatsoße, die ich seit einiger Zeit gerne auf Vorrat koche, nachdem ich das Originalrezept gehörig entfettet habe, wusste ich auch noch anderthalb Flaschen im Kühlschrank.

Zack, war ich raus aus'm Bett und kurz darauf kochte schon der Reis in Wasser, das ich mit Salz und Curry gewürzt hatte. (Nächstes Mal werde ich noch etwas Brühe beigeben.)

Was genau ich machte, habe ich mir so notiert:

Reissalat

 

3 Beutel Langkornreis, Curry, Salz

2 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 2 Scheiben Ingwer, Sojasoße und ein Schuss Currysoße

1 kl. Dose Mais

1 Glas Kapern

1 Dose Thunfisch im eigenen Saft

Mixed Pickles o.ä.  (fein gewürfelt)

Salatsoße

 

Zwiebeln, Knobi und Ingwer fein schneiden und vorsalzen, mit dem in Salz- u. Currywasser gekochten Reis mischen, die anderen Zutaten unterheben, mit Salatsoße übergießen, mischen und bei Bedarf noch mit Curry (Pulver und Soße) und Sojasoße nachwürzen.

Das Ergebnis sah so aus:


 Es schmeckte tatsächlich richtig gut. Der zunächst sehr überraschte F. war so angetan, dass er viel später am Abend noch einmal davon anfing und meinte, das sei aber wirklich eine gute Idee gewesen.

Als ich nun die Vermutung äußerte, dass die meisten vermutlich Mayonnaise hineingeben würden, lehnte er dies kategorisch ab, nee, mit so nem Fettzeugs bräuchte ich ihm gar nicht zu kommen, das sei so viel besser.

Na ja, Luft nach oben gibt es immer, es war ja nur ein allererster Versuch und ich könnte mir denken, dass z.B. Lauchzwiebeln und frische Paprika das noch fein abrunden würden, aber grundsätzlich haben mich Gefühl und Küchenerfahrung nicht getrogen, das passt alles sehr gut zusammen und schöner Nebeneffekt, es schmeckt sowohl kalt wie auch warm.

Nicht schlecht, wenn man auch nach fuffzig Jahren am Herd immer noch Neues entwickeln kann, oder? 😀

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉