In meinem Kalenderbüchlein, in dem ich nicht nur Termine aufschreibe, sondern auch für jeden Tag kurze Stichpunkte zu dem, was so los war, machte ich gestern ein dickes Ausrufezeichen an den Rand, denn zum allerersten Mal, seit F. am 16. Januar vom KH nach Hause gebracht wurde, benutzte er unser Klo! 😮
Bis dahin wurde alles per Kackstuhl und Pinkelflasche erledigt, musste also von mir entsorgt werden, woran ich sicher ein bissl mitschuldig bin, weil ich mich schlicht scheute, ihn zu drängen, denn noch weiß ich ja nicht, wie es um sein Herz bestellt ist, und wollte keinesfalls ein Risiko eingehen.
Nun wurde ihm aber durch die Hektik der letzten Tage bewusst, dass der Krankenhaustermin näherrückt, heute in drei Wochen ist er hoffentlich schon wieder wohlbehalten daheim, und als ich ihn immer wieder darauf ansprach, wie er das dort zu halten gedenke, wurde er doch nachdenklich, vor allem, als ich ihn darauf hinwies, dass er ja auf die Normalstation kommt, wobei es hoffentlich auch bleiben wird.
Nach 37 Tagen Intensivstation, wo es ja nicht einmal Toiletten gibt, hatte er es wohl völlig verdrängt, dass das nicht der Normalzustand im KH ist, und endlich fiel es im jetzt selber auf, dass es nur von Vorteil sein kann, wieder etwas mobiler zu werden und sich um die unangenehmsten Dinge selber zu kümmern.
Gestern rief er dann auf einmal: "Bring mir bitte mal schnell den Rollator, muss aufs Klo", ich war schnell wie der Wind, er nahm die Sauerstoffbrille kurz mal ab, damit ihm der Schlauch nicht im Wege war, und schon waren wir unterwegs.
Ein voller Erfolg und wir mussten beide lachen, als ich das mit dem ersten eigenständigen Schiss eines Kleinkindes verglich, das danach ja nicht weniger gelobt wird. 😁
Heute früh musste es schnell gehen, also musste noch einmal der Stuhl her, aber als es ihn bald darauf erneut drückte, verlangte er entschlossen nach dem Rollator und meinte, wenn er dann schon mal dort sei, könne er ja auch gleich baden.
Wow!
Wie gut, dass das eh eingeplant war und ich die Heizung im Bad bereits angeworfen und die Matten rausgeräumt hatte, so war es dann tatsächlich ein Aufwasch, nun habe ich einen sauberen, gerade essenden Mann und die Wäsche hängt auch bereits frisch gewaschen zum Trocknen in der Sonne.
Weniger erfreulich finde ich, dass draußen nachts wieder mindestens eine Ratte herumturnt, aber das scheint in der ganzen Gegend so zu sein, dass sie Überhand nehmen und keiner etwas dagegen zu tun weiß. 😟
So, unnu muss ich mich hurtig den nächsten Dingen widmen, denn so ein Tag hat verdammt noch mal zu wenig Stunden ....
Lasst es euch gutgehen und ... bleibt bitte gesund! 😉
PS: Nun hätte ich doch fast vergessen, das Muffensausen aus der Überschrift zu erklären.
Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass F. darüber informiert ist, wie eine Herzkatheteruntersuchung abläuft, wobei er von der ersten aber gar nichts mitbekam und ich es auch vermied, näher darauf einzugehen, um ihn nicht in Panik zu versetzen.
Nun bekam er sie doch fast, als es gestern in einem anderen Zusammenhang um den Begriff "Zugang" ging.
"Ja, so einen werden sie dir ja auch wieder legen", sagte ich eigentlich völlig nebenher, denn das ist ja nun weiß Gott nichts Weltbewegendes, aber nun ging er auf einmal hoch wie eine Rakete.
"Wieeee, die werden mir dann schon wieder so was machen?", fragte er mehr als entsetzt und als ich nickte, meinte er, dann werde er nicht ins KH gehen, denn das wolle er nicht, basta! 😮
Es war mehr als eine Engelszunge nötig, mit der ich auf ihn einredete, um ihn wieder runterzubekommen, und schließlich fing er sich ...
Hintergrund war gewesen, dass ihn an dem halben Tag, an dem sie es mit ihm auf der Normalstation versucht hatten, ein sehr junger Arzt wohl unsäglich mit dem vergeblichen Versuch gequält hatte, ihm einen solchen Zugang zu legen.
Können die solche Frischlinge nicht erst mal an Gummipuppen üben lassen? *grübel*
Hallo, liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenDas es "F" ein wenig vor dem Krankenhaus graut kann ich gut verstehen. - Doch gut, dass du ihn mit "Engelszungen" heruntergefahren hast, er eingesehen hat, wie nötig der Aufenthalt ist .
Ich freue mich sehr das "F"sich nach und nach erholt und auch wieder selbst an seiner Mobilität arbeiten möchte. - Wie befreiend muss es sein, wieder selbst die Toilette und Säuberung benutzen und vornehmen zu können.
Ich hoffe, dass du nun in den Feierabendmodus kommst und dir ein wenig Entspannung mit deinen lieben gönnst.
In der Ausbildung von Ärzten will ich doch hoffen, dass die nicht gleich am lebendigen Menschen ausgebildet und ran-dürfen.
Dir einen ruhigen Samstag!
Liebe - 18 Uhr 47 - Grüße
vom lifeminder
Ich habe gerade nachgeschaut was es bedeutet so eine Herzkathederuntersuchung über sich ergehen zu lassen. Und ich hatte zuvor keine Kenntnis von dieser Untersuchung. Ich kann es nach vollziehen, daß du da mit Engelszungen auf ihn einreden durftest, die sehr wichtige Untersuchung über sich ergehen zu lassen. Klar einfach ist das für euch beide NICHT ! Ich erinnere mich an meinen Bettnachbarn im Krankenhaus der während der Zeit insgesamt 6 Stents gesetzt bekommen hat. Ich habe gelesen, daß Knorr Heilbronn zum Verkauf steht. Eigentümer Unilever sucht dafür einen Käufer. Im Rahmen meiner Leiharbeitszeit habe ich hier im Zwei - Schicht Betrieb gearbeitet. Frühschicht ging von 6 - 14 Uhr. Spätschicht von 14 - 22 Uhr.
AntwortenLöschenUnd dann gab es nur Mitarbeiter die in der Nachschicht arbeiteten. Ich wünsche F für die Untersuchungen einen guten Verlauf.