Dienstag, 10. März 2026

Deutsche Muffelköppe

 Am Freitag wird mein üblicher Einkauf ausfallen, da ich ja abends mit A. und Fa. bei ihnen im Verein zum gemeinsamen Iftar (Fastenbrechen) sein werde und einfach keine Lust habe, da kaputt hinzugehen, also werde ich versuchen, den Tag etwas schonender für mich zu gestalten.

Aber natürlich muss diverser Kram trotzdem beschafft werden und so marschierte ich in der Früh los zu Rossmann und Aldi, erwischte dabei prompt den ersten der angekündigten Regenschauer. 🙄

In beiden Läden fiel mir auf, dass wie bei jedem globalen Mist auch diesmal wieder das Klopapier knapp zu werden scheint, jedenfalls waren die Regale fast leer, also schlug ich zu und nahm ein großes 16er-Pack mit. Außerdem gibts mit der Rossmann-App diese Woche 20% Nachlass auf alle Domolprodukte,  dreimal Waschpulver packte ich in den Wagen, Badreiniger, den ich zurzeit wegen F.s Pott viel brauche, und einiges mehr.

An der Kasse hielt ich mein Handy unter den Scanner, es piepste, die Kassiererin bestätigte, dass die App eingelesen war, trotzdem stellte ich nach dem Bezahlen beim Durchsehen des Bons fest, dass die Prozente nicht abgezogen worden waren.

Wieder hin zur immerhin sehr netten Mitarbeiterin, mithilfe einer zweiten brachte sie das in Ordnung und ich bekam mehr als drei Euro fuffzich raus.

Ein ganz schöner Unterschied, oder?  

Weiter zu Aldi - mein Trolley hing vorn am Einkaufswagen, das Klopapier lag unten auf der Ablage, ich packte ein, was wir benötigen, und dann fiel mir die Steppdecke wieder ins Auge, um die ich schon letzte Woche herumgetänzelt war. So kuschelig wirkte sie und ich konnte mir vorstellen, dass sich F. unter ihr noch wohler als unter seiner üblichen fühlen würde, aber ... mit knapp 20 Euro war sie mir zu teuer gewesen, weil ja nicht unbedingt notwendig.

Nun aber war sie auf einen glatten Zehner reduziert und jetzt schlug ich zu, ohne viel nachzudenken, was ich dann auf dem Weg zur Kasse nachholte, denn ... der Beutel mit der Decke hatte keine Henkel. Wie also sollte ich sie überhaupt heimbringen, wenn der Trolley doch sicher voll würde und ich mit der einzig freien Hand ja das Klopapier tragen müsste? 

Hach, da kam es mir doch gerade recht, dass mir H. in die Arme lief, der Nachbar von gegenüber.

Die Kasse war fast leer, er war vor mir an der Reihe und in all dem Trubel rief ich ihm die Frage zu, ob er mit dem Auto da wäre, träumte davon, ihm die Decke in die Hand zu drücken, würde sie mir dann später abholen kommen.

Ich schwöre, nie in all den Jahren habe ich ihn oder seine Frau zu Fuß irgendetwas erledigen sehen, für jedes Brötchen nehmen sie den Wagen, aber nun antwortete er, nein, sie hätten Besuch aus Tschechien, der Heimat seiner Frau, und die seien gerade allesamt mit ihrem Auto in Frankfurt. 🙄

Und schon war er verschwunden, auf die Idee, mal nachzuhaken, weil ich ja nicht ohne Grund gefragt hatte, kam er gar nicht erst - so sind se halt, die deutschen Nachbarn, und als ich mich dann verzweifelt abmühte, den prallen Beutel mit der Decke zumindest teilweise irgendwie in eine Henkeltasche zu quetschen, war ich umgeben von Menschen, doch auch von ihnen kam keiner auf den Gedanken, zu fragen, ob ich vielleicht mal kurz zwei weitere Hände brauchen könnte ... 🙄

Vielleicht bin ich inzwischen einfach etwas zu verwöhnt durch meine türkischen Freundinnen, die ja häufig von sich aus ihre Hilfe anbieten?

In der Regel komme ich durchaus alleine klar, bin es gar nicht gewöhnt, jemanden um Hilfe zu bitten. Im letzten Sommer, als ich so große Mühe  hatte, die vom Hagelsturm zerstörten Dachrinnen zu entsorgen, machte ich eine Ausnahme und fragte Nachbarn M., als ich ihn gegenüber mit der Kreissäge hantieren sah, ob er die Rinnen da nicht eben mal drüberziehen könne.

Nein, lautete die Antwort, die würden ihm die Säge zerstören, fertig, auch er kam nicht auf den Gedanken, mir anzubieten, mir auf eine andere Art weiterzuhelfen, was für ihn ein Leichtes gewesen wäre.

Fazit: Mach deinen Kram selber, dann musste dich auch nicht über Muffelköppe ärgern. 😁

Wobei ich selber tatsächlich sehr viel mehr so wie A. und Fa. gestrickt bin - wenn ich merke, jemand könnte Hilfe brauchen, dann biete ich sie von mir aus an, feddisch.

Vielleicht klappt es deshalb so gut mit A. und mir? 

Gerade haben wir übrigens auch wieder kurz gewhatsappt - sie schickte mir einen Text, ich beglückwünschte sie, weil er tatsächlich nicht einen einzigen Fehler enthielt, und nun hoffen wir beide, dass es bei ihrer Prüfung am 11.4. genauso gut laufen wird.

Dafür muss sie nach Münster und eigentlich hatten wir im letzten Jahr überlegt, dass ich sie  nach dort begleiten würde, doch das können wir nun ja leider vergessen - echt schade, wäre an diesem Tag gerne an ihrer Seite gewesen, aber natürlich kann ich F. nicht so lange alleine lassen, zumal er dann auch erst frisch aus dem Krankenhaus zurück sein wird. Hoffe ich zumindest ...

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉  

4 Kommentare:

  1. So wie du verhalte ich mich auch. Wenn Jemand Hilfe braucht, dann bin ich da. Von mir aus. Das was du erlebt hast nicht wirklich freundlich und ich denke manches sind bedauerlicherweise nur ausreden. Die Dachrinne hätte man vielleicht auch mit einer manuellen Eisensäge zerkleinern können, wenn man gewollt hätte. Ende des Monats ist mein Mitbewohner Rentner und dann wird er weg ziehen zu seiner Freundin nach Kaiserslautern. Das bedauere ich sehr. Ich bin dann mal sehr gespannt welche Person dann in seine Wohnung zieht. Das entscheidet nicht nur die Hausverwaltung sondern auch der Hauseigentümer.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dieser Nachbar hat einen riesigen SUV - hätte er Interesse gehabt, mir zu helfen, hätte er gesagt, komm, wir fahren eben zum Recyclinghof, dann bist du die Dinger los.
      Wenn du von Mitbewohner schreibst, klingt das irgendwie nach WG, aber ihr habt schon getrennte Wohnungen im gleichen Mietshaus, oder?
      Auf jeden Fall sehr schade, dass er wegzieht, und ich drücke dir die Daumen, das jemand richtig Nettes nachkommt.

      Löschen
  2. Wir haben getrennte Wohnungen. Er beginnt mit der Arbeit morgens um 6 Uhr. Fahrzeit etwa eine halbe Stunde (meine Schätzung). Seine Firma in der arbeitet ist der größte Steuerzahler. Er hat das neue Feuerwehrhaus finanziert. Das hat zur Folge, daß er kein Feuerwehrhaus auf dem Firmengelände bauen muß.
    Hier hast du einen Überblick über die gesamte Firmengeschichte:
    https://de.wikipedia.org/wiki/SEW-Eurodrive

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, dass sie im Ausland für so viele Arbeitsplätze sorgen. Hoffentlich bleiben auch hier in Deutschland noch welche erhalten.
      Wie viele Mietparteien leben denn eigentlich bei dir im Haus?

      Löschen