... was der Gasmann mir sagte, nachdem er sich nach dem Mobilgerät erkundigte, dessen Auffüllung er uns irgendwann mal zeigte.
Ob es nun besser klappe damit, wollte er wissen und ich antwortete, dass F. es gar nicht benutzt, eben weil das Auffüllen derart mühsam ist.
"Das ist einfach nicht gut durchdacht", sagte ich, während er in der geöffneten Haustür mit dem Füllen des großen Tanks beschäftigt war.
"Das ist ja auch gar nicht der richtige Tank dazu", meinte er nun. In Holland bekämen die Menschen andere Tanks und da ließe sich das mit dem Mobilgerät tatsächlich innerhalb weniger Sekungen erledigen, während dieser hier eben nicht wirklich dazu passe.
"Ja, warum bekommen wir dann keinen anderen?" - dabei erzählte ich von meiner Tante, die ja auch von nur wenigen Sekunden berichtet hatte.
"Dann war sie vermutlich bei einer anderen Firma", meinte er, "wir jedenfalls haben leider nur diese hier ..."
Da stellt sich mir die Frage, warum die AOK dann ausgerechnet mit dieser Firma zusammenarbeitet, wenn es doch offensichtlich auch sehr viel besser ginge? 🙄
Ansonsten verlief der Tag ruhig, wenn auch für mich ziemlich mit Arbeit vollgepackt, und als ich mich nach meinem Früh-/Mittag-/Abendstück gegen halb sechs am Nachmittag endlich auf dem Sofa einkuschelte und mir ein kleines Erholungsnickerchen gönnen wollte, klingelte auf einmal mein Handy.
Na, so was, die liebe U. von gegenüber war es, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe.
Sie ist mit Arbeit, Familie, Studium und ihrem neuen Freund, der inzwischen nach nun schon 16 Monaten so neu auch nicht mehr ist, vollauf beschäftigt, aber nun hatte sie offensichtlich Rede-, und nicht nur diesen Bedarf, denn zunächst einmal ging es um ihre Bachelor-Arbeit, die sie nun fertig geschrieben hat und gerne von mir gegengelesen wüsste.
Was ich natürlich gern tun werde, also besprachen wir erst einmal alles diesbezügliche, gerieten dann allerdings für mehr als zwei Stunden ins Quatschen, und leider erfuhr ich nicht nur Gutes.
Auch ihre jüngste Tochter, sie wird demnächst 17, bricht nun das Gymnasium ab, sie hält es für Zeitverschwendung, findet es auch zu anstrengend und nachdem U. ihr dann mehr oder weniger die Pistole auf die Brust setzte, Nichtstun käme gar nicht in Frage, suchte sie sich eine Lehrstelle bei Lidl in der Nachbarstadt.
Wie ihre älteren Geschwister ist auch sie inzwischen Dauergast bei einem Psychologen, etwas das ich inzwischen von allen Seiten höre, ob nun hier oder ja auch bei der Jüngeren meines Bruders.
Was ist nur los, dass die inzwischen alle ADHS oder sonst welche Probleme haben?
In meiner Kindheit und Jugend hatte ich einen riesigen Bekannten- und Freundeskreis, und das ja sogar doppelt, weil das Dörfli noch hinzukam, aber ich schwöre, keiner von denen war jemals beim Psychiater und mir fällt auch niemand ein, der so gewirkt hätte, als hätte er es nötig.
Was ist passiert, dass da so vieles in die falsche Richtung zu laufen scheint?
Ist es nur das Internet, liegt es an der Zersplitterung der Gesellschaft, der Art der bevorzugten Erziehungsmethoden oder ist es eine Mischung aus allem?
Dann kamen wir auf unsere gemeinsame Frauenärztin zu sprechen, die ja leider in den Ruhestand gegangen ist.
Als U. davon hörte, hatte sie sich vor Weihnachten noch schnell einen Termin bei ihr besorgt und lernte dabei auch die Nachfolgerin kennen, die einen arabischen Namen trägt.
Deutsch spräche sie fließend, erzählte sie, allerdings trüge sie Kopftuch, also genau das, was ich schon befürchtet hatte und was mich nun extrem verunsichert, denn mag ich mich ausgerechnet in diesem heiklen Bereich einer Ärztin anvertrauen, die ja ganz offensichtlich eine gänzlich andere Vorstellung vom Frausein hat als ich?
Seuuufz ..., eine Alternative gibt es vor Ort gar nicht, also warte ich nun ab, was U. von ihr erzählen wird, die sich weniger darum schert und demnächst hingehen will.
Des Weiteren erfuhr ich, dass ihr Ex-Mann, der nun eine Ecke weiter wohnt, das ganze Grundstück mit der ehemaligen Partyhütte, in der wir so viele schöne Abende erlebten, an einen "Achmed" verkauft hat, der dort seine ganzen Autos abstellen will ... 😏
Das war's dann also endgültig mit der einst so schönen Nachbarschaft, es besteht keine Hoffnung mehr, dass es noch mal zumindest ansatzweise so werden könnte, wie es war.
Gerade noch rechtzeitig schaffte ich es, zum Politikabend wieder zurück im Wohnzimmer zu sein, und ich muss sagen, wir schauten die Sendung "Klartext" beide mit größtem Interesse an, auch wenn ich zwischendurch immer wieder in den PC schaute, ob es etwas Neues von dem schrecklichen Anschlag in München gäbe.
Immer noch befinden sich acht bis zehn Schwerstverletzte in Lebensgefahr, lese ich gerade - unfassbar, genauso unfassbar wie alles andere, was sich gerade in der Welt abspielt ...
Und nun mache ich mich lieber über U.s Bachelorarbeit her, vielleicht finde ich wenigstens dabei noch ein wenig Normalität.
Habt einen guten Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉