Oder sollte ich besser von bissl verpeilt sprechen, wenn ich davon ausging, dass F. um 12 Uhr Hühnersuppe mit Reis essen könnte, wenn ich die Maispoularde um10 Uhr auf den Herd bringe?
Was die Kochzeit anging, lag ich richtig, aber was ich völlig vergaß, waren meine Finger, denn die können den Gockel ja kaum abpulen, wenn ich ihn frisch aus der kochenden Suppe gefischt habe. 😮
Also musste ich F.s Magen mit einem zweiten Frühstück aus Kaffee und Waffeln besänftigen und nun habe ich die Hoffnung, dass er sich so gestärkt mal für eine Sitzrunde im Garten aufmachen könnte, denn noch scheint die Sonne herrlich warm vom Himmel.
Was ich selbst für dringend anstehende Gartenarbeiten nutzen sollte, das Bad müsste auch noch geputzt werden und zumindest bei Ersterem wird mir Rexibubi sicher gern Gesellschaft leisten.
Über dessen Anwesenheit ich gestern übrigens gleich zweimal mehr als froh war.
Zunächst, als ich zum Einkaufen losging, denn als ich die Haustür öffnete, saß ein junger Herr mit hochgezogener Kaputze rauchend auf den Stufen und als ich ihn bat, wegzugehen, rutschte er zwar ein paar Zentimeter nach rechts, aber seine Tasche lag immer noch mittig, so dass ich keine Chance hatte, mit dem Trolley vorbeizukommen.
Kurz überlegte ich, einfach drüberzurollen, dann aber machte ich ihn doch verbal darauf aufmerksam, er maulte etwas unter der Kapuze hervor, dann aber erschien Rex neben mir und gab ein leises Knurren von sich, schon konnte der Kerl aufstehen, packte seine Tasche und trottete weiter maulend von dannen, genau zwei Häuser weit, dann ließ er sich auf den dortigen Stufen nieder.
Kein Wunder, dass unser Bürgersteig rund um die Tür ständig voller Kippen liegt. Vielleicht sollte ich auch nachts mal öfter die Tür öffnen?
Tja, und gegen fünfe, ich hatte gerade angefangen zu essen, schellte es auf einmal.
Ich bat F., mein Futter vor Rex zu beschützen, stand auf und noch währenddessen wurde auf einmal Sturm geklingelt, ein uns andere Mal und dann klopfte man auch noch heftig an die Tür.
Jesses, brannte es bei den Nachbarn? Das klang ja nach allerhöchster Dringlichkeit, doch als ich öffnete, stand da ein schwarzhaariges Bürschchen von vielleicht 17 Jahren und sagte: "Entschuldigung, du brauchen Garten?"
"Nein, ich brauche keinen Garten", teilte ich ihm mehr als rüde mit, in diesem Moment erschien wieder Rex neben mir und schon sprang der junge Herr ängstlich einen Schritt zurück, sichtbar erschrocken.
Er wandte sich ab ich rief ihm nach, dass er solchen Klingel- und Trommelterror besser unterlassen sollte, rechnete eigentlich damit, dass er sein Glück nun bei den Nachbarn versuchen würde, aber ... er marschierte davon, die ganze Straße lang, ohne auch nur einmal irgendwo anzuhalten.
Was hatte der wirklich gewollt? Wieder einmal die Vorhut, die gucken soll, wo sich das Einbrechen lohnt?
Keine Ahnung, aber ich war wirklich verdammt froh darüber, Rex zu haben.
Ach ja, und etwas Schönes gab es auch noch, denn der "Fridolin" blüht wieder, die Aloe, deren Mama ich 1982 von Uli, F.s Vorgänger, geschenkt bekam, als ich ihn in mein möbliertes Zimmer zum Essen einlud.
(Er hatte einfach bei der Planze seiner Mutter ein Stück abgeschnitten und für mich eingetopft.)
Rheinische Linsensuppe gab es, als Vorspeise einen Krabbencocktail und ... hihi, da ich ja noch so gut wie gar nichts hatte, musste ich die Weingläser, in denen ich die Krabben angerichtet hatte, dann schnell spülen, damit wir daraus trinken konnten. 😄
Als F. drei Jahre später zu mir stieß, dann schon in die übernächste Wohnung, war ich längst komplett eingerichtet und hatte mir jedes Messer, jede Gabel, jedes Möbelstück, Bettwäsche, Bügelbrett oder was auch immer selbst verdient - irgendwie hat sich das mit den Ansprüchen seit damals sehr verändert, oder?
So, und nun auf in den Garten mit mir, das Gestrüpp schneidet sich ja leider nicht von allein. 🙄
Habt einen schönen Samstag und ... bleibt bitte gesund! 😉

Das Blümchen gefällt mir sehr gut. Ehrlich gesagt bin ich da nicht der große Kenner. Und Ideen muß man einfach haben. Bei einer Pflanze was abschneiden, eintopfen und gut ist. Ich finde es wunderbar, daß du noch weist, was du damals serviert hast. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, was ich damals kochen lies um die damalige Angebetete zu beeindrucken. Ehrlich gesagt bekam ich sehr viel Unterstützung von meiner Tante, die damals noch nicht meine Mutter war. Ich glaube als Nachtische gab es Eis der guten Fürst Pückler Art. Das war damals Kult. Siehste da werden plötzlich wieder Erinnerungen wach. Hühnersuppe mit einem "richtigen" Tier das ist sehr gut. Micha hat vor zwei Tagen vier Dosen vor meine Wohnungstüre gestellt mit Suppe und Linsen.
AntwortenLöschenJetzt hat er noch einen massiven Schrank ab zu geben. <ich habe ihm gesagt, daß er bei der Tafel anfragen soll, ob die ihn gebrauchen können und ihn auch abholen. Ich finde es gut, wenn solche Typen Angst vor Rex bekommen.
Ach so, du kamst erst zu deiner Tante, als du schon fast erwachsen warst? Irgendwie ging ich immer davon aus, dass du schon als kleines Kind zu ihr gegeben wurdest und sie deshalb wie eine Mutter empfandest.
LöschenMeine Mutter hatte übrigens auch zwei Mütter, eine leibliche und eine, zu der sie schon als Baby in Pflege gegeben wurde, wenn Oma arbeiten musste oder sonstwie keine Zeit für ihre Kinder hatte.
Die eine nannte sie Mama, die andere blieb zeitlebens Mutti, so war es für uns immer einfach zu unterscheiden, von welcher sie gerade sprach.
Und ja, mit einer selbst gekochten Hühnersuppe kann keine Dose mithalten, vor allem mag ich auch die Nudeln nicht so gerne, die die in der Regel reintun. Ich koche ja separat Reis, fülle ihn auf den Teller und dann kommt die Suppe darüber, weil wir es beide mögen, wenn man etwas Körniges zwischen den Zähnen hat, statt dass alles vor sich hin glitscht.