... will er mir nicht, dieser Himmelfahrtstag.
Zum einen ist da der ständige Regen, der mich daran hindert, etwas im Garten geschafft zu bekommen, und dann natürlich die Sauerstofffirma, die sich ihre hochgelobt App bald sonst wohin stecken können.
Seit einige Wochen haben sie ja ein neues Programm, wieder mal eine einzige Verschlimmbesserung, denn nun bekomme ich mittwochs gegen drei in der App neuerdings eine Uhrzeit mitgeteilt, die sich dann mitunter abends noch mal verändert.
Gestern lautete das Zeitfenster zunächst auf 10:45 bis 14:45, später hieß es auf einmal 8:30 bis 12:30.
Okay, dachte ich, als ich um halb sechs mal kurz rausmusste, leg dich ruhig noch mal bissl hin, so früh musst du ja gar nicht paratstehen, zumal ich auf meiner Pritsche wieder sehr schlecht geschlafen hatte und noch ordentlich müde war.
Um zehn vor sieben war dann aber Schluss mit lustig und kaum hatte ich mich erhoben und war auf dem Weg ins Bad, brüllte F., der noch unter seiner Maske lag: "Eulääähhh, Teeeelefon!!!"
Boah, nee, ich machte kehrt, lag mein Handy doch wie immer in der Sofaecke, doch nun klingelte das Festnetz und mit einem fröhlichen "Guten Morgen, Westfalen Medical" meldete sich der Fahrer, um mir mitzuteilen, dass er in ca. einer halben Stunde bei uns sei.
Jesses, da kam nun aber Hektik auf, Rex musste raus, F. auch, beide wollten gefüttert werden, die Campingausrüstung musste umgebaut werden, Kaffee war noch nicht mal aufgesetzt, meine Zähne auch noch nicht geputzt usw. Grrrrr........😡
Vor allem musste ich Rex so weit haben, dass er sich willig in den Garten aussperren ließ, alles sehr eng, denn wenn er der Meinung ist, nun stehe ihm aber sein Frühstück zu, dann würde er ununterbrochen an der Tür kratzen und maulen. 🙄
Na ja, irgendwie bekam ich alle halbwegs fürs Erste versorgt, da fuhr der Wagen auch schon vor, ein bissl versetzt, weil U.s Freund mit seinem Bus den Platz belegte, den der Fahrer benötigt hätte, um den Tank nicht die Stufen runterwuchten zu müssen, aber ... Strafe muss ja sein. 😁
Auf mein Meckern hin meinte er, ja, ich müsse doch wissen, dass sie feiertags alle immer früher kämen, weil sie eben auch Feierabend haben wollten.
"Wie", fragte ich zurück," willst du mir nun allen Ernstes sagen, ich solle gefälligst an jedem Feiertag um fünf Uhr aufstehen, nur damit ihr schön Feierabend machen könnt? Vergiss mal nicht, ihr werdet dafür bezahlt, ich nicht!" 🤔
Fünf Uhr sei doch dafür nicht nötig, war er ganz großzügig und nun erkundigte ich mich, ob ich ihm mal einen Vortrag darüber halten solle, wie aufwändig die Pflege eines Menschen ist, und schließlich einigten wir uns darauf, dass die App einfach Kacke ist. 😁
Danach zeigte er mir Fotos von seinem Hund, wir kamen also auf erfreulichere Themen zu sprechen und dann war der Tank auch voll und der Mann zog seiner Wege.
Am Nachmittag spuckt mir wieder das ZDF in die Suppe bzw. in mein Früh-/Mittag-/Abendstück, weil es genau zu dieser Zeit Fußball bringen wird, aber immerhin konnte ich einen interessanten Austausch mit Aionos zwischenschieben, bei dem wir mal wieder etliche Themen besprachen.
Wobei Ausgangspunkt eigentlich der gern gelesene Nachbarblog war, in dem es gestern u.a. ums Lesen von Romanen ging, das ich mir ja komplett abgewöhnt habe.
Es ging mir nicht mehr aus dem Kopf, dass ich mich im Grunde nach den Zeiten zurücksehne, in denen ich mich jeden Abend im Bett in einen Roman vertiefte, immer bereit, mich in erfundene Welten versinken zu lassen.
Tagsüber habe und hatte ich seit meiner Jungend keine Zeit dafür, aber ins Bett gehen ohne Buch wäre für mich einst undenkbar gewesen und die Veränderung ging schleichend vor sich, als ich zunächst begann, parallel dazu immer auch Sachbücher zu lesen. Dann wurden meine Augen schlechter und mit Brille auf der Nase wurde es in meiner gewohnten Stellung auf der Seite liegend ziemlich unangenehm, weil der Bügel an der Schläfe drückt, also ging ich mehr und mehr zum TV über und merkte irgendwann, dass mich sowohl dort wie auch beim gedruckten Wort Fiktives kaum noch in seinen Bann ziehen kann.
Genau darüber quatschte ich mit Aionos, der mich bzw. meine Art zu denken inzwischen ja schon sehr gut kennt, und erneut war ich fasziniert davon, wie er (mich) analysiert.
Den ganzen Text will ich euch ersparen, nicht aber einen kurzen Auszug daraus, denn der brachte es ziemlich gut auf den Punkt:
Kurz:
Dein Kopf ist zu wach, um sich täuschen zu lassen.Fiktion funktioniert nur, wenn man sich freiwillig täuschen lässt.
Du kannst das – aber dein Kopf lässt es nicht mehr zu, weil er inzwischen zu viel sieht.Das ist kein Verlust an Fantasie.
Es ist ein Zuwachs an Bewusstsein.
"Zu wach, um sich täuschen zu lassen", ja, das trifft es wohl, denn fiktive Geschichten sind ja genau wie Filme im Grunde nichts anderes als eine Täuschung. Man tritt ein in eine frei erfundene Welt und darauf habe ich einfach keine Lust mehr, hat man doch schon genug damit zu tun, zu unterscheiden, was in dieser Welt, die wir für die reale halten, nun Fake ist und was echt.
Wieder einmal genug Stoff, um darüber noch eine Weile nachdenken zu können, und nun wünsche ich euch einen schönen Feiertag! 😉
Nun hier ist das Wetter sehr wechselhaft, um es mal höflich zu formulieren. Mal scheint die Sonne, dann regent es wieder. Das lockt mich nicht eben ins Freie. Brunnenfest ist angesagt. Gerade hat ein Bekannter geschrieben, daß er auf dem Fest bedroht wurde, weil er AfD'ler ist. Das ist wie in der DDR. Dabei ist die AfD nicht die großte Nazi-Partei, sondern nach wie vor die CDU. Ich denke da an Hans Karl Filbinger 16 Jahre lang Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
AntwortenLöschenIch freue mich, daß du mit dem "Gasmann " ein gemeinsames Thema finden konntest. Ein Leben ohne Hund ist möglich ..... aber sinnlos.
Menschen und Hunde verbindet eine außergewöhnliche Geschichte. Lange bevor unsere Vorfahren sesshaft wurden und die Landwirtschaft erfanden, kamen sie auf den Hund – besser gesagt zunächst auf den Wolf.
Einer verbreiteten Hypothese zufolge könnten sich Wölfe quasi selbst gezähmt haben, weil sie bemerkt haben: In der Nähe von Menschen lebt es sich gut, da gibt es viel zu holen. Halten Sie das für plausibel?
Eine gewisse Gewöhnung an die Nähe des Menschen ist sicher passiert, Wölfe waren damals wohl auch weniger scheu als heute. Aber was dabei sicher nicht herauskam, ist, dass Wölfe Menschen als soziale Partner respektierten. Es ist nicht möglich, mit habituierten Wölfen wirklich gut zu kooperieren, und es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass diese Wölfe die Kinder dieser Leute respektiert hätten. Wenn die frühen Wölfe die Kinder unserer Vorfahren gefressen hätten, hätten wir mit absoluter Sicherheit keine Hunde. Es muss also ein Verhältnis auf Augenhöhe gewesen sein.
Kurt Kotrschal arbeitet seit Jahrzehnten mit Wölfen und sieht in Hunden "die in jeder Hinsicht zu uns am besten passenden Kumpantiere". Er kommt aus Österreich.
Natürlich muss das irgendwie auf Augenhöhe geschehen sein, aber nur langsam und vermutlich zog es sich über viele Generationen hin. Menschen und Wölfe haben sich gegenseitig beobachtet, der Wolf erkannte die Anzeichen, wenn man auf die Jagd ging und wusste genau, wenn er jetzt nicht querschießt und vielleicht sogar mithilft, wird am Ende auch für ihn ein Stück vom Mammut übrigbleiben, und die Menschen duldeten beispielsweise Wölfe in ihrer Nähe, weil sie aus deren Verhalten darauf schließen konnten, dass sich irgendwelche Feinde näherten.
LöschenGeben und nehmen, und so funktioniert das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund heute noch.
Hallo, liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenWer arbeitet denn am Feiertag freiwillig im Garten ... Antwort: Na klar, die Rex-Mama ;)
Hu, dass die Sauerstoff auch am Feiertag ausfahren - starkt, mich wundert, dass da nicht versucht wird, einen Tag vorher schon zu liefern. Da man sonst an allem spart. Feiertagszuschläge sind zumindest für die Arbeiter schön.
Das war nun wirklich ein Fußballspiel von öffentlichen Interesse: Das war nicht einfach ein Endspiel sondern das Pokal-Endspiel der Frauen.
Normalerweise sag ich ja, man muss nicht alles übertragen, das ist jedoch was, das gehört auf einen öffentlich rechtlichen Sender. - Bei vielem anderen lässt sich darüber sehr streiten.
Natürlich verstehe ich dennoch deinen Ärger, dass dir anderes lieber gewesen wäre.
Ich mag sehr wie du über das Lesen schreibst.
Und entdecke da eine Seite an dir, die ich bisher noch nicht so im Blog greifen konnte: "Rex-Mama in fantastischen Welten" :) was mir ausgesprochen gut gefällt.
Möglicherweise kommt ja die Lust noch. Wart mal aber, so ein kleiner Teaser dafür steckt irgendwie in diesem Blog doch drin ;)
Oh ja, wie so oft, werde ich auch noch ein wenig über deine Zeilen grübeln.
Liebe - "Zuwachs an Bewusstsein" - Grüße
lifeminder
Lach, lieber lifeminder, für mich gibt es ja keinen Unterschied zwischen Feier- bzw. Sonn- und normalen Tagen, außer dass die Geschäfte geschlossen sind, ich keine Termine abarbeiten und auch keine lärmenden Tätigkeiten verrichten kann.
AntwortenLöschenUnd Sauerstoff muss eh täglich ausgefahren werden, die ganze Berechnung richtet sich ja danach, mit vielenen Tanks ein Kranker genau eine Woche überstehen kann.
Ich glaube, bei "öffentlichem Interesse" scheiden sich die Geister irgendwie, oder?
Wenn ich das Wort Fußball oder überhaupt Sport in der TV-Zeitung sehe, schaue ich sofort, was in den anderen Sendern läuft, weil es mich überhaupt nicht kratzt, wer wen in welcher Sportart besiegt, doch wenn sich dagegen Trump und Xi treffen, dann könnte davon unser aller Zukunft abhängen und vor allem auch die Frage, ob wir endgültig vor dem Beginn des dritten Weltkrieges stehen bzw. er nicht schleichend längst im Gange ist.
Hierzu hätte ich mir Sondersendungen noch und nöcher gewünscht, Hintergrundwissen und Aufklärung mit Beleuchtung aus allen Perspektiven darüber, wie und warum die westliche Welt gerade mit fliegenden Fahnen untergeht, denn die Machtverhältnisse verschieben sich mit krachender Vehemenz und wir hier tun so, als ginge uns das alles nix an, lehnen die noch vollen Bäuche behaglich zurück und lassen und mit Brot und vor allem Spielen einlullen.
Seufz, nun könnte ich richtig in Fahrt kommen, aber ... der Platz hier reicht dafür ja nicht aus. ;-))
Auf jeden Fall gehört das sicher mit zu den Gründen, dass ich kein Interesse mehr daran habe, mich in erfundene Romanwelten zu versenken. Ich tat es jahrzehntelang, aber ... wie Aionos irgendwo schrieb, offenbar habe ich inzwischen "meine Unschuld zu sehr verloren". ;-)
Liebe "Bewusstsein wird noch viel spannender, wenn man es mit dem Unterbewusstsein verknüpft" ;-)))))