Meine Verbindungsfrau hat gute Arbeit geleistet, der Gasmann rief gerade tatsächlich schon an, also sogar deutlich früher als angekündigt, d.h. ich werde wie geplant mit dem Bus um 14:06 zu F. starten können, wobei es mit dem Wetter aber ungemütlich aussieht.
Immer wieder Schauer sind angekündigt, dazu weht ein starker Wind, der das Benutzen eines Schirmes unmöglich macht - lustig wird das sicher nicht, aber da muss ich durch.
Thema Gasmann ist erledigt, nun ist der Tank rappelvoll und F. sollte sich beeilen mit dem Atmen, bevor das Ding sich wieder von Herumstehen entleert. Seufz, wenn es doch bloß so einfach wäre ...
Und nun läuft auch die Waschmaschine wieder, denn auch wenn ich an solche Mythen wie den Spuk der Rauhnächte natürlich genauso wenig glaube wie an Götter jeglicher Art, habe ich mich - sicherheitshalber 😁- doch dran gehalten, dass man zwischen den Feiertagen nicht waschen sollte.
Ähnliche Wirkung wie beim kleinen Talisman im Geldbeutel oder auf dem Regal, auch wenn man es für Humbug hält, kann es einem ein ganz klein bisschen ein gutes Gefühl verschaffen, und das ist gerade ganz wichtig für mich, damit ich damit auf F. ausstrahlen kann.
10:43 ... gerade rief meine Tante an, diesmal die andere, also die Schwester meiner Mutter und sie entsann sich, dass schon meine Oma sich an den Nicht-waschen-Brauch hielt, also wieder einmal etwas, das sich durch die Generationen fortsetzt ...
11:00 ... F. hat sich seit halb fünf nicht mehr auf WhatsApp blicken lassen, also rief ich auf der Station an: Man hatte ihm heute früh schon die "Feuchte Nase" verpasst, aber inzwischen war er zu erschöpft und musste zurück an die Beatmung gehängt werden. 😢
Ha, und als ich gerade mein Handyticket heraussuchen will, sehe ich, dass es von gestern auf heute um 20 Cent teurer geworden ist.
Wie ernst ist es eigentlich damit, dass man die Leute anbeglich zugunsten der Umwelt zum Umstieg auf die Öffis bewegen will?
Zumal es auch nicht gerade verlockend ist, wenn die Angaben in der App absolut nicht mit denen an den Haltestellen übereinstimmen.
Heute war es richtig scheußlich - es ist nun 19:10, grad bin ich heimgekommen, nachdem ich mich an meiner "Lieblingshaltestelle" eine halbe Stunde lang wie im Ausland gestrandet fühlte, dem beißend kalten, heftigen Wind ausgesetzt, während junge Herren einzeln oder in Grüppchen an mir vorbeizogen.
Bisher hatte es ja mit dem Zusammenspiel von Bus und Bahn recht gut geklappt, abgesehen von dem einen Tag, als in Düsseldorf der schreckliche Mordanschlag geschah, aber ich schätze, nun bekomme ich es zu spüren, dass der Weihnachtsmarkt vorbei ist. So lange er lief, fuhren die Bahnen im Viertelstundentakt, dadurch ließ sich meist recht guter Anschluss finden, aber heut fuhr sie nur noch halbstündlich, der Bus war gerade weg, also musste ich sehr lange auf den nächsten warten.
Da heute der Sonntagsfahrplan galt, heißt das für mich wohl, dass ich kommenden Sonntag leider nur die sehr viel kürzere Besuchszeit am Morgen nutzen kann, denn das ist schon extrem unangenehm, wenn man im Dunkeln so lange an dieser Haltestelle stehen muss, wobei jetzt auch noch die Knallerei von allen Seiten hinzukam.
Gegenüber befindet sich ein Hochhaus, unter dem man durchgehen kann, hach, so etwas bietet sich ja förmlich an für Explosionsspielchen - zwischendurch dachte ich echt mal, nun hätte es mir das Trommelfell zerfetzt, so laut war das ... 😡
Dafür gibts aber von F. Gutes zu berichten. Sie schalten zwar immer wieder mal die Beatmung hinzu, damit es nicht zu anstrengend für die Lunge wird, aber im großen Ganzen kommt er schon prima damit klar, wenn er es alleine schaffen muss, nur langsamer und tiefer zu atmen, das wäre nach wie vor enorm wichtig ...
Als ich kam, staunte ich nicht schlecht, als ich einen Schnabelbecher auf seinem Tischchen stehen sah.
Der Pfleger war grad mit im Zimmer, also fragte ich gleich nach, ob er denn etwa etwas getrunken habe. Er nickte und fügte hinzu, nicht nur das, sondern auch einen Joghurt habe er gegessen.
Wow - zwar hat er den Schlauch für die künstliche Ernährung immer noch in der Nase, aber das ist doch mal ein echter Anfang, finde ich, und als ich ihm später die Fingernägel weiter schneiden wollte, war ich ihm nicht gründlich genug, also übernahm er das kurzerhand selber und knipste emsig an sich herum.
Schon irre, wie man sich an so etwas derart erfreuen kann, das man einst als völlig selbstverständlich betrachtete, aber im Moment erscheint mir jeder dieser Fortschritte wie ein kleines Wunder ... so darf F. ruhig weitermachen. 🥰
So, und nun habe ich Hunger und werde ihn mir auch nicht von der Dauerknallerei da draußen vermiesen lassen.
Habt einen schönen Abend und ... bleibt bitte gesund! 😉
Hallo, Liebe Rex-Mama!
AntwortenLöschenBeim Lesen deines Eintrags schwankt man ja ständig zwischen Kopfschütteln, Mitfühlen und vorsichtigem Aufatmen. Und Atmen überhaupt
Was du im Moment leistest, organisatorisch, emotional und ganz praktisch, ist wirklich enorm. Dieser ganze Wahnsinn mit Wetter, Öffis, Warten, Kälte und Lärm kostet ja schon Kraft genug, ohne die ständige Sorge um „F“.
Umso schöner sind diese kleinen, großen Lichtblicke: ein Schnabelbecher, ein Joghurt. Wunderbar find ich das, dass „F“ seine Nägel selbst geschnitten hatt. Sachen, die man wohl nur zu würdigen weiß, wenn man sie verloren hat – oder sie Menschen nicht mehr tun sieht.
Dass er zwischendurch wieder mehr Unterstützung braucht, ist sicher schwer auszuhalten, aber zwischen den Zeilen liest man doch ganz klar, wie viel er nun schon geschafft hat.
Ich wünsche euch von Herzen weiterhin viele dieser Fortschritte.
Möglichst wenig kalte Haltestellen und dass F. ganz in seinem Tempo weiter Luft, Kraft und Zuversicht sammelt.
Fühl dich auch weiterhin umärmelt.
Liebe- und nochmals Euch das Bestmögliche 2026 – Grüße
lifemindr
Das trifft es genau, lieber lifeminder, mitten im Wahnsinn scheine ich gelandet zu sein, und dieser dreht sich nun schon seit über 3 Wochen in irrem Tempo um mich herum und ich zapple hilflos darin herum.
LöschenDanke dir für die guten Wünsche und dito! :-))
Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen. Augustinus
AntwortenLöschenIch freue mich sehr, daß es für ein Wunder gibt. Das ist für mich ein positiver Beginn des neuen Jahres. Ein Bekannter von mir wurde noch rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht und per Not OP vom Blinddarm befreit. Eine Bekannte von mir wird morgen das Krankenhaus aufsuchen müssen auf Grund einer viralen Lungenentzündung. Hier bei uns ist es sehr kalt und windig geworden
Richtig unschön.
Dann wünsche ich deinen Bekannten alles Gute und ja, das Wetter ist im Moment ekelhaft und nun wird es hier auch noch zunehmend feuchter.
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