Samstag, 11. Oktober 2025

Normalerweise höre ich mir ...

... ja keine Podcasts an, weil mir das viel zu lange dauert und ich im Gegensatz zum Lesen das Tempo nicht selber bestimmen kann, doch heute machte ich eine Ausnahme, als ich sah, dass es sich um ein Gespräch mit Vince Ebert handelt.  (Hineinhören lohnt sich wirklich, finde ich.)

Ich folge ihm schon seit Längerem in den sozialen Netzwerken, denn diese Mischung aus Wissenschaftler und Kabarettist, aus Rationalität und Humor spricht mich an und ich teile seine Sicht, dass dieses hochtrabende Moralisieren, das so überhand genommen hat, Staat, Gesellschaft und Wirtschaft immer weiter in Schieflage bringt. 

Mit Aionos diskutiere ich das immer wieder unter dem Aspekt "spätrömische Dekadenz" - auch er sieht wie ich die Parallelen zu heute.

Die es natürlich auch beim Thema Medizin bzw. Ärzte gibt. Meine Tante erzählte vorgestern, dass es bei ihnen auf dem Land immer weniger Ärzte gibt und sie in den Krankenhäusern, so wie es uns ja auch erging, oft das Gefühl hatte, dass "die sie gar nicht verstehen", weil es sich fast ausschließlich um ausländische Ärzte mit sehr schlechten Deutschkenntnissen handelte. 

Was den angeblichen Mangel angeht, hier ein interessanter Artikel dazu.  

Wie ich an anderer Stelle las, studieren inzwischen mehr Frauen als Männer Medizin und offenbar geht bei beiden Geschlechtern der Trend immer mehr zu Teilzeitstellen, was sich natürlich mit dem Gründen einer eigenen Praxis gar nicht vereinbaren lässt, schon gar nicht mit der überbordenden Bürokratie, die einen großen Teil der Arbeitszeit auffrisst, und so gucken besonders auf dem Land die Menschen am Ende in die Röhre. 

Aber Hauptsache, für genügend "Work-Life-Balance" ist gesorgt ... 🥳

Bei uns war das Impfen gestern die reinste Fließbandabfertigung, im Treppenhaus vor den Praxisräumen stapelten sich die Leute - gut, dass wir unsere Masken dabeihatten, aber immerhin war die Piekserei dann schnell erledigt, nachdem wir erst mal bis nach vorn durchgedrungen waren und die Mitarbeiterin uns fragte, ob einfach oder beides?

Beides natürlich, und so bekamen wir links den Grippe- und rechts den Coronaschutz verpasst, der allerdings ca. eine Woche benötigt, um seine Wirksamkeit zu entfalten.

Und wie schon im letzten Jahr kam mir A. genau in diese Situtation.

Am Sonntag seien wir zum Gottesdienst in der Kirche eingeladen, wo wir schon einmal gemeinsam waren.

Mit Abstrichen, denn diese freie evangelische Gemeinde konnte ihr großes Gemeindehaus aus finanziellen Gründen nicht mehr halten, übergab die Räumlichkeiten an die Betreiber einer Moschee und zog selbst in etwas Bescheideneres um.

Ich glaube, der Unterschied zwischen katholischer, evangelischer und Freikirchen ist A. gar nicht bewusst, aber am wohlsten dürfte sie sich bei Letzteren fühlen, weil die ja ähnlich fundamental und konservativ sind wie die Gülenisten, denen sie mit Haut und Haaren angehört. 

Noch weniger dürfte ihr bewusst sein, dass für mich durchaus eine gewisse Opferbereitschaft dazugehört, mich freiwillig in einen Gottesdienst zu setzen - natürlich ist mir das Procedere seit jeher vertraut, aber schon in meiner Kindheit fühlte es sich für mich so an, als würde ich als einzig Angezogene zwischen lauter FKK-Jüngern hocken - fremd eben  ... oder vielleicht sollte ich besser noch von befremdlich sprechen, wie ich das alles empfinde? 🙄 

Jahrzehntelang habe ich mich intensiv mit der Materie beschäftigt, bin seit Langem überzeugte Atheistin, was soll ich dort also, außer A. einen Gefallen zu tun, indem ich eben mitgehe?

Was diesmal aber flachfällt, denn ich habe ihr klipp und klar geschrieben, dass mir das Beisammensein mit so vielen Leuten in der Grippesaison einfach viel zu riskant ist. Jeder Atemwegsvirus kann für F. nun einmal in einer Katastrophe enden, deshalb muss meine eigene Lust auf Kontakte zurückstehen - was sie aber nicht daran hinderte, mir dann für nächste Woche ein Frühstückstreffen vorzuschlagen. 😅

Wirklich eine böse Zwickmühle, in der ich da stecke, einerseits kann und will ich A. nicht vor den Kopf stoßen und habe ja auch selber Spaß daran, andererseits muss F.s Leben natürlich über allem stehen.

Schwierig, aber wenn, dann werde ich auf jeden Fall die Maske mitnehmen, so blöd das auch ist, vor allem beim unvermeidlichen Essenfassen. 😟

Außerdem habe ich gestern noch 80 Löcher im Garten gebohrt.

Nein, ich suche nicht nach Öl, sondern habe Tulpen- und Narzissenzwiebeln versenkt, denn ... das nächste Frühjahr kommt bestimmt und so gibt es schon einen Grund mehr, sich darauf zu freuen. 😊

Und hier noch ein Bild der neuen Uhr, die sich, nachdem ich ihre viel zu grelle Leuchtkraft mit Aionos' Hilfe etwas herunterdimmen konnte, wirklich gut unter Fernseher und neben Soundbar macht, obwohl sie vermutlich trotzdem am 23.10. noch eine Etage tiefer im Phonoschrank wandern wird, wenn ich den neuen Receiver angeschlossen habe - vorausgesetzt, ihr Kabel ist lang genug dafür, hinendurch direkt zur Steckdosenleiste geführt zu werden.


 

 

Unnu ab in die Küche mit mir, F. hat Hunger. 🥳

 

Habt einen schönen Tag und ... bleibt bitte gesund! 😉 

 

4 Kommentare:

  1. Ich hatte große Schwierigkeiten einen neuen Hausarzt zu finden. Bei einer Praxis bei der ich anrief wurde mir beschieden, daß sie KEINE neuen Patienten an nehmen. Auch privat versicherte NICHT. Ich fragte dann welche Empfehlung sie mir dann geben kann? Sie hat mir dann den Hinweis auf da MVZ = Medizinisches Versorgungszentrum gegeben. Hier betreute mich die stellvertretende Leiterin. Als sie dann den Arbeitgeber wechselte, dann wechselte ich ebenfalls dort hin. Die Praxis ist sehr modern. Man zieht eine Nummer und wenn dran kommt erscheint die Nummer auf einem Bildschirm. Zusätzlich kommt noch eine Stimme die sagt in welches Zimmer man gehen darf. Bei der Reha wurde ich von einer türkischen Ärztin betreut, die sehr gute Sprachkenntnisse hatte.

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    1. Ja, immer mehr Ärzte müssen sich die Grundlogistik teilen, weil diese überbordende Bürokratie ihnen buchstäblich die Luft nimmt.
      Mit der Reha-Ärztin hast du wirklich Glück gehabt, uns ging es im letzten Jahr beide Male so wie jetzt auch meiner Tante und mir selbst damals in der Augenklinik: Die meisten Ärzte sprachen so grottenschlechtes Deutsch, dass man kaum verstand, was sie einem sagten, und vor allem kapierten sie nicht, was man ihnen mitteilen wollte.
      So wird es letztlich zum Glücksspiel, ob man die richtige Behandlung erhält.

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  2. Hallo, Liebe "Rex-Mama"!

    Also "A" find ich niedlich. Die ist wirklich eine Freundin und scheint zumindest teilweise zu Verstehen, warum du handelst wie du handelst und dass das nicht gegen Sie sondern für "F" geht.

    Ich hoffe, es kommt dennoch zum Frühstück, wenn du dich danach fühlst. Mit oder ohne Maske - du wirst schon für dich 100 % die richtige Entscheidung treffen.

    "Vince Ebert" kenn ich nur vom Namen und sein Bild. - Ob ich den schon mal gesehen hab? Möglicherweise in "Die Anstalt" oder so?

    "Aionos" ich weiß immer noch nicht so ganz was ich von dem halten soll - hochmodern, gibt er dir eigentlich auch einmal Gegenrede oder läuft es immer von ihm auf einen Komrpomiss heraus?

    Über "F" auf dem Schaukelpferd, den Kommentar von dir unter meinem letzten Kommentar habe ich sehr gelacht und dann gleich meine "Shania Twain"-CD´s wieder hervorgekrammt.

    Die Uhr finde ich gut - Grün ist die Farbe der Hoffnung.

    Du solltest möglicherweise mal nach Öl suchen, ich würde fast wetten du würdest welches finden.

    Tulpen und Narzissen klingen hübsch - die werden dir hoffentlich im Frühjahr noch viel Freude machen - wenn die niemand bis dahin weg-nagt.

    Meine Opa war Bauer - der war auf eine ganz andere Art und Weise Gülenist. - Okay Spass beiseite.

    Ich habe mal zu "Güle" nachgelesen, da stand: "Güle güle" wird oft gesagt, wenn eine Person geht. Es ist eine freundliche Verabschiedung, die im Deutschen am besten mit "Auf Wiedersehen!" oder "Tschüss!" übersetzt werden kann". Mal sehen "A" ist noch so jung - ob sie auch irgendwann mal "Tschüss sagen - oder zumindest das anders Handhaben kann wie bisher?


    Denkst du denn gerade auch genug an dich? - Fragt "der liebe Onkel" aus dem Nachtbarblog? hmm?

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Sonntag.

    Ich würde mich sehr freuen im Blog auch mal wieder zu Lesen, das nicht nur "F" sondern auch die liebe "Rex-Mama" Hunger hat!


    Liebe - lass es dir gutgehen - Grüße
    Vom lifeminder

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    1. Na ja, lieber lifeminder, so recht fehlt ihr das Verständnis, denn zwar konnte sie nachvollziehen, dass ich größere Menschenmengen meiden muss, aber sich selber sieht sie nicht als potenziellen Virusüberträger an.
      Ich werde sicher hingehen, mit Maske halt, aber genauso sicher ist, dass ich mich anschließend sehr schlecht fühlen werde, halt so lange, bis ich mir sicher sein kann, dass ich mir nichts einfing. Vermutlich werde ich dann sogar daheim Maske tragen und eventuell auch erst mal auf dem Sofa schlafen.
      Es ist eine Gratwanderung für mich zwischen dem, was ich tun möchte, und Verantworungsgefühl. 🙄
      Über die Gülenisten habe ich mir hier im Blog doch schon sehr viele Gedanken gemacht, denn leider handelt es sich ja nicht um "Tschüsser", sondern um glühende Anhänger des inzwischen verstorbenen Predigers Gülen. Hier mehr dazu:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Fethullah_G%C3%BClen
      A. und M. wurden erst in den Elternhäusern, dann in den im Artikel erwähnten Lichthäusern, also studentischen WGs, auf einen sehr fundamentalen Islam geprägt, werden in der Türkei als Terroristen verfolgt, was ja der Fluchtgrund war, und nun bekomme ich mit, wie das fein gesponnene Netz dieser Bewegung hier und auch im europäischen Ausland ständig wächst. Ich halte die Bedenken, die im Artikel zur Sprache kommen, für sehr berechtigt, denn nach außen hin scheint es der Beweung um Bildung und Austausch zu gehen (woran auch A. als kleines Lichtlein glaubt), doch in Wirklichkeit dürfte die Islamisierung im Mittelpunkt stehen.
      Es ist im Grunde ähnlich wie bei Scientology, Zeugen Jehovas, Freikirchen oder was auch immer für Sekten - wer einmal drinhängt, gerät meist immer tiefer hinein und aussteigen kann und will man dann in der Regel gar nicht mehr.
      Und jo, ich denke schon auch an mich. Es ist ja so wie in einem Getriebe - das ausschlaggebende Zahnrädchen sollte immer genügend geschmiert sein, damit das Ganze am Laufen bleibt. ;-))
      Über Hunger reden wir dann heute Nachmittag zwischen viere und fünfe, wenn es auch für mich ans Früh-/Mittag-/Abendstück geht. 😉

      Liebe Dito-Grüße zurück! :-))

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